Archiv fürNovember, 2014

Posted:Samstag, November 29th, 2014 @ 5:48 in Theorie der Lyrik
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Versuch einer (teilweisen) Selbstrezension

Im Kommentar zu dem Beitrag “Spätherbst”* hat mir Monika Meise eine schwierige Aufgabe zum Text gestellt - mit der Frage: Was bedeutet (hier) “hexenmäßig”? Ich habe darauf folgendermaßen geantwortet:
Ich meine, manches ergibt sich aus dem Text:
Zerzupft ist die Hexenmütze, keck lugt sie hervor - und das hinter dem
Pfarrhausdach, gewärtig des hässlichen Erbes der Kirche(n), das [...]

Posted:Freitag, November 28th, 2014 @ 5:27 in Deutsche Dreizeiler, Neue Maier-Lyrik
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Defizit*

So viele Fragen sind noch da.
Auf Antworten muss ich verzichten.
Bin ich noch nicht bereit für das Erkennen?
*ein Achtundzwanziger
(Wer’s noch nicht weiß, was ich einen
“Achtundzwanziger” nenne, kann es hier erfahren:
http://www.maierlyrik.de/blog/der-dreizeiler-mit-dem-namen-achtundzwanziger/)

Posted:Dienstag, November 25th, 2014 @ 12:23 in Janka-Sammlung, Neue Maier-Lyrik
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Spätherbst*

Ginkgo im gelben Festtagskleid.
Drüber nacktes Geäst am Himmel.
Hinter dem Pfarrhausdach lugt keck was hervor:
Zerzupfter Zipfelmütze gleich
hexenmäßig das Dauergrün.
*ein Janka

Posted:Samstag, November 22nd, 2014 @ 2:30 in Allgemein, Neue Maier-Lyrik
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Verdummung

Was verdunkelt die Wolke,
welche die Großen verklärt?
Das Verblassen der Wahrheit
lässt glänzen und blendet.
Geheimes, das uns bedrängt,
verschwindet im Wohlgefühl,
alles sei gut.
Der Nimbus ersetzt
weitgehend die Aura.
Der Wind, den sie uns
in Wahlkämpfen
um die Ohren blasen,
vertreibt wohl
den Lufthauch
der Anständigkeit.
Lasst euch nicht blenden.
Vertraut auf das Leichte,
nicht auf das Schwergewicht
angeblich ewig gültiger Dogmen.
Euren eignen Verstand
lasset walten.
Vernunft aber ist flüchtig,
lässt an [...]

Posted:Freitag, November 21st, 2014 @ 12:29 in Neue Maier-Lyrik
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Warum?

Warum kommen so viele Menschen
gerne zu uns in die Mitte
Europas?
Warum wären manche
ganz gerne
genauso wie wir?
Weil wir so gut sind?
Weil wir vorbildlich sind?
Weil wir etwa
solidarisch sind mit ihnen?
Oder weil
es uns gut geht,
weil wir uns durchzusetzen vermögen,
koste es Menschenleben
überall auf der Welt,
wie viele auch immer?
Wer wollte auch nicht
etwas abhaben
von der Beute,
die wir so ungeniert machen.
Ach ja,
höre ich [...]

Posted:Mittwoch, November 19th, 2014 @ 1:40 in Kunterbuntes, Neue Maier-Lyrik
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Liebeskummer eines Altertumsforschers*

Ich führte sie wie an der Leine
quer durch Hannover an der Leine.
Doch in Paris dann an der Seine
- ach, wie ich mich doch nach ihr sehne -
da nannte Paris sie die Seine.
*Limerickartig

Posted:Montag, November 17th, 2014 @ 3:21 in Deutsche Dreizeiler, Neue Maier-Lyrik
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Zeichen der Erderwärmung?*

Der Herbst zeigt heuer
seine gelbe Periode
spät im November.
*Haikuartig

Posted:Donnerstag, November 13th, 2014 @ 12:15 in Deutsche Dreizeiler, Neue Maier-Lyrik
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Herbstdekor*

Auf dem nebelnassen Asphalt
bunte Herbstblätter wie hingeklebt.
Die gelben Ginkgoblätter leuchten heraus.
*ein Achtundzwanziger

Posted:Mittwoch, November 12th, 2014 @ 5:13 in Allgemein
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Philae offenbar auf dem “Boten der Vergangenheit” gelandet

… und nicht wie beim Chiemgau-Meteoriten in der Keltenzeit ein schrecklicher “Bote der Vergangenheit” auf der Erde.
(Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Philae_%28Sonde%29

Posted:Mittwoch, November 12th, 2014 @ 1:29 in Neue Maier-Lyrik
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Von der Mär der Beendigung

Der Widerstreit bunter Blätter
und der Blütenpracht frischen Beginns,
zwischen Lebensfülle
und Erfüllungszeichen
abgeschlossenen Wachstums,
wie hadern doch Gedankensplitter
inneren Wahrnehmens miteinander
im Unentschieden der Sichtweisen.
Wie rasch sind wir geneigt
Wertungen aufzustellen,
diese irreführenden Wegweiser.
Wäre der Herbst keine Jahreszeit,
ließe er uns erzittern
im Angesicht kommenden Frosts
und verzweifeln.