Im Bann des dunklen Zeitalters

Gespeichert unter: Neue Maier-Lyrik — 18. März 2016 @ 16:19

Schimärenzüchter:
Geflissentlich überzeugen sie
mit Höllengetöse.
Das brauchen sie
als Unterwelt-Diener.
Besessene sind sie,
verpflichtet der Angst
vor dem Vergehen ins Nichts.

Bleiben wir hängen
auf leimbeschmierten Straßen
ins Hoffnungsvolle?
Glauben wir, dass es das gibt:
löwenhafte Gesinnung,
verbunden mit zickigem Getue
in gespaltener Rede?
Lassen wir uns einschüchtern
durch pseudoreligiöses Gehabe?
Schwer wiegt die Sorge
um Verlust an Erfolg,
um Strafe für nicht gewagte Versprechen.

Ach, ein Paradies
können wir niemals bieten,
aber Redlichkeit bleibe die Richtschnur
beharrlich,
auch wenn die Erben des Typhongeschlechts
verwirrende Sprachen erfinden
und Muster.
Auch wenn in Echidnas Manier
schöne Augen zu machen
sie sich mühen.
Ohne Beharrlichkeit können vor ihnen
wir uns nicht retten.

7 Kommentare »

  1. bmh:

    Auch die Philosophie hilft da oft nicht weiter…

    … seinen eigenen Weg gehen und schauen, was daraus entsteht …

    Die Konditionierungen anschauen und manches über Bord werfen… ohne Mut geht es nicht.
    ***
    Ohne Beharrlichkeit können vor ihnen<ich meine die Konditionierungen wir uns nicht retten

    Liebe Grüße
    Barbara

  2. Helmut:

    Es geht zunächst darum redlich zu denken. Hannah Arendt ging davon aus, dass es die Unfähigkeit des eigenen Denkens war, die Eichmann zum willfährigen Täter des Nationalsozialismus machte, ohne dass er irgendwelche Skrupel zu übertönen hatte. Vielleicht hilft die Philosophie doch dazu, die eigenen Konditionierungen überprüfen zu können.

    Danke für Deine Gedanken, liebe Barbara,
    und herzliche Grüße
    Helmut

  3. Anna-Lena:

    Ist die Redlichkeit nicht auch von der eigenen Lebenssituation abhängig? Ich denke, je geerdeter ein Mensch ist, desto eher kann er aus dieser Festigkeit heraus denken und handeln.

    Nachdenkliche Grüße in den Sonntag,
    Anna-Lena

  4. Helmut:

    Ich bin bei meinen Recherchen auch auf Arno Gruen gestoßen, der letztes Jahr im Oktober im Alter von 92 Jahren gestorben ist. Er ist zu der Erkenntnis gekommen, dass wir das eigene Selbst nicht wirklich entwickeln und keine wirkliche Verantwortung für uns selbst entwickeln können, wenn wir vorwiegend zum Gehorsam erzogen worden sind. Eine andere Erziehung genossen zu haben, ist vielleicht das, was Du, liebe Anna-Lena, mit Festigkeit meinst.

    Danke, auch für die Grüße zu diesem besonderen Sonntag,
    und herzliche Grüße retour
    Helmut

  5. Moni:

    Ich denke auch, dass eine Erziehung zu striktem Gehorsam die Fähigkeit zum Hinterfragen, zum Überlegen und eigenständig Denken sehr wohl blockiert. Andererseits wundere ich mich, ja erschrecke ich darüber, wie viele Menschen (auch heute) nicht zur Reflektion fähig sind…

    Liebe Grüße
    Moni

  6. Anna-Lena:

    Ich bin sehr streng zum Gehorsam erzogen worden, zuhause wie im Internat (Klosterschule) . Doch die eigene Erziehung hinterfragt man doch auch mal. Und je älter man wird, desto mehr wirft man das Eine oder Andere, das einengt, über Bord.
    Deshalb glaube ich schon daran, dass wir unser eigenes Selbst auch später noch formen und festigen können.
    Entwicklungsverzögert eben :-) .

    Liebe Grüße zu dir,
    Anna-Lena

  7. Helmut:

    Ich gebe Dir vollkommen Recht!
    Es gibt ja auch Selbsterziehung, nicht wahr, liebe Anna-Lena? Aber die gelingt nicht allzuvielen Leuten.

    Herzliche Grüße
    Helmut

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