Archiv für die Kategorie 'Neue Maier-Lyrik' 

Posted:Sonntag, Dezember 10th, 2017 @ 11:00 in Bekenntnisse, Neue Maier-Lyrik
Keine Kommentare »

Frieden machen?

Wir dürfen keinen Frieden machen,
keinerlei Frieden
mit dem Unfrieden.
Krieg ist Unfrieden.
Aber nicht nur der Krieg,
auch Unterdrückung,
auch Ungerechtigkeit,
auch die Zerstörung der Lebenswelt
vieler Menschen
oder sogar aller.
Auch die unfriedliche Bekämpfung
des Krieges
ist Krieg,
ist Unfrieden pur.
Aber wir dürfen Unfrieden nicht dulden,
schon gar nicht in Kauf nehmen,
schon gar nicht befördern,
schon gar nicht bewirken,
schon gar nicht anstreben.
Frieden soll sein,
der dem Unfrieden den Boden [...]

Posted:Dienstag, Dezember 5th, 2017 @ 6:10 in Neue Maier-Lyrik
3 Kommentare »

Der Preis

Der Preis für das hohe Alter,
das lange Leben:
die heiligen Orte,
wo die Ressourcen schlummerten.
Sie werden verbraucht.
Der Preis für den Verbrauch
der Ressourcen:
die heilenden Kräfte
der Mutter Erde
verschwinden.
Wir machen das alles selber,
bis alle heiligen Orte,
alle heilenden Kräfte,
alle Ressourcen
für die Machermenschen
dahin sind.

Posted:Donnerstag, November 23rd, 2017 @ 11:24 in Neue Maier-Lyrik
7 Kommentare »

Manchmal

Manchmal höre ich,
was ich erwarte,
dass es geschieht.
Manchmal höre ich,
was ich mir wünsche,
dass es geschieht.
Manchmal höre ich,
was ich befürchte,
dass es geschieht.
Schritte auf den Treppenstufen
zum Beispiel.
Und nichts davon geschieht
wirklich.
Aber es wirkt
tatsächlich.

Posted:Mittwoch, November 22nd, 2017 @ 2:17 in Allgemein, Deutsche Dreizeiler, Neue Maier-Lyrik
3 Kommentare »

Heimat?*

Heimat – kann man das noch sagen?
Ist das nicht schon allzu belastet?
Ich spreche doch lieber von Verankerung.
*ein Achtundzwanziger (http://www.maierlyrik.de/blog/der-dreizeiler-mit-dem-namen-achtundzwanziger/)

Posted:Montag, November 20th, 2017 @ 2:22 in Deutsche Dreizeiler, Neue Maier-Lyrik
7 Kommentare »

Zum Ende des sogenannten Jamaikas*

Nicht gar sich die Hände reiben,
wenn sie sich nicht die Hände reichen!
Doch die Augen sich reiben ist schon erlaubt.
*ein Achtundzwanziger

Posted:Freitag, November 17th, 2017 @ 9:39 in Neue Maier-Lyrik
Keine Kommentare »

First they take Manhattan

Die das Menetekel von Manhattan
nicht hören wollten,
sie sprechen dauernd von Terrorismus
und verschleiern den,
welchen der Markt verübt,
der unsere Natur zerstört,
unsere friedlichen Widerstandskräfte
gegen die Konsumzwänge,
unser Aufmucken
gegen die Gehirnwäsche,
dass Opposition
Extremismus sei
und nicht vereinbar mit freiheitlicher Demokratie,
wenn sie die neue Interpretation von Freiheit:
„neo, neo, neo“ - Bindestrich, Bindestrich, Bindestrich
als Usurpation entlarvt,
welche Sklaven als freie Wähler,
als Kanonenfutter der Alternative für [...]

Posted:Mittwoch, November 15th, 2017 @ 9:29 in Neue Maier-Lyrik
2 Kommentare »

Sein wie die Träumenden

Der Traum es den Vögeln gleich zu tun.
Nicht die Froschperspektive
siegen zu lassen.
Alle die Schlechtigkeiten da unten
vergessen zu können
und nur noch
das Pittoreske des Untenliegenden
wahrnehmen zu dürfen

Posted:Mittwoch, November 15th, 2017 @ 1:01 in Neue Maier-Lyrik
2 Kommentare »

Versenkung

Den Blätterfall verfolgen
im Herbstsekunden-Takt,
wie sich ein neuer Teppich bildet,
dem Herbst gemäß den grünen Rasen deckt.
Ich falle in den Taumel dieser Wandlung,
erkenne, dass der blaue Himmel
viel Kälte noch her vom All
in unsre Tage fallen lassen wird.
Der nächste Teppich, der wird weiß.
Er lässt dann alles ruhen.
Die Ruhe vor dem neuen Werden.
Werd’ ich auch dieses noch erleben?

Posted:Montag, November 13th, 2017 @ 3:31 in Janka-Sammlung, Neue Maier-Lyrik
2 Kommentare »

Gestern im Herbst

Gestern im Herbst*
Noch leuchtet Sommersonnengold
auf vielen Zweigen aufgespeichert
kontrastreich in den Nebeln des Novembers,
soweit die Blätter nicht Teppiche bilden,
drüber schon Astgerippe wachen.
*ein Janka

Posted:Donnerstag, November 9th, 2017 @ 12:58 in Allgemein, Deutsche Dreizeiler, Neue Maier-Lyrik
2 Kommentare »

Hanf-Senryu (und weitere Informationen etymologischer und europageschichtlicher Art))

Mein neuestes Hemd:
zu fünfundfünfzig Prozent
besteht es aus Hanf.
- - - - -
Kommt der Hanf - zumindest das Wort - von hier?:
“>
-
-
-
-
-
-
-
Aus dem Etymologie-Duden erfahren wir: Das Wort Hanf “stammt aus einer unbekannten ost - oder südosteuropäischen Sprache” - mit dem hilflosen Zusatz “vielleicht aus dem Skytischen”.
Harald Haarmann zeigt in seinem Buch “Das Rätsel der Donauzivilisation. [...]