Äquinoktium - gefälligere Version

Gespeichert unter: Neue Maier-Lyrik — 20. September 2008 @ 17:26

Zwischen den Fingern
den getrockneten
Lavendel zerrieben.
Einsaugend den Duft
den Sommer zurückgeholt
noch einmal habe ich mir. Dann
verabschiede ich ihn
getroster. Wiederholung ist
möglich, tröstend auch nach
diesem Tag, an dem die Länge
des Tags und der Nacht
einmal sich gleichen noch
vor dem Winter. Wiederholung
auch dieses Rituals seiner
Vorahnung im Sonnenschein
dieses Tages ist - weiß ich nun -
möglich und nimmt
ihm endlich die unerbittliche
Härte in meinem Wissen.

7 Kommentare »

  1. LadyArt:

    …so ist das, lieber Helmut, wenn man die ganzen Düfte tief in sich trägt und um ihren Wert weiß, ihre Hilfe. Wieder neigt sich das Jahr unerbittlich, wieder geht es mit uns selber hinunter, wieder und immer wieder müssen wir selber den Abstieg erkennen und uns irgendwie damit arrangieren.
    Welche düsteren Vorahnungen sich da entfalten…

    Lieber Helmut, ich habe eine sehr dichte Lavendelhecke vor meiner Haustür. Als ich gestern Dein Gedicht gelesen hatte, ging ich hinaus, zerrieb einige Blütenstengel, bräunliche Reste, doch nicht weniger intensiv duftend, zwischen den Handflächen und spürte Deinen Worten nach…

    Ich danke Dir,
    Du hast mir die Wahrnehmung des nahenden Winters leichter gemacht, bzw. ihnen die “unerbittliche Härte” genommen.

    Gabriele

  2. syntaxia:

    Helmut, da bin ich fast versucht,
    dem Winter auch Gutes zuzusprechen.
    Aber das habe ich mir für den Winter vorgenommen und jetzt kommt ja nun erst der Herbst!!
    Mit Frucht und allen Sommerfarben in den bunten Blättern, die ebenso wie der Lavendel an den Sommer erinnern. Ganz eindrücklich kann man das im Schönbuch erleben. Wenn dort die Sonne durch das bunte Buchenlaub scheint, ist es fast noch schöner als im Sommer…

    ..grüßt Monika

  3. Barbara:

    AAAhhh - gut.
    Komm gut in den Sonntag, lieber Helmut
    Gruß
    Barbara

  4. Petros:

    Für die Ewigkeit
    Ein Kreis
    Oder nicht

    Für dich
    Für mich
    Eine Spirale

    Gewiss doch
    Oder nicht

    Gruß
    Petros

  5. Helmut:

    Liebe Gabriele,

    Dass ich (bzw. der Text) Dir die Wahrnehmung des nahenden Winters leichter gemacht, bzw. ihm die “unerbittliche Härte” genommen habe (hat), freut mich natürlich ungemein, ja, macht mich glücklich.

    Liebe Monika,

    Dem Winter auch Gutes zusprechen musst Du ja auch nicht wegen dieses Textes. Obwohl man das sicher auch kann. Mir genügt es, wenn ich den schrecklichen Seiten des Winters die unerbittliche Härte nehmen kann. Auf die durch das bunte Buchenlaub scheinende Sonne freue ich mich (auch auf dem Schurwald) gewiss auch.

    Liebe Barbara,
    Wenn Du es so gut findest, ist’s mir auch recht. Danke für den guten Wunsch zum Sonntag.

    Lieber Petros,

    “Für dich
    Für mich
    Eine Spirale”

    Darüber habe ich mich besonders gefreut, aber insgesamt auch über das schöne knappe Lyrik- (Lürick-?
    :-) ) Exempel.

    Liebe Grüße und vielen Dank Euch allen.
    Helmut

  6. Hermann Josef:

    Wunderbar und betörend, beinahe riechen können … nach einer Woche am Meer, in der wir den puren Sommer nochmal hatten, hüllte heute morgen Nebel das Ankommen ein und dann brach die Sonne hier durch und legte sich weich schmeckend auf die Haut. Immer hoffend, dass sich Wiederholungen ergeben.
    Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag und danke für alle die lieben und wertschätzenden Kommentare.
    Beste Grüsse von
    Hermann Josef

  7. Helmut:

    Ich gratuliere Dir zu der Hoffnung auf Wiederholungen, lieber Hermann Josef, und bedanke mich für Deinen Kommentar und Wunsch. Hab noch eine schöne Zeit!

    Liebe Grüße
    Helmut

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