Gibt es ein Paradies?

Gespeichert unter: Neue Maier-Lyrik — 12. Oktober 2013 @ 13:42

Gibt es ein Paradies
in der Hölle?
Mit wogenden Wellen
am weißen Strand
unter blauem Himmel,
Sonnenschirmchen
in den Sand gesteckt,
Fahrradstraße
zwischen Hotel und Beach.

„Swimming prohibited“
zwischen den tosenden Wellen
des Meeres,
in das sie die Auserwählten
treiben wollten. Wen?
Die Vertriebene waren
aus dem feindlichen Europa,
vor dem Holocaust Geflüchtete.
Und die es hier vertreten
gegenüber dem Orient,
feindlich oder doch
unverständig ihm gegenüber,
was dessen seltsame
Lebensart angeht derer,
die gleiche Rechte erwarten,
die man dem Feind doch
nicht zu geben bereit ist
oder vermag.

Wer mich angreift,
wer will’s mir verdenken,
dass ich mich wehre
und das doch deutlich,
um ihm zu zeigen:
Schlimmeres kann er von mir
erwarten, als was er mir antut.
Was aber Schlimmeres
wieder der Feind dann
im Schild führt gegen mich?
Wo soll das enden?

10 Kommentare »

  1. Bea:

    das kann ich so gut nachempfinden, Helmut. Gut in Worte eingefangen. Es scheint im Moment nur eine Eskalationspolitik stattzufinden, egal wo man hinschaut.

  2. Helmut:

    Danke, liebe Bea! Abver wir dürfen das nicht einfach hinnehmen!

    Liebe Grüße
    Helmut

  3. syntaxia:

    Eine Spirale, die sich immer höher schraubt!
    Darüber nachzudenken bereitete mir Angst!

    ..grüßt dich Monika

  4. Helmut:

    Die Angst wird reduziert durchs Nachdenken darüber, wie die Spirale beendet werden könnte - und muss!

    Liebe Grüße
    Helmut

  5. Rachel:

    Erst macht es sprachlos, man schaut entsetzt, dass Solches noch im 21. Jahrhundert Raum nimmt. Und dann setzt das Denken ein: Wo beginne ich, dagegen anzugehen? Wo fange ich an? Wen will ich erreichen?

    Lieber Helmut,
    du rüttelst am Denken, DANKE!

    LG, Edith

  6. Bernd Pol:

    Es ist das “nicht nachlassen”, das einem beim Lesen immer neu in den Sinn kommt. Und vor allem: Der Eskalationspolitik und ihren Schreiberlingen immer wieder neu in den Arm fallen.

    Dann aber wieder: Man fühlt sich wie Sysiphos. Wer, zum Beispiel, hat bloß all den kontraproduktiven Blödsinn hier zusammengewählt? Und warum? Und: Warum nur verfängt kriegstreiberrische Demagogie gerade bei Intellektuellen (und das nicht nur hier in Deutschland)?

    Aber es geht anders. Auf lange Sicht kann es gar nicht anders, als anders zu gehen. Einfach nur: Nicht nachlassen!

  7. bruni8wortbehagen:

    es endet doch nie, lieber Helmut.
    Ich meine nun nicht diesen jetztzeitigen Konflikt, ich meine diese Kriege von Anbeginn an.
    Endete es mal, begann es gleich wieder.
    Natürlich muß darüber nachgedacht werden, wie es weitergehen kann, weitergehen soll. Diese Feindschaft wird wohl auch sehr geschürt.

    Wäre dort Frieden, hätte es eine gigsntische Vorbildfunktion

    LG von Bruni

  8. Helmut:

    @Edith: Ich freue mich ungemein, wenn das Denken wirklich angeregt wird durch meinen Text!

    @Bernd: Wenn der Durchhaltewillen gestärkt wird, freut mich das sehr!

    @Bruni: Du hast das völlig richtig gesehen, finde ich: So sehr anders als in Israel/Palästina ist es gar nicht als überall in der Welt.

    Ich danke Euch sehr herzlich für Euer Kommentieren
    und grüße Euch innig.
    Helmut

  9. Anna-Lena:

    Ich habe langsam alle Illusionen verloren, dass es in diesem Konfliktgebiet jemals Ruhe geben wird. Zu tief sind die Gräben, nach jahrzehntlangen Kriegsszenarien.
    Kinderwachsen auf beiden Seiten auf, werden als Kindersoldaten missbraucht und so wie unsere Kinder hin und wieder Märchen von ihren Großeltern oder Eltern hören, hören sie von Krieg, Macht, Flucht, Trauer und Tod.
    Auf welchem Acker wollen wir säen?

  10. Helmut:

    Da muss so vieles reformiert werden, vor allem im Denken. Dann kann ich mir gangbare Wege durchaus vorstellen, liebe Anna-Lena.

    Herzliche Grüße
    Helmut

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