Signum*
Den Purpur des Birnenblattes
zum Zeichen erhoben:
Wer hat das segnende Sagen?
Oder besser: Wer nicht?
Vor dem Vergessen Triumph.
Unauslöschlich bleibt er
in unserm Erinnern.
*… aus der gleichen Quelle wie “Wurzeln”
Den Purpur des Birnenblattes
zum Zeichen erhoben:
Wer hat das segnende Sagen?
Oder besser: Wer nicht?
Vor dem Vergessen Triumph.
Unauslöschlich bleibt er
in unserm Erinnern.
*… aus der gleichen Quelle wie “Wurzeln”
Wurzeln suchen
im Kompost der Vergangenheit.
Wurzeln reißen
aus tradiertem
Unrecht.
Wurzeln treiben
im versendeten Blumentopf.
Wurzellos
Herrschaftsrechte über das
Mutterland
der Menschen
aufrechterhalten.
In Wurzeln verkrochen
keine Triebe
mehr entfalten.
Sterben
und sterben lassen
und sein gutes altes Recht
verteidigen
im zukunftslosen Acker.
Oder Wurzelgeflechte
nicht mehr entwirren
und Halt geben dem Lebenden.
zu finden schon 2004 bei http://www.lyrik.at/php/werk.php?task=werk&werknummer=30975&email=helmutmaier@culturebase.org#werk , wobei die Adresse helmutmaier@culturebase.org nicht mehr besteht.
Sind nicht gar zu scharf
die Grenzen
und zu dicht
nicht die Fronten,
können Grenzwege entstehen
und Möglichkeiten
des Austauschs.
Auf,
franst sie aus,
ihre Ränder,
diffundiert durch sie hindurch
mit Freude,
mit Liebe,
mit Hoffnung.
Und die Grenzen
werden
euch zu trennen
nicht mehr vermögen.
Aber vergeßt auch dann nicht
das Einzige,
was Grenzen wirklich
Gutes uns gaben:
Orientierung.
Merkt euch genau:
Aus welchem Osten
kam euch
das Licht?
Anmerkung: Ich habe die Rechtschreibung so belassen, wie sie zur Zeit der [...]
Wer muss schon
an den Himmel glauben,
wenn sie, wenn er
schon Flügel hat,
damit zu fliegen?
Wer wird schon
Flügel erst sich wünschen,
wenn er, wenn sie
mit Poesie
bereits Erfahrung hat
vom Fliegen?
Sommer im Land.
Das Meer liegt da,
bewegt sich nicht
mit allen seinen Wellen.
Es liegt ein Glanz von Ewigkeit
in wogenden Gefilden,
wenn Schmerz nur Schmerz
und Freude nur vollkommen.
Der Schneeball blüht
und Wolken gehn
und kommen wieder
und Bläue bleibt am Himmel
meiner Seele
und grün schmilzt Gold
aus den Platanenästen
und es gerinnt
endlich
zu purem Glück.
In tagessatten Farben
malt sich das Land
und aus den wein- und
weizenbestandnen Hügeln ragen
einzeln Gebüsch und Bäume heraus
und kennzeichnen die aus der Ebene
sich hebenden Gefilde
für alle, die an einem Morgen gingen
und nun wiederkehren.
Und aus den Eichenwäldern,
den niedrig wachsenden,
lugen die Schattenwesen schon
der Nacht, die noch die Augen
sich reibt.
Am Wege warten
Zichorien im treuen Blau,
noch heiß vom Tag
und ihre Augensterne [...]
Wenn ich neue Wegstrecken wähle,
narrt mich manchmal ein Kobold,
spiegelt altvertraute Wege mir vor,
die mich erreichen ließ endlich
ein Umweg,
und führt in die Irre.
Aber plötzlich steht da
ein Mykene.
Und ich weiß, daß sich das Risiko schließlich
gelohnt hat.
Wenn du einen Weg vor dir hast,
festen Schritt;
wenn du erschöpft bist,
die schöpferische Pause;
wenn du Schutz suchst,
das Schlupfloch der engen Pforte und
die runden Räume der Geborgenheit;
wenn dir’s zu eng wird,
die Weite des Feldes;
wenn dir der Überblick fehlt,
die Bergspitze und die klare Sicht;
wenn dir der Trubel zu groß wird,
ein paar Stunden alleine für dich;
wenn du dich einsam [...]
Frostbeulen fürchte auch ich.
Und erfrieren darf keines.
Nicht ein einziger Mensch.
Aber den fruchtbaren Frost,
der keinen tötet,
willkommen heißen
will ich ihn doch:
Samen macht er bereit
zum Keimen.
Ach, der Frühling
gibt Recht erst
der Hoffnung.
Können wir sie
nicht denken
davor?
Reprint von „Apologie“ vom 14.11.2007, auch (und nur im letzten Teil des Textes) aus Anlass der gegenwärtigen Situation; damals nur von Petros kommentiert.
Nachdem ich gestern nach Jahren Jochen wiedergetroffen habe, hier mein Gedicht aus dem Schlesienaufenthalt von 2004:
In Mireks Mund
lebt Krummhübel
wie in Jochens schlesischer Jugend
für uns Touristen.
Mit dem Turm aber aus Granit
toppte der Preußenkönig
die Nobilität des Nordischen,
ins ehemalige Piastenland
verpflanzt.
Stumm stehen die Masten
der Stabkirche
am Fuße der Schneekoppe
inmitten des Schnäppchenverkaufs
gegen Euros.
Mireks Freundlichkeit
übersteigt seinen bescheidenen Stolz.
Brigittes Waldau-Schmerz
wird durch seine enzyklopädische [...]