Archiv fürApril, 2008

Posted:Mittwoch, April 30th, 2008 @ 9:49 in Aphorismen
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Aphorismus 15/08

Gute Gedanken sind das Nachtsichtgerät der Wahl für finstere Zeiten.
…angeregt durch einen Senryu von Petros.

Posted:Dienstag, April 29th, 2008 @ 9:18 in Gastlyrik
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All’ die Jahre

Stehen sie wieder
Und Friedenstauben drehen
Still ihre Runden
Stehen sie wieder mutig
Gegen alles Belächeln
Schweigen sie wieder
Gegen das viele Reden
Das Nichtssagende
Schweigen sie wieder mutig
Sind dem Wegschau’n Hindernis
Frieden rufen die
Die ihn nicht wirklich meinen
Führen Krieg für den
Frieden, den sie nicht meinen
Machen Tote zu Helden
Dieses Gedicht stammt von Wolfgang Schulze alias Petros. Er hat mir erlaubt, es als [...]

Posted:Montag, April 28th, 2008 @ 6:20 in Aus älterem Archiv
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Windfluten - ein Bretagnegedicht von 1997

Aus den Fluten Gestieg’ne,
nun rufst du den Wind vom Meer:
Er läßt deine Haare flattern.
Und wenn die Wellen
auf die Klippen hochspringen,
sammeln sich leuchtende Flächen
in den heiligen Becken.
Im Vergehen schon wieder
verströmen die Brunnen
doch Kraft
im Labyrinth der Felsen.
Den weißen Gischt
unter den Wolkenhaufen
packt ein Sturmwind
aus dem graugrünen Gewoge.
Die Stirne
umstreichen
Gischttropfen und Schauerschleier
gemeinsam
und wecken den Widerhall
meiner Worte.
Die Windkräfte reißen sie mit [...]

Posted:Sonntag, April 27th, 2008 @ 7:46 in Allgemein, Neue Maier-Lyrik
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All’ die Jahre

An die Friedenstauben
habe ich mich solangsam gewöhnt,
die in unserem Kreis
herumtrippeln,
durch ihn durchfliegen,
manchmal knapp an unseren
Köpfen vorbei,
an der Nikolauskapelle,
vor der wir immer wieder stehen
freitags
und beim provokativen
„Schweigen für den Frieden“
Unterschriften sammeln
- gegen den Bundeswehreinsatz in
Afghanistan
- für die Abschaffung
aller Atomwaffen
- für einen gerechten Frieden
in Palästina
- gegen …
- für …
An all‘ diese unerledigten Probleme
können wir uns nämlich
gar nicht
gewöhnen.

Posted:Freitag, April 25th, 2008 @ 10:44 in Aphorismen, Neue Maier-Lyrik
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Blinde Blindenführer

Geübte Blinde können durchaus
Blinde führen. Sie dürfen nur nicht
meinen, sie seien sehend. Dann
vermögen sie sie vielleicht
sogar zu verführen
zur rosageränderten Zuversicht,
die Äpfel von Avalon eines Tages
zu finden.

Posted:Donnerstag, April 24th, 2008 @ 4:30 in Neue Maier-Lyrik
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Berufsehre

Mit am Obschd- ond Gardabauverei
send’se en Venedig gwea
selligs Mol,
meiner Muader ihr Freinden,
meim Opa sei Putzfrau,
a ganz liabe Frau
ond ihr Mo.
Hoimkomma isch se
ond hot verzeelt:
Dert miaßtet se
halt amol wieder
an Großputz macha.

Posted:Mittwoch, April 23rd, 2008 @ 7:07 in Neue Maier-Lyrik
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Verlässlichkeit

Gibt es auch Elend, Jammer, Not, Verbrechen
in diesen Zeiten, nichts
kann dieses Frühjahr hindern
sein blütenweißes Festkleid anzulegen
wie je, gar unter’m Himmelblau
in rosaroter Hoffnung
auf die wiederkehrende,
ja immer neue Wende
hin zum Guten.

Posted:Dienstag, April 22nd, 2008 @ 9:28 in Neue Maier-Lyrik
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Limerick in kleinbürgerlichem Honoratiorenschwäbisch

Es war’n amol Leut‘ in Firenze,
hent d’Mandelblüte im Lenze
erlebt ond genossa
(ond net in Canossa).
Richtig guat sich’s au geha lassa hent se.

Posted:Montag, April 21st, 2008 @ 11:25 in Allgemein
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Gedanken beim Chinesen um die Ecke

Wir essen Fleisch.
Die Chinesen
so langsam auch.
Wir essen
zu viel Fleisch.
Die Chinesen
irgendwann auch?
Obwohl das Fleisch
deswegen
immer teurer wird!

Posted:Sonntag, April 20th, 2008 @ 9:32 in Neue Maier-Lyrik
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Kirschblütenschaum

Kirschblütenschaum,
den Saum umhüllt er
der Teck,
des Herzogsbergs.
Baumgeäst streckt
seine bräutlich geschmückten
Zweige ins bullige Blau.
Träume sind hier
begraben
in Owen.
König für einen Tag
des Heiligen Römischen Reichs
war Konrad von Teck,
ermordet
in der zweiten Nacht
nach seiner Wahl
1292.