Frieden machen?

Gespeichert unter: Bekenntnisse, Neue Maier-Lyrik — 10. Dezember 2017 @ 23:00

Wir dürfen keinen Frieden machen,
keinerlei Frieden
mit dem Unfrieden.

Krieg ist Unfrieden.
Aber nicht nur der Krieg,
auch Unterdrückung,
auch Ungerechtigkeit,
auch die Zerstörung der Lebenswelt
vieler Menschen
oder sogar aller.
Auch die unfriedliche Bekämpfung
des Krieges
ist Krieg,
ist Unfrieden pur.

Aber wir dürfen Unfrieden nicht dulden,
schon gar nicht in Kauf nehmen,
schon gar nicht befördern,
schon gar nicht bewirken,
schon gar nicht anstreben.

Frieden soll sein,
der dem Unfrieden den Boden entzieht,
der uns stark macht
gegen die Verheißungen
des Unfriedens,
gegen die Verharmlosung
des Unfriedens,
gegen die Eliminierung
des Bewusstseins,
dass Unfrieden gefährlicher ist
sogar noch
als romantische Kriegsgelüste,
weil es doch
immer schon Kriege gegeben habe
und die Ungleichheit
des Lebensrechts
von Menschen
unterschiedlicher Völker
und Klassen
und den Mangel an
Verantwortung und Güte
gegenüber allen Menschen in Not.

So dumm können wir
ernsthaft nicht sein,
dass wir nicht erkennen, wohin
die Herrschaft der Menschen
über andere Menschen,
die Herrschaft über die Natur,
die Herrschaft über die Logik
uns schließlich führt,
führen muss.

Bestimmt nicht
zum Frieden
und bestimmt nicht
zum Verschwinden
des Unfriedens
und niemals
zum Glück;
aber ganz sicher
am Ende
zum Ende der Menschheit.

9 Kommentare »

  1. Regina Weber:

    Ein großartiger Appell, den zu lesen, zu beherzigen gerade in Zeiten wie diesen so wichtig ist.

  2. Rachel:

    Lieber Helmut,
    ich kenne ein Sprichwort dazu: Friede ernährt, Unfriede verzehrt.
    Deine Worte sollten auf ein Banner und weithin im Wind der Welt wehen.

    Dir eine gute neue Woche im Advent.

    herzlichst, Edith

  3. Helmut:

    Regina und Edith, ich bin ja so glücklich über Eure Antworten! Danke, vielmals danke!

    Herzliche Grüße
    Helmut

  4. Quer:

    Der Friede wird immer mehr zur Utopie - leider.
    Tun wir in unserem Umfeld, was uns möglich ist!
    Einen lieben Adventsgruss,
    Brigitte

  5. Helmut:

    Liebe Brigitte,

    Ja, das geht alle an, ob im Privaten oder im Politischen.

    Danke und liebe Grüße
    Helmut

  6. Anna-Lena:

    Starke und so wahre Worte, lieber Helmut.
    Es gibt da ein paar, die gar nicht zu wissen scheinen, was Frieden bedeutet!
    Scheinbar holen sie nun eine verpasste Spielphase aus ihrer Kindheit nach und stürzen uns möglicherweise alle ins Unglück!

    Es lebe der Frieden und alle, die sich wirklich für ihn einsetzen!

    Liebe Grüße in den Freitag,
    Anna-Lena

  7. Helmut:

    Ich freue mich sehr über Deine Zustimmung, liebe Anna-Lena. Ich muss allerdings glauben, dass ganz viele Menschen die Kriegsgefahr dadurch heraufbeschwören, dass sie sich nicht von dem alten Bild trennen können, dass es gilt, die eigene Sicht der Dinge mit allen - wie sie glauben: - erlaubten Mitteln durchzusetzen (und das in der völligen Überzeugung, dass sie im Recht sind).

    Danke vielmals und ganz liebe Grüße
    Helmut .

  8. litteratte:

    Ich wünsche Dir ein friedvolles Weihnachtsfest und uns allen ein gutes neues Jahr, indem wir hoffentlich wieder öfter voneinander hören

    Liebe Grüße
    Susi

  9. Helmut:

    Liebe Susi,

    Es ist so schön, wieder mal von Dir zu hören. Weihnachten ist übrigens immer wieder ein Fest des allgemeinen Gefühls, dass Frieden auf der Erde selbstverständlich sein müsste. Dabei sieht die politische Realität leider ganz anders aus. Wir wissen aber auch, dass der Wunsch nach Frieden nie ausgestorben ist. Knüpfen wir daran an!

    Ganz liebe Grüße
    Helmut

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