Hoffnung und Trauer

Gespeichert unter: Neue Maier-Lyrik — 30. April 2009 @ 11:38

Du, Zeit der Hoffnung und der Trauer,
du gibst der Trauer Zeit, der Hoffnung Dauer.
Der Blick vom Grab zur Teck, der Schönen,
will doch mit Tod und Leid, mit dem Verlust versöhnen.

Die Felder grünen und die Frucht wird kommen.
Die Trauer weiß: Es wird gegeben und genommen.
Die Hoffnung spricht: Es wird genommen und gegeben.
Das Ziel ist nicht der Tod. Das Ziel ist: Leben.

Schmerz ist nicht ewig. Ewig nicht das Leid.
Wir sind noch eine Zeit lang ihm verfallen.
Es gibt noch Zukunft in der Freude Hallen.

Die Erde trägt ja doch ihr Hochzeitskleid.
Wenn wir gehalten sind, gefasst, getragen,
dann stellt auch Dankbarkeit sich ein statt Klagen.

9 Kommentare »

  1. ELsa:

    du leben

    so nehme ich dich
    denn mit augen
    haut, dem nagel-
    bett – zu sehen
    was ich werde –
    bis ich vergehe eines
    tages oder nachts

    Danke für dieses hervorragende Lesevergnügen!
    Lieben Gruß
    ELsa

  2. manacur:

    Hat es geregnet? War es kalt?
    Solche Gedanken am Grab lassen vermuten,
    dass die Sonne diesen Hoffnungsschimmer mit ausgelöst hat.
    LG
    Curt

  3. Quer:

    Helmut, mir gefällt dein schönes, hoffnungsvolles Trostgedicht! “Das Ziel ist: Leben.”
    Das ist zumindest der Ansatz für Trauernde.

    Mit liebem Gruss
    Brigitte

  4. Paul Spinger:

    Ein Sonett vom Allerfeinsten,
    Inhaltsschwer in seiner Art,
    Ausgetüftelt bis zum Kleinsten,
    Das auch Form und Würde wahrt.

  5. Helmut:

    In den Dank für die vorliegenden Kommentare (für manche in ganz besonderer Weise) schließe ich auch den für die kommenden gleich mit ein.

    Helmut

  6. ahora-giocanda:

    … Das Ziel ist nicht der Tod. Das Ziel ist: Leben…

    Das Leben ist nicht klein zu kriegen. Wie tröstlich.
    Gruß
    Barbara

  7. Helmut:

    Schön, das zu lesen, liebe Barbara.

    Liebe Grüße
    Helmut

  8. Margot Elisabeth:

    Lieber Helmut, deine Zeilen zu Trauer und Hoffnung sind eine so gute Begleitung auf dem Weg zur Hoffnung.Danke- Margot Elisabeth

  9. Helmut:

    Dass ich nicht bloß mir, sondern auch Dir mit diesen Zeilen gut getan habe, liebe Margot Elisabeth, freut mich ganz besonders.

    Ganz liebe Grüße
    Helmut

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