Beamten-Ethos*
Wer trägt die Verantwortung
eines Amtes?
Wem antwortet die Person?
Was trägt die verantwortliche Person?
Antworten kann man nur auf Fragen.
Fragen stellen sich und
man muss sie ertragen.
Aber nur Trächtige
bringen etwas hervor.
Gebären soll
der Verantwortung Tragende.
Ent-behrung
der von ihm Abhängigen
soll er vermeiden
nach Möglichkeit
und gerechtem Ermessen.
Dulden, ertragen können:
die Haltung
des Verantwortung Tragenden,
damit Dulden
nicht Erleiden heißt
bei den Abhängigen.
Alles hat
ein Ziel, ein Telos.
Das Telos des Beamten
ist nicht sein eigenes Ziel.
Oder er ist korrupt.
Dann ist er kein
geschickter Gesandter
des Volkes.
Er trägt
etwas davon,
ist ein Dieb.
Und das Volk
hat nichts davon
und trägt nur
die Lasten.
Wer aber Lasten trägt
für das Gemeinwohl,
erträgt die Weisungen
duldsam.
*orientiert an der Etymologie der Wörter:
- dulden (ahd. thulten, von thult=Geduld, dies von tholen – siehe lat. tollere/tolerare – siehe tolerieren – siehe gr. telos= Aufgabe, Ziel)
- gebären (ahd. bern: hervorbringen, erzeugen, mhd.: Frucht tragen, hervorbringen, gebären, von idg. bher: tragen, bringen, hochheben; siehe ‘empor‘=in bore= in die Höhe; siehe empören)
- Amt (ahd.ambahti/ambath von kelt. ambaktos=Herumgesandter; siehe lat: agere/actus; siehe aktiv)
Übrigens: Auch Regierungsmitglieder sind Beamte!
6 Kommentare »
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Oktober 9th, 2009 @ 7:14
Sprachgewaltig aber ohne Gewalt anzutun.
Schlüssig und der Einsicht Tür öffnend.
Gruß
Petros
Oktober 9th, 2009 @ 11:01
Danke sehr für die anerkennenden Worte, lieber Petros.
Mein Text ist aber schon als menetekel zu betrachten.
Liebe Grüße
Helmut
Oktober 9th, 2009 @ 13:04
Ich glaube, Helmut, das auch so verstanden zu haben. Meine Rückmeldung galt mehr der Art und Weise deiner “Wa(h)rnung.
Gruß
Petros
Oktober 9th, 2009 @ 13:24
Hoffentlich (er)schlagen die aus der Etymologie herausgefilterten Wahrheiten nicht doch die eine oder den anderen
Oktober 12th, 2009 @ 20:41
spannende Wort”spiele” um ein ernstes Thema
*Daumenhoch*
lieben Gruß
Uta
Oktober 13th, 2009 @ 11:30
Dankeschön, liebe Uta,
Solche “Spiele” eröffnet die Etymologie, die mir ein wichtiger Zugang zum Verstehen unserer Sprache ist.
Liebe Gruesse
Helmut