Archiv für die Kategorie 'Neue Maier-Lyrik' 

Posted:Freitag, Juli 11th, 2014 @ 1:14 in Neue Maier-Lyrik
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Irrwege

Wir verbergen das gebärende Dunkel.
Wir verbergen’s im gleißenden Licht.
Dieses Licht wird unheimlich stumpf.
Stumpfer und stumpfer unsere Gefühle.
Abgestumpft für das quirlige Sein.
Aufgeklärt wird da weniges.
Wir ersticken das Leben doch
in der Überfülle von Füllseln,
billig ja zu haben auf der Markthalde.
Diese Markthalde erstickt uns,
so dass wir luftschnappend abheben,
den Boden unter den Füßen verlieren.
Und gerade die, welche technisch erobern
die [...]

Posted:Donnerstag, Juli 10th, 2014 @ 8:48 in Neue Maier-Lyrik
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Unumkehrbare Bosheit

Unumkehrbar zu machen
versuchen sie
den Unfug der Tunnelausfahrt
aus dem künftigen Kellerbahnhof
in Stuttgart
hinauf auf die Fildern.
Dazu ist ihnen gerade gut genug
der Vize-Ministerpräsident
von der SP21
und seine Frau,
die da waltet
als Tunnelpatin
bei dem Tunnel-tam-tam
„Tunneltaufe“
beim Fasanenhof Stuttgarts.
Gerade gut genug
sind ihnen auch alle die andern
Fasanen.
Im Namen des Herren
und seiner Knechte
sind sie versammelt
und auch geschützt
durch viele, viele Polizisten
gegen die wildwütenden
Demonstrantinnen und Demonstranten,
die böse [...]

Posted:Montag, Juli 7th, 2014 @ 12:01 in Allgemein, Deutsche Dreizeiler, Neue Maier-Lyrik
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Schwäbisches Haiku

Isch’s Wädder so schee,
wia’s geschdern gwea isch, noh hoißt’s:
Ha, jetzt nix wia naus!
Das schöne Wetter haben wir uns bewahrt, indem wir nach Oberfranken gefahren sind, wo wir auf der Klosterwiese vor Kloster Banz „Songs an einem Sommer(nachmittag bzw.)abend unter vielen anderen mit Bodo Wartke, Reinhard Mey, Hannes Wader und Konstantin Wecker angehört haben – ein [...]

Posted:Samstag, Juni 28th, 2014 @ 4:34 in Neue Maier-Lyrik
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Einhundert Jahre seit 1914

Drüber gewachsen?
Das Gras und die Blumen.
Wo sind sie geblieben
nach einhundert Jahren?
Der Brautstrauß,
nichts zeigt er mehr davon,
wenn des Urgroßvaters
nicht mehr gedacht wird,
des Kriegszitterers.
Posttraumatisch ist nur
das kollektive Gedächtnis
und es schreit nach Gewalt,
ach ja:
nur um einzudämmen Gewalt
mit neuem Krieg.

Posted:Mittwoch, Juni 25th, 2014 @ 3:45 in Neue Maier-Lyrik
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Ein Schlimmerick

Ein Prominenter, der war mal auf Sylt,
gewiss, dass er dort etwas gült;
doch wie viel von dem Sand am Strand,
ist er auch sehr bekannt,
wird wohl auch er bald schon weggespült.

Posted:Dienstag, Juni 17th, 2014 @ 9:20 in Deutsche Dreizeiler, Neue Maier-Lyrik
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Am nördlichsten Strand Deutschlands

Am Ellenbogen
anbrandendes Gewoge
rund um die Ecke
parallel zum Strand geführt
wie eine Mündungsströmung.

Posted:Montag, Juni 16th, 2014 @ 10:17 in Deutsche Dreizeiler, Neue Maier-Lyrik
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Überraschung?*

Wo der Sand auf dem Sylter Strand
plötzlich einen Steilabfall bildet,
hatt’ ich um sechse nen Treff mit der Hexe.
*ein Achtundzwanziger

Posted:Donnerstag, Juni 12th, 2014 @ 12:06 in Deutsche Dreizeiler, Neue Maier-Lyrik
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Urlaub*

In der Liegeschaukel liegen.
Die Wolkenpakete vor Augen.
Dem blauen Himmel als Collier angelegt.
*ein Achtundzwanziger

Posted:Samstag, Juni 7th, 2014 @ 10:21 in Deutsche Dreizeiler, Neue Maier-Lyrik
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Herrschaftlich*

Ganz alleine im Bus chauffiert.
Von Aichelberg nach Schanbach rüber.
Auswahl zwischen vierunddreißig Sitzplätzen.
*ein Achtundzwanziger

Posted:Montag, Juni 2nd, 2014 @ 11:34 in Kunterbuntes, Neue Maier-Lyrik
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Fortschritt

Gelingt’s, dass jemand den Mond
klont,
dann gibt’s einen für die Mohikaner,
äh: Amerikaner,
und für die Russen auch einen:
meinen.