Vergänglich blieb nur das Septemberregime

Gespeichert unter: Neue Maier-Lyrik — 26. Januar 2008 @ 12:56

Der Züriputsch wird vor mir lebendig:
Sturz der liberalen, Regeneration
vertretenden Kantonalregierung.
Zu ihm geführt hat der Straussenhandel
um David Friedrich Strauß,
meinen Landsmann, einen Tübinger
Stiftler und Lehrer, in Berlin
Schüler von Hegel, meinem Landsmann,
einem Stuttgarter wie ich.
Straußens Geburt vor zweihundert
Jahren in Ludwigsburg
gedenkt meine Zeitung heute,
dessen, der das „Leben Jesu“ verfasste.
„Recht und Grenze der Bibelkritik“
nannte ich einst meine schriftliche Prüfungsarbeit,
um Lehrer zu werden, in der ich
den aktuellen Streit der Pietisten in
meinem Land gegen die Bibelkritik
beleuchtete, die ohne Straußens Buch
so nicht denkbar gewesen wäre.
Ohne Lessing mit seinem Goezestreit
um Reimarus wäre das hinwieder
vielleicht ja nicht entstanden,
genauso wie meine bescheidene
Arbeit im Fach Religion.

Und ‚Putsch‘ im gesamten deutschen
Sprachraum und darüber hinaus
verbreitet als Wort –
ohne den Händel um Strauß
gäbe es das vielleicht nicht.

Wie doch ungewollt
zusammenhängt
eins mit dem andern.

3 Kommentare »

  1. mikel:

    und manches höher
    zu tief gehängt
    den Strauß Blumen
    der den Putsch
    hätte verhindern
    können was
    auch damit zusammenhängt
    wie so vieles

  2. Helmut:

    Hallo mikel,
    Danke für den nachdenkens/fühlens-werten Kommentar. Noch bin ich ein bisschen am Rätseln, ob das mit den Blumen historisch, phänomenologisch oder wie immer gemeint ist.

    Ganz liebe Grüße
    Helmut

  3. mikel:

    es ist ein Phänomen ;-)

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