Vom Baum der Erkenntnis - Spiegel (u.ä.)-Ecke, weitere Folge

Gespeichert unter: Neue Maier-Lyrik, Spiegel (u.ä.)-Ecke — 31. Juli 2007 @ 12:37

Früchte des Paradieses
Vom Baum der Erkenntnis
Des Guten und Bösen
Scheint der neueste Spiegel
Genossen zu haben.

Und das Urteil müsse nicht sein:
Vertrieben und blind,
Sondern fragend und wissend
- folge man nur
Den Urschlüsseln des Zugangs:
Recherche und Annahme
Der Frucht:

Moralische Grundmuster
Schon im Gehirn
Vorgefertigt instinkthaft:

Es ist Dir gesagt, Mensch,
Was gut ist
Und was das Menschsein erfordert.

Ist der Ort des Gefühles dafür
Einmal zerstört,
Gelingt auch ein
Anerkanntes Urteil
Nicht mehr.

Ist das nun so?
Genügt uns ein einziges
Interview-Streitgespräch
Schließlich
Zur Annahme
Dieses wohl
Oder Jenes?

Dies ist ein Kommentar zu dem Spiegel-Titelthema “Das Böse im Guten” vom 30.7.07.
Das Streitgespräch hat der Spiegel zwischen dem Hirnforscher Hans Markowitsch und dem Sozialwissenschaftler Philipp Reemtsma arrangiert.
Über meinen obigen Kommentar hinaus ist mir noch interessant, dass die Recherche des Spiegel sich in einem Punkt mit dem Ergebnis eines psychologischen Kongresses der Telefonseelsorge weltweit in Prato (Toskana) letzten Monat deckt: nämlich dass die Gefühle bei allem Verhalten von Menschen (und auch die Möglichkeit verschüttete positive Gefühle wieder neu zu lernen) eine zur Zeit noch zu sehr unbeachtete Rolle spielen.

4 Kommentare »

  1. petros:

    Ich lese den Spiegel nicht.

  2. Helmut Maier:

    Ich hoffe trotzdem so viel rübergebracht zu haben, dass man den Spiegel zum Verständnis n i c h t zusätzlich braucht.

  3. petros:

    Nun denn, ich habe bitter erfahren müssen, dass freier Wille seine Grenzen hat und die Tortur der inneren Zwänge einen in den Wahnsinn treiben kann.

    Ein Dagegenan wirkt wie ein Verstärker, das Einüben veränderten Verhaltens wie irreales Schauspiel und Medikamente führen in einen Wachschlaf.

    Und dennoch ist der Mensch keine biomechanische Maschine.

    LG
    Petros

  4. Helmut Maier:

    Hallo Petros,

    Ich glaube, es geht eben um die in Deinem Gedicht - Von fast “gottlosen” Zeiten - beschworene “Kenntnis / bess’rer Zeiten” (in der ursprünglichen Fassung). Sie scheint mir tatsächlich in unseren Gefühlen instinkthaft verankert.

    Mit ganz lieben Grüßen und Dank für Deine Vertiefung ins Thema
    Helmut

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. TrackBack URI

Einen Kommentar schreiben

Zeilen- und Absatzumbrüche werden automatisch eingefügt. Ihre E-Mail wird nicht angezeigt. Erlaubtes HTML: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>