Wo die Liebe hinfällt

Gespeichert unter: Neue Maier-Lyrik — 30. Juni 2007 @ 19:24

Sage mir keines von Euch:

Ein ästhetisch gesinnter Mensch

frisst nicht.

*

Ich nämlich habe einen Narren gefressen

an den Nachtkerzen

in unserem Gärtchen.

*

Nicht dass mich die schlaff

herabhängenden,

ausgelutscht aussehenden

verblühten hautfarbenen Dinger da,

die vor nicht viel mehr als einem Tag

Blütensterne noch waren,

noch irgendwie anmachten.

*

Nicht dass der sonnigste Platz in unserem

Rasen - nein: so kann man ihn allerdings

wirklich nicht nennen –

anderen Blumenrabatten nicht auch gut bekäme

und der Lavendelstrauch nebenan

nicht in unglücklicher Ausweichbewegung

seiner seitlich abgespreizten Blütenstängel

die Steinplatten-Tritte des Wegs

zum schattigen Birkenplätzchen

versperrte.

*

Doch diese Sterne, die bei Einbruch jeder Nacht

gelb zu strahlen beginnen, zu leuchten, zu jubilieren

und noch in den nächsten Tag hinein sich bewahren

dem liebenden Blick, dem verzückten –

*

wie sollte ich ihnen da wehren,

ihre Kolonie zu behaupten,

die sie einmal erobert?

2 Kommentare »

  1. Helmut Maier:

    Leider sind beim (vergeblichen! - aber ich lass es jetzt so - ) Versuch, den Druck besser zu formatieren, 2 Kommentare von Petros und meine Antwort verlorengegangen. Ich entschuldige mich dafür.

    Helmut

  2. Helmut:

    Das heißt aber nicht, dass ich nicht gerne weitere Kommentare entgegennähme.

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