Archiv für die Kategorie 'Neue Maier-Lyrik' 

Posted:Samstag, Mai 2nd, 2015 @ 3:24 in Neue Maier-Lyrik
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Unterwegs zur Trauerfeier für Anton Bantock

Von ferne grüßen die white cliffs.
Erinnerungen werden da wach.
Von vielem werd’ ich mich hier verabschieden.
Beim britischen Nieselregen:
Genuss der gelben Sonnenwärme
vom Rapsfeld bei der englischen Autobahn.
Sonnendurchstrahlte Gezweige
vor dem heute blauen Hintergrund.
Horizonte öffnen die Blicke nach Wales.
St Mary Redcliff:
Hier heißt es Abschied nehmen:
Sein Leben feiern.
Withywood Centre.
Menschen wieder begegnen:
freundschaftlich vertraut.
Anton hätte es so gewollt.

Posted:Samstag, Mai 2nd, 2015 @ 2:02 in Deutsche Dreizeiler, Neue Maier-Lyrik, Theorie der Lyrik
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Aphoristischer Achtundzwanziger

Man kann mit ihnen erschlagen:
mit überreichlichen Metaphern
oder zu Tode langweilen mitunter.

Posted:Montag, April 20th, 2015 @ 11:12 in Neue Maier-Lyrik
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Zivilcourage

Erzwungenes Gedenken.
Wenn auch nur eine Minute lang.
Diese Ewigkeit wenigstens
erlaubt keine Spielchen.
Sonst dominieren sie ja
unser Verhalten.
Und es werden immer mehr
Tote im Mittelmeer werden;
oder wo dann auch immer.

Posted:Sonntag, April 19th, 2015 @ 9:45 in Deutsche Dreizeiler, Neue Maier-Lyrik
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Zufall*

Der Scheinwerfer traf meinen Blick,
grade als beim Konzert Dota sang
den Text: „Komm, lass dich blenden; lass dich blenden!“
*ein Achtundzwanziger

Posted:Dienstag, April 14th, 2015 @ 3:50 in Deutsche Dreizeiler, Neue Maier-Lyrik
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Doch wieder

Das Kirschblütenmeer
am Abhang zum Schnaiter Tal:
Neues Ergötzen.

Posted:Dienstag, April 14th, 2015 @ 12:50 in Neue Maier-Lyrik
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Kümmernis

Ein Kohlweißling fliegt
durch die Szene.
Der Schatten der Birke
liegt malerisch
über dem Frühjahrsbildnis,
übersät von blütenreichen
Fruchtbarkeitsversprechen.
Denen würde ich glauben,
wäre es ein Zitrronenfalter gewesen.
Doch auch dem blauen Himmel
glaube ich nicht.
Schon ziehen Wolken
über meine ungewissen
Visionen.
Es gibt ja so viele
verdüsternde Meldungen.
Und sie passen so gut
zu den Toden,
welche die Geschichte
unwiederbringlich
repräsentieren.

Posted:Sonntag, April 12th, 2015 @ 11:36 in Janka-Sammlung, Neue Maier-Lyrik, Spiegel (u.ä.)-Ecke
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Janka-Kommentar

Der Chef des Instituts der Deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, ist für eine schnelle Arbeitsmarktöffnung für Asylbewerber. … Unvermeidbar ist nach seiner Meinung die Wiedereinführung von Studiengebühren. (http://www.deutschlandradiokultur.de/oekonom-michael-huether-arbeitsmarkt-fuer-asylbewerber.990.de.html?dram%3Aarticle_id=316668)
Ja, ein Neoliberaler!
Ganz einfach ein Scheißliberaler?
So liberal hier; so chauvinistisch dort.
Wenn’s ihn nur nichts kostet: „Da kann man
sicherlich eine Menge machen“

Posted:Samstag, April 11th, 2015 @ 5:45 in Deutsche Dreizeiler, Neue Maier-Lyrik
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Ein schwerwiegendes Problem*

Die Verlässlichkeit der Natur,
die Glaubwürdigkeit der Politik:
Warum treiben sie so weit auseinander?
*ein Achtundzwanziger

Posted:Mittwoch, April 8th, 2015 @ 3:29 in Neue Maier-Lyrik
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Vogelfreiheit

Ach, wären wir vogelfrei,
frei wie die Vögel,
ungebunden und zwitschernd;
nicht in Paragraphen gezwängt,
die ungerechtfertigten,
mit ihren Fußfesseln gefangen,
in Käfige gesperrt,
ausgeliefert den Häschern
der Werbekampagnen,
eingeliefert in die Mauern
des öffentlich zugelassenen
Wohlverhaltens.
Aber sind wir nicht frei geboren,
sind frei, nicht in Ketten
der Sklaverei?
Leibeigene sind wir nicht,
Grenzen brauchen wir nicht
zu überwinden;
die Welt steht uns offen;
Freizügigkeit ist unser Recht.
Ja, wir sind frei,
vogelfrei sind wir,
preisgegeben [...]

Posted:Samstag, April 4th, 2015 @ 5:08 in Deutsche Dreizeiler, Neue Maier-Lyrik
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Dagegenhalten*

Regenwetter beim Ostermarsch.
Seifenblasengestöber als Trotz.
Und der Magnolienbaum blüht auf dem Schlossplatz.
*ein Achtundzwanziger