Archiv fürNovember, 2008

Posted:Samstag, November 29th, 2008 @ 11:24 in Neue Maier-Lyrik
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Paläolithischer Verstand

In wildem Denken
Mondphasen und Hörner
in eins setzen.
Am Himmel
die Erde sehen.
Moose in ihrer Qualität
als Ruhepolster
gewahren.
Schalensteine
als Kopfkissen,
weil aus ihnen
Geheimnisse sprechen
von Himmelstreppen.
Sich einladen lassen
von Fremden,
wer in die Fremde geraten,
ganz ohne Scham.
Und gastfreundlich sein
den Unbekannten,
weil sie dann freudig
Kenntnis gewähren.
Der Ratio ihren
ihr gebührenden Platz
zuweisen wieder,
aber nicht mehr.
Die Kunst des schönen Scheins
im Sein garantieren.
-
Siehe auch meinen Kommentar zu einem Haiku [...]

Posted:Freitag, November 28th, 2008 @ 11:58 in Allgemein, Theorie der Lyrik
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Gratulation

Heute wird  Claude Lévi-Strauss 100 Jahre alt.
Bei ihm fasziniert mich der Gedanke,
„dass das Denken der Angehörigen der vermeintlich „primitiven“ schriftlosen Kulturen demjenigen der Menschen in modernen Industriegesellschaften in kognitiver Hinsicht keineswegs unterlegen, sondern weitgehend lediglich auf andere Ziele gerichtet ist.“ ( Wikipedia)
„Nach Lévi-Strauss kann der Forscher durch Analyse der Mythen zu den grundlegenden Strukturen des [...]

Posted:Mittwoch, November 26th, 2008 @ 10:29 in Allgemein, Neue Maier-Lyrik
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Hunde, wollt ihr ewig spielen?

Sie wollen doch
nur spielen,
die Süßen,
sagten die Staatschefs.
Angst haben
muss man vor denen
nicht,
auch wenn sie bellen,
die global players.
Mindestens übersahen sie
(und übersehn es noch immer):
Diese Art Spielen
im weltweiten Kasino,
Spielen mit Wetten
auf Leben und Leiden,
Spielen mit den Nöten
und Sorgen von Millionen,
unreglementiert,
mit unglaublichen
Chancen auf Gewinn
(und keinesfalls geglaubte
Verluste),
kann, je höher die Einsätze,
desto mehr,
süchtig machen.
Aber wir kennen solche
warnenden Aufdrucke schon
von Zigarettenpackungen
und da [...]

Posted:Dienstag, November 25th, 2008 @ 4:43 in Allgemein
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Lyric Gallery

Mit meinem Gedicht “Erwartung” bin ich seit kurzem in Evelyne Weissenbachs Lyric Gallery vertreten.

Posted:Montag, November 24th, 2008 @ 2:03 in Neue Maier-Lyrik
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Schneeflächen

Würdeheischende Schneeflächen,
wortetragende,
Leere schaffend
immer wieder aufs Neue,
aber bereit
stets den Würdigen.
-
Kommentargedicht zu Paul Spingers “Worte im Schnee”. Ich finde jetzt schließlich, dass es auch alleine stehen kann.
-
Ein in den Kommentar dazu geschriebenes Gedicht von Hermann Josef Schmitz (von ihm freundlicherweise als ‘Variation’ zu meinem bezeichnet):
schneeflüsse trieben
ungehindert über ausfallstrassen
verschwanden im nichts
dehnten sich steinfelder
im verborgenen von flussniederungen
schlingerten ausgesetzte [...]

Posted:Sonntag, November 23rd, 2008 @ 3:35 in Aus älterem Archiv
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Fugato

Die Zeit flieht nicht
in Pfeilrichtung davon.
Sie wirbelt Zukunft
uns zurück
und stöbert das Vergangene
für neue Vorhaben uns auf.
Abwechslung erquickt;
denn sie ist Teil
des stets in neuen Tänzen
sich dreh’nden Lebens.

Posted:Samstag, November 22nd, 2008 @ 5:30 in Allgemein
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Hoffnung - Reprint vom 17.11.2007

Auf den Schneehügel hüpfen,
Hohes nach unten treten,
das Loch wieder füllen,
auf solidem Fundament
den Schneemann sich nach dem
Himmel recken lassen
mit erhobenen Steckenarmen
und in das Leben neu wandern
ohne Sorge,
dass der Schnee schmilzt.

Posted:Freitag, November 21st, 2008 @ 2:35 in Kunterbuntes
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Für schwäbische Herrenreiter:

ARBEITSLOS
REITA BLOSS

Posted:Donnerstag, November 20th, 2008 @ 10:45 in Neue Maier-Lyrik
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Arbeitslos

Ach, das:
Arbeitslos.
Ach, das
Arbeitslos.
Ach, arbeitslos
will keiner sein.
Ach das!
Ach, das
Arbeitslos
zu tragen,
ist auch schwer.
Aber man muss
das Arbeitslos tragen
oder das Arbeitslos-Sein.
Man muss,
man muss,
man muss.
Da stimmt doch was nicht.
Ohne Zwang,
ja, ohne Zwang
arbeiten zu können,
das wär’s doch!
Das geht nur!
Das geht nur
mit
be-
di-
ngungs-
lo-
sem
Grund-
ein-
kom-
men.
Das wär’s!
—–
Anagrammatische,
vielleicht auch dramatische
Alternative
für schwäbische Herrenreiter:
ARBEITSLOS
REITA BLOSS

Posted:Mittwoch, November 19th, 2008 @ 11:59 in Neue Maier-Lyrik
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Schbädherbschd

D’r kloine Kaschdaniabaum
an d’r Schdroßaeck
isch scho faschd kahl.
Bloß ondarom
hot’r an Kranz
von gäale Blädder,
zom Doil au scho
erdfarbig braun,
faschd v’rgammelt.
S’g’mahnd me halt
an mein Meggas
mit seim graue Kranz.
Ällas hot halt sei End.