Archiv für die Kategorie 'Neue Maier-Lyrik' 

Posted:Freitag, Januar 24th, 2020 @ 1:54 in Neue Maier-Lyrik
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Das Amselnest im Haselstrauch

Im Amselnest im Haselstrauch
da sitzt kein Vogel, liegt kein Ei;
fast ganz da oben sitzt es drin.
Es scheint so völlig ohne Sinn.
So scheint’s im Winter, scheint’s
ist alles Leben eitel;
Doch warte nur ein Weilchen;
vielleicht schon in zwei Monaten
ist’s voller Leben, voller Glück
und Amselschrei und Vogelschreien
sind lange wieder hier zurück!
Dann ist der Haselstrauch schon wieder grün;
noch hängen drei, [...]

Posted:Sonntag, Januar 19th, 2020 @ 1:41 in Kunterbuntes, Neue Maier-Lyrik
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Es schneialat

Es schneialat, es beialat,
es goht a kald’r Wend.
Dass doch d’r Wender au no kommt,
des wenscht sich jedas Kend.
Es schneialat, es beialat,
erscht Mitte Januar.
Doch au da feinschde Wenderschnee
macht Kenderauga klar.
Es schneialat, es beialat,
ond goht’s au wieder weg,
m’r woiß doch emmerhe: s’isch klar:
D’r Wender hot sein Zweck.
Ond isch der Zweck au bloß,
damit er’s isch, der Wender.
Schneit’s au [...]

Posted:Sonntag, Januar 12th, 2020 @ 4:38 in Neue Maier-Lyrik
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Goldgelb

An der Böschung zwischen
den Drei Linden und Aichelberg
stehen oben noch relativ junge Bäume.
Goldgelbe Flechten haben sich
an ihren Stämmen angesiedelt.
Sie führen mich auf dem oberen Weg
auf dem Fahrrad ihnen entlang
nach Hause.

Posted:Donnerstag, Januar 2nd, 2020 @ 11:02 in Neue Maier-Lyrik
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Die Zeit

Die Zeit ist da!
Die Zeit zum Neuen.
Die Zeit zum Anfang ohne Schwanken.
Die Zeit der Bäume mit den knorrigen Ästen
mit ihrer Grafik, die so herrlich gegen
den blauen Himmel steht.
Die Zeit ist da!
Noch ohne Frucht,
noch ohne Blätter gar,
jedoch mit Zeit,
mit Zeit,
sich alles auszudenken,
was kommen kann,
was unsre Pläne ausmacht,
was nur Zeit braucht,
Zeit der Planung,
Zeit des Festhaltens an knorrigen [...]

Posted:Montag, Dezember 30th, 2019 @ 3:07 in Janka-Sammlung, Neue Maier-Lyrik
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Erwartung*

Besser noch als ein stiller Tag
ist eine ganze stille Woche,
nach der Zeit mit Kindern und Kindeskindern,
obwohl ich die Erfahrungen
mit ihnen nicht missen möchte
und obwohl heute erst der erste Tag davon ist.
*ein erweiterter Janka

Posted:Dienstag, Dezember 17th, 2019 @ 3:04 in Neue Maier-Lyrik
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Ein Tag der Stille

Ein Tag der Stille
inmitten des Trubels
nur so mitunter!
Die Heilige Nacht
ist nur so zu haben,
so ungeplant,
so gut geplant.
Ein Tag der Stille,
dann ist es fast egal:
Wintersonnwende
oder Jesu Geburtstag.
Hauptsache
wir können den Tag feiern.
Wir können ihn
wirklich wieder
feiern.

Posted:Dienstag, Dezember 10th, 2019 @ 2:19 in Neue Maier-Lyrik
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Unbedachtes

Ob ich noch weiß,
was alles ich wollte?
Das ganze Jahr über!
So oft wollte ich
zu den Freitagen
„Fridays for Future“.
Nur zweimal ist es mir gelungen!
Zu den Montagsdemos
für den Kopfbahnhof
in Stuttgart
fuhr ich ziemlich
regelmäßig.
Alle zwei, drei Tage
wollte ich in meinen Blog
Gedichte schreiben.
Oft dauerte es mehr als eine Woche,
dass ich auch nur eines schrieb.
Zu so vielen anderen Demos
und Veranstaltungen
wollte ich gehen
und [...]

Posted:Donnerstag, Dezember 5th, 2019 @ 4:31 in Neue Maier-Lyrik
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Wiesen ganz weiß

Wiesen ganz weiß
von Raureif
immer noch
im Schatten,
manchmal auch da,
wo die Sonne schon scheint.
Vormittags,
manchmal auch am Mittag noch:
da glitzert’s
und ist eben weiß.
Und noch ist Herbst,
nicht Winter.
Und kalt ist’s.
Aber trocken die Kälte.
Und aushalten kann man’s.
Anders als bei höheren Temperaturen
im Regen.
Da ist es fürchterlich!
Weiß, ganz weiß
sind die Wiesen.
Und mir gefällt’s.

Posted:Sonntag, November 24th, 2019 @ 11:52 in Neue Maier-Lyrik
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Unterwegs

Der Blick gebannt auf die Wälder und Auen gerichtet.
Ein Lichtpunkt nach dem andern!
Immer wieder neu!
Immer wieder bestätigend:
Stetig immer und immer wieder:
Die Goldbäume und -bäumchen und -sträucher!
Ich kann es kaum fassen:
Es ist Ende November, nicht Anfang des Herbstes.
Goldbäume allüberall!
Lichtpunkte! Helle Punkte der Erkenntnis:
Bald kommt der neue Schnee auch ins Flachland!
Aber noch stehen sie da,
stehen so zahleich, [...]

Posted:Samstag, November 16th, 2019 @ 11:27 in Neue Maier-Lyrik
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Plitvice-Zauber

Einfach nur Wegwartenzeit war’s.
Den blauen Strahlenstern trug das Kind
munter und leicht durch den heiteren Tag..
Noch ahnte ich nichts
vom Plitvice-Zauber.
Alpenveilchen – nicht die im Topf -
begleiteten ihn.
Eins waren Ruhe und eilendes Stürzen;
Stille ja – und dann brausendes Getöse,
Höhe und Tiefe, das Oben und Unten.
Was kommt woher und
ach, wohin fließt es weiter?
Spiegelndes Himmelblau
und Wolkenbilder
und unverkennbar
ein Mörikesches Blaugrün.
Wirklich: [...]