Archiv fürJanuar, 2020

Posted:Freitag, Januar 31st, 2020 @ 4:29 in Neue Maier-Lyrik
7 Kommentare »

Die Wolkenlücke

Der Himmel lässt eine Wolkenlücke offen.
Heute regnet’s nicht.
Hoffe ich.
Der Wetterbericht ist auch
immer verlässlicher.
Heute regnet’s nicht.
Morgen regnet’s.
Ich kann mich drauf verlassen,
kann mich darauf einstellen.
Aber: der Klimawandel kommt.
Auch darauf kann ich mich verlassen.
Kann ich mich auch
darauf einstellen?
Ich kann ja doch
auch etwas tun.
Aber ist es genug?

Posted:Montag, Januar 27th, 2020 @ 1:56 in Neue Maier-Lyrik
8 Kommentare »

Kleine Reimkunde für’s Verstehen von schriftdeutsch sprechenden Schwaben!

Im Schwabenland, da reimt sich zwei
nicht wirklich rein auch auf die Drei [dreii].
Es reimt sich aber auf den Mai;
doch reimt’s gewiss sich nicht auf frei [freii].
Sprach Oma ’schriftdeutsch’ , war die Freude [fraide]
ein Reimwort auch für alle beide:
für “tu mir bitte nichts zu Leide”
und auch für’s schöne Sommerkleide!
Es reimte sich auch nicht auf Freude
(egal wie [...]

Posted:Samstag, Januar 25th, 2020 @ 4:49 in Kunterbuntes
6 Kommentare »

Auf fernen Sternen fein …

Ich säß wohl gern auf einem fernen Stein,
doch nicht auf fernen Sternen fein.

Posted:Freitag, Januar 24th, 2020 @ 1:54 in Neue Maier-Lyrik
4 Kommentare »

Das Amselnest im Haselstrauch

Im Amselnest im Haselstrauch
da sitzt kein Vogel, liegt kein Ei;
fast ganz da oben sitzt es drin.
Es scheint so völlig ohne Sinn.
So scheint’s im Winter, scheint’s
ist alles Leben eitel;
Doch warte nur ein Weilchen;
vielleicht schon in zwei Monaten
ist’s voller Leben, voller Glück
und Amselschrei und Vogelschreien
sind lange wieder hier zurück!
Dann ist der Haselstrauch schon wieder grün;
noch hängen drei, [...]

Posted:Sonntag, Januar 19th, 2020 @ 1:41 in Kunterbuntes, Neue Maier-Lyrik
4 Kommentare »

Es schneialat

Es schneialat, es beialat,
es goht a kald’r Wend.
Dass doch d’r Wender au no kommt,
des wenscht sich jedas Kend.
Es schneialat, es beialat,
erscht Mitte Januar.
Doch au da feinschde Wenderschnee
macht Kenderauga klar.
Es schneialat, es beialat,
ond goht’s au wieder weg,
m’r woiß doch emmerhe: s’isch klar:
D’r Wender hot sein Zweck.
Ond isch der Zweck au bloß,
damit er’s isch, der Wender.
Schneit’s au [...]

Posted:Sonntag, Januar 12th, 2020 @ 4:38 in Neue Maier-Lyrik
10 Kommentare »

Goldgelb

An der Böschung zwischen
den Drei Linden und Aichelberg
stehen oben noch relativ junge Bäume.
Goldgelbe Flechten haben sich
an ihren Stämmen angesiedelt.
Sie führen mich auf dem oberen Weg
auf dem Fahrrad ihnen entlang
nach Hause.

Posted:Mittwoch, Januar 8th, 2020 @ 4:39 in Kunterbuntes
2 Kommentare »

Unser Aufbau Ost 1993

Hier mal ein gaaaaaaaaaanz altes Gedicht von 1993. Mir schien es wert, uns zu erinnern. Eindrücke von mir bei einer Reise in die “neuen Bundesländer” damals:
Unser Aufbau Ost 1993
Börsen umkrempeln,
zulangen,
aufbaun:
“Theo führt Regie”
(so das hauswandgroße Zeitungsplakat)
und langt in die Gesäßtasche
einem.
Selbstgemalte
Fähnchen mit Enten
und Autos
in den Fenstern
der Kinderkrippe
mit der alten, grauen Fassade.
Neue Betonpflstersteine
folgen den Getränkemärkten
und Banken.

Posted:Donnerstag, Januar 2nd, 2020 @ 11:02 in Neue Maier-Lyrik
6 Kommentare »

Die Zeit

Die Zeit ist da!
Die Zeit zum Neuen.
Die Zeit zum Anfang ohne Schwanken.
Die Zeit der Bäume mit den knorrigen Ästen
mit ihrer Grafik, die so herrlich gegen
den blauen Himmel steht.
Die Zeit ist da!
Noch ohne Frucht,
noch ohne Blätter gar,
jedoch mit Zeit,
mit Zeit,
sich alles auszudenken,
was kommen kann,
was unsre Pläne ausmacht,
was nur Zeit braucht,
Zeit der Planung,
Zeit des Festhaltens an knorrigen [...]