Wie wohnen und wo? (Geordnete Aufschriebe einer Führung)

Gespeichert unter: Neue Maier-Lyrik — 9. November 2007 @ 20:07
Ubi habitare?
Habit.
Gewohnheit.
Gesellschaftsbild Wohnung.
Zeiten,
in denen Hausmädchen
moderner sind
als Hausmütterchen.
Und Späteres
weniger modern
als Früheres.

Vielleicht war
die Stuttgarter Kochenhofsiedlung
mit ihren steilen Dächern
von 1933
wirkmächtiger als
Le Corbusier und seine Kollegen,
die Dachgärten planten
für die Weißenhofsiedlung:
Internationale Ausstellung.
1927
in Stuttgart.

Wohnen, wo andere
vorher
hinwanderten
auf ihrem Sonntagsausflug
(ins Ausflugslokal
des Herrn Weiß:
dem Weißenhof).

Wohnen in einer
mobilen Welt.

Mobiliar
als Immobilien-Teil.

Umzug als Reise
nur mit dem Koffer.
Gepäckträger denkbar.
Möbelpacker nicht.

Araberdorf
war der Vorwurf
der Unverständigen:

Ent-Würfe
braucht Traditionelles nicht:
Es lebe das romantische Deutschland
mit roten Dächern.

6 Kommentare »

  1. petros:

    Architektur … Gedicht-Architektur - umstritten, wie fast alles.

    LG
    Petros

    PS: Die Architektur deines Gedichtes gefällt mir.

  2. Helmut:

    Hallo Petros,

    Umstritten ginge ja noch. Aber die Wirkung von Unterdrückung …

    Liebe Grüße
    Helmut

  3. petros:

    Welchen Gedanken habe ich verpasst?

    LG
    Petros

  4. Helmut:

    Dass es der Beginn des Nazireiches war, als das Gegenmodell Kochenhofsiedlung die Vorwürfe vom Araberdorf bekräftigen sollte.

    (Unausgesprochen - weil die Andeutung genügen sollte - blieb, dass die Nazis die Weißenhofsiedlung eigentlich abreißen und einen Reichswehr-Komplex an ihre Stelle setzen wollten. Dies unterblieb jedoch wegen der Ereignisse des Zweiten Weltkriegs: Z.B. bauten die Siegreichen den Reichswehr-Komplex im eroberten Straßburg.)

    Liebe Grüße
    Helmut

  5. petros:

    Ich bedaure meine Oberflächlichkeit sehr! Aber bei meinen Internet-Recherchen zur Kochenhofsiedlung und zur Weißenhofsiedlung fand ich derartige Hinweise nicht. Obwohl ich von der Datierung her schon ähnliches vermutet hatte.
    Dennoch hat meine Aussage (trotz aller Vernachlässigung der geschichtlichen Zusammenhänge) eine, wenn auch banal-richtige Aussage dazu getroffen, finde ich.

    LG
    Petros

  6. Helmut:

    Da hast Du natürlich Recht. Ich wollte bloß anregen, nicht aufregen. Dadurch kommt es sicher zu der unausweichlichen Banalität. Die aber auch wieder zum Denken Anlass geben kann, wenn man mir die “Unverständigen” abnimmt.
    Liebe Grüße
    Helmut

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. TrackBack URI

Einen Kommentar schreiben

Zeilen- und Absatzumbrüche werden automatisch eingefügt. Ihre E-Mail wird nicht angezeigt. Erlaubtes HTML: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>