Archiv für die Kategorie 'Neue Maier-Lyrik' 

Posted:Mittwoch, März 10th, 2010 @ 2:35 in Neue Maier-Lyrik
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Moderne Ehrlichkeit

Besonders ehrlich
ist heutzutage
ein Minister,
wenn er nach begangener
Grausamkeit
sich entschuldigt
für den ungünstigen
Zeitpunkt,
zu dem diese Grausamkeit
ruchbar wurde.

Posted:Dienstag, März 9th, 2010 @ 4:29 in Neue Maier-Lyrik
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Erwerbsarbeit

Verwaist mühen wir uns,
arbeiten dienstbeflissen
für die mühelosen Erben,
ererben nur Mühen,
nicht das Erbe der Mühen.
Waisenkinder mühen sich
um die Brosamen der Erben.
Eigene Arbeit macht nicht frei,
nur die der andern,
die wir beerben
ohne Mühe und Not.
Eigene Arbeit bringt Brot
- manchmal -
aber keinen Fasanenbraten.
Marx und Engels
fielen auf Luther rein:
Arbeit bringe das Paradies
für die Arbeitenden.
Aber Knechte
sind keine Herren.
Alles andre ist Lüge.
Sie [...]

Posted:Samstag, März 6th, 2010 @ 2:08 in Allgemein, Neue Maier-Lyrik
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Legitimation

Geht auf die Straße?
Solange die Mehrheit nicht zugibt,
dass sie falsch gewählt hat,
solange die Mehrheit
der heutigen Opposition
nicht zugibt,
dass sie früher die Wähler
durch ihre falsche Politik
dazu getrieben hat
falsch zu wählen,
können zu wenige
mit vollem moralischem Recht
auf die Straße gehen,
als dass sich was
änderte.
Kommentargedicht zu dem von Petros HIER angepriesenen Kabarettbeitrag

Posted:Samstag, März 6th, 2010 @ 12:47 in Neue Maier-Lyrik
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Wandel

Dass früher alles anders war
Als wie es heute ist,
Das ist nicht wirklich sonderbar.
Nur eines das ist Mist:
Dass heute alles anders ist
Als ich es einst erlebt,
Macht dass sich so nach manchem Jahr
Die Stimmung gar nicht hebt.

Posted:Freitag, März 5th, 2010 @ 10:09 in Allgemein, Neue Maier-Lyrik
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Zögern

Ich kaufe keine Lose, auch
keine Herbstzeit-Lose,
schon gar nicht
im beginnenden
Frühling.
Kommentargedicht zu “zeitnehmer” von 1943Karl

Posted:Dienstag, März 2nd, 2010 @ 12:45 in Allgemein, Neue Maier-Lyrik
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Zeit

Ich falle nicht
in die Falle der Zeit,
die im Orkus verschwindet.
Hüüt halt’ ich’s mit der Ziit,
die mich nach vorwärts zieht.

Posted:Sonntag, Februar 28th, 2010 @ 11:10 in Allgemein, Neue Maier-Lyrik
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Vorfreude

Ich freue mich schon
Auf die Nachkriegszeit.
Ich hör jeden Ton
Zu klingen bereit
Wie die Musik
In den zwanziger Jahren;
Ich träum mich zurück.
Es gilt zu bewahren
Den Willen zum Aufbruch
Und hin zum Gelingen,
Was das Geschichtsbuch
Nicht konnte bringen
In den dreißiger Jahren.
Ach könnt man die Unschuld
Doch endlich bewahren.
Endlich mal Unschuld!
Und dann nach dem Weltkrieg,
Dem zweiten, dem schlimmen,
Wollt statt dem Sieg
Man endlich bestimmen,
Nicht [...]

Posted:Samstag, Februar 27th, 2010 @ 8:17 in Allgemein, Neue Maier-Lyrik
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Also gut ….

Hier also der Versuch einer Tondatei: Tradition

Posted:Freitag, Februar 26th, 2010 @ 11:09 in Neue Maier-Lyrik
18 Kommentare »

Tradition

Wenn mei Großvadder
a Dichder gwea wär,
hedd’r vomma blaua Blaffoo
schdatt vom Hemmel gschrieba
ond dass do wia am Blaffoo
von seiner Wohnschduub
dia schenschde Lamba
ronderhengat am Daag
ond en d’r Nacht
wia’s en d’r Bibel schdoht.
Ond dui Ehrfurcht,
wo er gschbiart hot,
hot sich bei mir
au eigschdellt,
wo i mei elegdrische
Eisabah‘ griagt han:
dui isch a‘drieba worda
durch an Draffoo…

Posted:Donnerstag, Februar 25th, 2010 @ 6:56 in Neue Maier-Lyrik
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Dorfidylle

Jeder Hausgiebel
So präsentiert: ein Kunstwerk
Vor’m blauen Plafond