Das verkrüppelte Birkchen*

Gespeichert unter: Gastlyrik, Janka-Sammlung, Neue Maier-Lyrik — 9. Dezember 2011 @ 14:03

Nur wenig herausgewachsen
aus dem Schotter neben den Gleisen,
bald aber ganz abgewendet vom Fahrtwind,

aufgerichtet gen Himmel wachsend dann
ein Weilchen und doch schließlich geköpft.

*ein Janka: http://www.maierlyrik.de/blog/der-janka/

Das Kommentargedicht von Bruni ( http://www.wortbehagen.de/index.php ) will ich Euch nicht vorenthalten; es muss natürlich ins Offene:

ein Birkensprößling,

wild gewachsen,
unerwünscht
doch kaum beachtet
weil verwachsen
scheel betrachtet

platt gewalzt
und abgeholzt

endlich Ordnung
nix mehr stört

Birkensprößling
war verkrüppelt,
heißt verkehrt

Reste einfach
weggekehrt

9 Kommentare »

  1. ahora:

    Der Sinn hinter Deinen Worten spricht mich stark an.
    Wir werden immer dünnhäutiger und das ist gut so.

    Im Keim die Kraft des starken Baums,
    von widrigen Winden verbogen,
    geköpft, da auf falschem Platz gelandet.

    Lieber Helmut, unter “Orientierunglos” habe ich in “resonare” auch Dein Antwortgedicht (vom Mai 2011) mit eingestellt. Ich danke Dir noch einmal für das gelungene Gedicht.
    Der Text ist aktueller denn je.
    Liebe Grüße
    Barbara

  2. Anna-Lena:

    So wird das Natürliche immer wieder rücksichtslos beseitigt. Deine große Enttäuschung spricht aus all deinen Beiträgen, lieber Helmut und ich kann das gut verstehen.

    Liebe Grüße
    Anna-Lena

  3. Helmut:

    Liebe Barbara,

    Vielen Dank für Dein Mitgefühl - und auch für den Siebenundzwanziger.
    Schön, dass ich Dein resonare-Blog bereichern durfte.

    Herzliche Grüße
    Helmut

  4. Helmut:

    Es ist natürlich nicht nur Enttäuschung, die ich hinter meinen Worten verberge, liebe Anna-Lena - es ist auch der Ausdruck dessen, wie sehr ich mich in meiner Meinung verfestige, dass sich die Verhältnisse ändern müssen!

    Liebe Grüße
    Helmut

  5. rosadora:

    und wie die sich ändern müssen, lieber helmut.
    das birklein , das nicht wachsen wird, im falle….
    mir wächst eine birke ins fenster hinein und verstellt mir den blick… was nun?
    rosadora

  6. Helmut:

    Da musst Du bestimmt Deine eigene Lösung finden, liebe Rosadora. Aber nimm nicht die erstbeste …

    Liebe Grüße
    Helmut

  7. bruni kantz:

    ein Birkensprößling,

    wild gewachsen,
    unerwünscht
    doch kaum beachtet
    weil verwachsen
    scheel betrachtet

    platt gewalzt
    und abgeholzt

    endlich Ordnung
    nix mehr stört

    Birkensprößling
    war verkrüppelt,
    heißt verkehrt

    Reste einfach
    weggekehrt

    Vielen Dank für die tolle Anregung zum Denken, lieber Helmut
    Lieber Gruß von Bruni

  8. ELsa:

    In der Tat, die Verhältnisse müssen sich ändern. Von allein tun sie es jedoch nicht.

    Liebe Helmut, du bist ein Kämpfer, das bewundere ich wirklich sehr!

    Und das Birkchen tut mir so leid….

    Liebe Grüße
    ELsa

  9. Helmut:

    @Bruni: Danke für das Kommentargedicht. Das muss natürlich ins Offene!

    @ELsa: Das Birkchen - obwohl es das wirklich so gibt - ist im Gedicht eher eine Metapher. Aber das hast Du dir sicher schon gedacht!

    Ich danke Euch
    Helmut

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. TrackBack URI

Einen Kommentar schreiben

Zeilen- und Absatzumbrüche werden automatisch eingefügt. Ihre E-Mail wird nicht angezeigt. Erlaubtes HTML: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>