Archiv fürJuni, 2010

Posted:Montag, Juni 28th, 2010 @ 5:46 in Neue Maier-Lyrik
6 Kommentare »

Verwirrung

Die Mittsommernacht
ist keine Nacht.
Es ist dann taghell.
Und s’ist nicht nur ein Tag,
wie man’s nennen wohl mag.
Achtundvierzig Stunden sind’s, gell?
Das aber nur an dem Punkt
(da hat es gefunkt),
an der einzigen Stell:
Wo der Polarkreis geschnitten
und im Jahr in der Mitten,
da ist’s so lang hell,
weil den Horizont dann die Sonne
nur grade berührt voller Wonne
in der Mitte der ‚Nacht’ [...]

Posted:Sonntag, Juni 27th, 2010 @ 12:06 in Neue Maier-Lyrik
6 Kommentare »

Vor dem Erleben der Mitternachtssonne

Ganz gelbe Veilchen
in der Hochgebirgslandschaft
ganz nahe am Meer

Posted:Freitag, Juni 25th, 2010 @ 7:59 in Neue Maier-Lyrik
13 Kommentare »

Mittsommer

Im Reich der Trolle
reichlich Träume trinken.
Ich seh‘ die Sonne nicht
am Horizont versinken.
Die Träume ohne Nacht erleben,
sich doch dem Nebelwunder
ganz ergeben.
Die Tränenströme, die da
von den Bergen rinnen,
eröffnen Freudenspuren
ganz nach innen.
Die Trolle schweigen,
lassen mich erschauern.
Das Glück jedoch,
es soll noch eine Weile dauern.
Empfangsbereit ist das Gemüt.
Johannisfeuer glüht.

Posted:Montag, Juni 21st, 2010 @ 7:58 in Neue Maier-Lyrik
10 Kommentare »

Staunen

Schlüsselblumenpracht
noch in der Mittsommerzeit
überm Polarkreis

Posted:Sonntag, Juni 20th, 2010 @ 3:18 in Neue Maier-Lyrik
7 Kommentare »

Wal, Whale, Hval

Wallfahrt zur Wahlfahrt
bei Andenes auf den Vesterålen
Buckelwale und Pottwale zu sichten
am nahen Kontinentalhang
mit 90% Sicherheit
Finnen auftauchen sehen
oder die Fluke
beim Abschied des Pottwals
als Abschiedsgeste
noch hoch aufragend
vor dem Verschwinden
in die Tiefen des Meeres
zu sehen eines Tieres
von 100 Tonnen
Was bin ich Schwergewicht da
mit meinen wenig mehr
als 80 Kilo?

Posted:Freitag, Juni 18th, 2010 @ 4:11 in Neue Maier-Lyrik
11 Kommentare »

Sommerüberraschung

Då neiilich,
wo m’r grad Oslo v’rlassa hent
Richtong Norda,
hent m’r ons gsait:
Ha no, m’r fahrat halt heiit,
bis dong’l wird.
Då sent m’r am End
am Nordkap
g’landet.

Posted:Mittwoch, Juni 16th, 2010 @ 11:01 in Neue Maier-Lyrik
9 Kommentare »

Turmbau

Rechts an dem Felsenmassiv:
abgegraben, -gestochen, -gehauen
Platz für die Landstraße.
Schroffe Flanke,
glatt wirkende Rauheit der Flächen.
Links in dem Felsenmassiv:
herausgesprengt mit gewaltigen Kräften
Platz für die ganze Breite
einer Autobahn.
Schroffe Felsmauer
neben dem Seitenstreifen,
hoch aufragend.
Der Torso, übriggeblieben,
turmhaft,
steht verloren
zwischen den Schneisen.

Posted:Samstag, Juni 12th, 2010 @ 1:36 in Allgemein, Neue Maier-Lyrik
8 Kommentare »

“Schweigen für den Frieden”*

Wichtig ist, dass wir hienieden
Mahnwachen halten für den Frieden:
Dass ein echter Friede werde:
“Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Erde”**
*Ich erinnere auch an frühere Texte zum Thema: http://www.maierlyrik.de/blog/index.php?s=Schweigen
**Dies ist’s wofür wir “schweigen” - in der Formulierung, die sich an das Motto des ‘Konziliaren Prozesses‘: “Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung” anlehnt - bewusst schon damals bei der [...]

Posted:Mittwoch, Juni 9th, 2010 @ 11:05 in Neue Maier-Lyrik
12 Kommentare »

Freiheit

Immer wieder ankommen
in den Vorhöfen des Tempelbezirks,
am Freiheitsbrunnen
sich die Füße waschen
und die Handgelenke
und träumen von Manna
und schwirrenden Entenbraten
aus Himmelsgefilden.
Und die einen erfahren
Erfüllung. Den andern
bleibt nur, was die Freiheit
einem jeden verheißt:
das Träumen
- solange die Freiheit
die Wohlhabenden
nicht verpflichtet
zu irgendetwas
außer der Verteidigung
ihrer Privilegien.
Paul Spinger hat mir zu diesem Gedicht ein bemerkenswertes Kommentargedicht geschickt:
Wir wissen wohl mit dem Verstand,
Es [...]

Posted:Samstag, Juni 5th, 2010 @ 11:05 in Aus älterem Archiv
16 Kommentare »

Gebetsfahne im Wind

Aus Urzeiten heraus,
in Urzeiten hinein,
im Gleichgewicht
Atmen der Tiere und Pflanzen,
im Tanz der Mikroben und
der Kristalle.
Nano-Leben erblüht
in der Stadt-Architektur
und in den Tropfsteinhöhlen.
Ruinen erleben das Leben.
Erinnern, eräußern,
gerinnen und lösen,
aus sich heraus gehen,
sich äußern,
schöpferisch sterben
und leben,
außer sich sein.
Im Atmen sich äußern
und innern,
im Verschlingen und Schaffen
überleben.
Den Vertrag
werd ich gewahr.
Meinen Forderungen
kommt er entgegen.
Ich vertrau ihm.