Archiv fürJanuar, 2009

Posted:Sonntag, Januar 11th, 2009 @ 2:47 in Neue Maier-Lyrik
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Lehren aus der Etymologie für den Friedenswillen

Verzeihung versagen dem Schuldiger:
zweifache Verneinung von Dichten.
Sagen, was ist, zeigen,
wie sich’s verhält
- ein Verdikt ist ein Verdikt:
vere dictum: wahr gedichtet,
nicht: erdichtet, erfunden.
Vere!
Und doch nicht verdammen.
Die Hölle in den Bereich
der Fabel verweisen,
wenn die als lehrhafte Dichtung
nicht wirkt, sondern
aussondert und abschiebt
mindestens, eher
vernichtet.
Alles verstehen
heißt alles verzeihen.
Warum soll das nicht wahr sein?
Manchmal hilft‘s schon,
die Wunde verbinden.
Etymologische Verwandtschaften zu ‚zeihen‘ [...]

Posted:Freitag, Januar 9th, 2009 @ 4:16 in Neue Maier-Lyrik
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Immer ist Abschied

Immer ist Abschied
eine Option,
wie man so nachlässig sagt,
aber wünschen kann man
ihn selten
und unerwünscht
erwischt er uns
heftig und droht
niederzuschlagen
optionslos.
Kommentargedicht zu Elsa Riegers „wenn gestorben ist.“
-
Kommentargedicht von Hermann Josef Schmitz“ dazu:
das geäst
unterschiedlichster bewegungen
verzweigter fügungen
brennender sehnsüchte
leiser verirrungen
und
schmerzender zärtlichkeiten
eingehüllt
in geformtes holz
der tag
ein schneeblatt
unbeschrieben in der lichtarmen stunde
tränengrau die erinnerung
(c) Hermann Josef Schmitz

Posted:Freitag, Januar 9th, 2009 @ 3:33 in Neue Maier-Lyrik
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Unschuld des Schneetuchs

Unschuld des Schneetuchs
und Schuld des eisigen Winds
an dem Erfrieren.
Und doch sind sie Geschwister.
Sprechen sie sich vielleicht ab?
-
Kommentargedicht zu Utas Wintertag

Posted:Donnerstag, Januar 8th, 2009 @ 5:17 in Aus älterem Archiv
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Apologie des Frostes

Frostbeulen fürchte auch ich.
Und erfrieren darf keines.
Nicht ein einziger Mensch.
Aber den fruchtbaren Frost,
der keinen tötet,
willkommen heißen
will ich ihn doch:
Samen macht er bereit
zum Keimen.
Ach, der Frühling
gibt Recht erst
der Hoffnung.
Können wir sie
nicht denken
davor?
Reprint von „Apologie“ vom 14.11.2007, auch (und nur im letzten Teil des Textes) aus Anlass der gegenwärtigen Situation; damals nur von Petros kommentiert.

Posted:Donnerstag, Januar 8th, 2009 @ 3:32 in Allgemein
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Liebe Freundinnen und Freunde

Während Diplomaten in Kairo argumentieren geht das Blutvergiessen in Gaza weiter- Die Opferzahl ist bereits auf über 700 angestiegen, mehr als die Hälfte davon Zivilisten, und darunter über 100 Kinder. Israelische Panzer, Flugzeuge und Artillerie bombardierten dicht besiedelte Gebiete und trafen dabei auch mehrere UN-Schulen. Tausende wurden verletzt und 1,5 Millionen Menschen stecken in dieser [...]

Posted:Mittwoch, Januar 7th, 2009 @ 11:15 in Allgemein
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Entschuldigung: immer neue und fast nur noch DSL-Störungen

Also in letzter Zeit auch kaum Kommentare von meiner Seite möglich - und voraussichtlich auch noch nicht gleich wieder.

Posted:Dienstag, Januar 6th, 2009 @ 11:31 in Neue Maier-Lyrik
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Bekenntnis

Dessen bin ich
mir sicher:
einen Gott,
der dir befiehlt,
deinen Bruder,
deine Schwester
zu töten,
einen solchen Gott,
eine solche Göttin
gibt
es
nicht.
Dagegen ist
die Frage,
ob es
eine Göttin,
einen Gott
überhaupt
gibt,
zweitrangig.

Posted:Montag, Januar 5th, 2009 @ 4:57 in Allgemein, Neue Maier-Lyrik
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Ach, verzeiht mir!

Wie viel Krieg
hab ich schon ins Gebet
genommen
und nun plötzlich
bring ich kaum mehr
die Hände zusammen.
Gelähmt ist der Aufruhr
meiner Gefühle.
Ich find’s nur noch
zum Kotzen.
-
Das ist ein Kommentargedicht zu “Nimm den Frieden ins Gebet” von Petros.

Posted:Montag, Januar 5th, 2009 @ 11:27 in Allgemein, Neue Maier-Lyrik
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Kurze DSL-Störungspause, gut genutzt

Unsere Mitarbeiter sind gerade alle
im Gespräch. Bitte haben Sie etwas
Geduld. Dudeldidu, dudeldidu, dudel-
didu usw. Unsere Mitarbeiter sind gerade
alle im Gespräch. Bitte haben Sie etwas
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didu, dudeldidu usw. Unsere Mitarbeiter
sind gerade alle im Gespräch. Bitte haben
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arbeiter sind gerade alle im Gespräch.
Bitte haben Sie etwas Geduld. Dudeldidu,
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Posted:Sonntag, Januar 4th, 2009 @ 5:07 in Neue Maier-Lyrik
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Winterstarre

Schlangenarmig verzwirbelt,
adrig verzweigt,
rindenstarrend abgeschottet
nach außen:
Baumgeäst-Grafik.
Struktur dominiert
die Substanz,
während das Eis
vorherrscht,
kristallin
bis ins Kleinste.