Wechsel-Bäder

Gespeichert unter: Bekenntnisse, Neue Maier-Lyrik — 30. Dezember 2011 @ 13:15

Was ist wohl anders in 2012
als im vergehenden 2011?
In beiden Jahren werde ich
gekämpft haben.
Gegen den Krieg
in Afghanistan.
Gegen die Kriege
der Zukunft.
Vergebens
sind nur
die ungekämpften
Kämpfe.
Gegen Stuttgart 21,
das nur Murks gebiert.
Gegen die Dummheit
der Betrogenen.
Gegen die Cleverness
der Betrüger.
Dagegen
kämpfe ich.
Ich bemühe mich,
nicht kämpfend
zu kämpfen.
Friedferigkeit
verlangt man von mir,
meinem Zorn
und meinem Wissen,
das ich für besser halte
als das der Betrogenen.
Nicht wird es aufhören,
das Wissen um die Verrücktheit
der Atomwaffen überall
in der Welt, auch
in Deutschland, das Wissen
um die Umweltzerstörung
durch Ohnmachtsglaube
der Schänder.
Schande ist es,
dass Menschen Hungers sterben,
während wir uns laben
an unserem Überfluss,
dem Überflüssigen,
dessen Geldströme uns
überströmen und drohen
uns zu überschwemmen
wie auch die Waffenströme,
mit denen wir wirtschaftsstarken
Nationen unsere Geldinseln schaffen,
auf denen wir ausgesetzt sind
auf Inseln im Ozean des Unrechts,
des gar nicht pazifizierten,
im Ozean der Lieblosigkeit
mit den Verteidigungsmauern
gegen die Armut, im freien Austausch
der Waren, aber nicht der Menschen.
2012 wird da keine Ausnahme sein,
fürchte ich und wollte so gerne
einen Neuanfang und wollte
Ja dazu sagen und glauben
an die Demokratie.

Ach, wie kann ich guten Gewissens
ein gutes neues Jahr euch wünschen,
wenn ich selber nicht daran glaube,
nur bereit bin,
mich dafür einzusetzen
trotz aller Verzweiflung?

15 Kommentare »

  1. ahora:

    rolling stone

    ungeschickt
    angekickt
    wie er rollt!
    ungewollt

    irgendwann
    liegt er dann
    sogottwill
    wieder still

    Konsequent in seiner Mitte bleiben ist die Devise - auch im nächsten Jahr.
    Das kleine Umfeld, in dem wir leben profitiert davon.

    Doch gleichzeitig denke ich auch - hoffentlich werden nicht zu viele Steine ins Rollen gebracht, genau wie Du.

    Herzlich
    Barbara

    by Barbara mit herzlichen Grüßen

  2. Quer:

    Man kann immer noch hoffen,
    es bleibt vieles noch offen!
    Ich wünsche dir viel Schönes
    und, trotz allem Kummer, Erfreuliches fürs 2012, lieber Helmut!
    Herzlich, Brigitte

  3. Helmut:

    Ich danke Euch fürs Mutmachen, Barbara und Brigitte.

    Herzlichen Gruß
    Helmut

  4. Moni:

    … solange Du bereit bist, dieses WISSEN weiter zu verbreiten (wie hier in deinem Blog) und Dich dafür “friedfertig kämpfend” auch einzusetzen wie seither, habe z.B. ich schon die Hoffnung, dass es einen NEUANFANG geben kann …

    In diesem Sinne wünsche ich dir/Euch einen guten Jahreswechsel und für 2012, dass es besser wird.

    Liebe Grüße
    Moni

  5. syntaxia:

    Ohne Illusionen werde auch ich ins neue Jahr gehen, lieber Helmut!
    Möge es dir viel Gesundheit und eine gute Portion an glücklichen Momenten bringen!

    ..wünscht dir Monika

  6. Helmut:

    Auch Euch einen guten Jahreswechsel und viel Gutes für 2012, Moni und Monika.

    Herzliche Grüße
    Helmut

  7. Herr Kah:

    ‘Schöne’ und verständliche Wechsel-Bäder. Aber man sollte wegen des Ganges der Geschichte nicht verzweifeln. Sie hat es nicht verdient. Und ihren Opfern bringt es auch nichts.

    So wünsche ich Dir denn einen guten Rutsch und viel Freude in 2012! :-)

  8. Helmut:

    Vielen Dank für Deinen Wunsch, lieber Matthias. Ich erwidere ihn gerne. Den Rat kann ich nur bedingt annehmen. Gewiss, verzweifeln nicht, aber Verzweiflung muss man ernst nehmen, vor allem der Opfer.

    Liebe Grüße
    Helmut

  9. Margot Elisabeth:

    Menschen, die die Kraft zum Kämpfen für das Leben haben,für all die vielen Ungerechtigkeiten, die Du ansprichst, halten die Hoffnung am Leben. Du nährst meine Hoffnung,doch sie ist manchesmal nur ein glimmender Docht.Der Blick aus der Perspektive der Opfer ist unvorstellbar, schlimm…
    Dennoch….Ic wünsche Dir, daß Du “zurechtkommst”
    Elisabeth

  10. Helmut:

    Ja, liebe Elisabeth, “die Hoffnung am Leben” zu “halten” - bei mir und bei andern, so schwer es fällt, das ist der Grundtenor meiner Zeilen.

    Wir müssen zurechtkommen, wenn wir uns nicht aufgeben wollen. Liebe Grüße
    Helmut

  11. Jeanne:

    Sehr schönes und starkes Gedicht! Keine Illusion aber doch Einsatz und “Kampf”. Keine Lüge aber genaues Wissen und Verwantwortlichkeit. Vielen Dank für Ihre weise Sicht der Dinge!

  12. Petros:

    Wie schon bei FB geschrieben: Stark und bewegend.
    Gruß
    Petros

  13. Helmut:

    Vielen Dank, lieber Petros.

    Herzlich
    Helmut

  14. Helmut:

    Merci bien, Jeanne.

    Helmut

  15. bruni kantz:

    der einzige Kampf, den ich gelten lasse, ist der Kampf ohne Waffen, ohne Gewalt, mit Wissen u.Gewissen u. dem unbändigen Willn, verändern zu wollen was falsch ist, mit der gesamten Kraft, die unserem Geist zur Verfügung steht. LG von Bruni

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