Gespeichert unter: Aphorismen — November 6, 2017 @ 2:53

Aphorismus 8/17

Wer k e i n e Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.

Gespeichert unter: Deutsche Dreizeiler, Neue Maier-Lyrik — November 3, 2017 @ 1:07

Erregungswellen*

Ich kann’s z’mal’n nicht unterscheiden:
das Pochen zirkulierenden Bluts
und das ferne Donnergrollen eines Jets.

*ein Achtundzwanziger

Gespeichert unter: Deutsche Dreizeiler, Neue Maier-Lyrik — November 2, 2017 @ 9:35

Ein neuer Achtundzwanziger

Heutiger Himmel*

Zwei Wolkenbänke treffen sich;
sie formen dabei einen Haken.
Abgehakt haben sie den blauen Himmel.

*ein Achtundzwanziger

Gespeichert unter: Janka-Sammlung, Neue Maier-Lyrik — Oktober 29, 2017 @ 3:25

Herrschaft*

So sehr überzeugend wie er,
der moderne Kapitalismus,
verschleiert kaum etwas Herrschaftsdurchsetzung.

Drum ist’s ja so leicht für die Herrschenden,
Wut auf andere Herrschenden zu lenken.

*ein Janka

Gespeichert unter: Aphorismen — Oktober 29, 2017 @ 12:34

Aphorismus 7/17

Der Kapitalismus ist die wirkungsvollste Verschleierung der Durchsetzung von Herrschaft in der Moderne.

Gespeichert unter: Neue Maier-Lyrik — Oktober 29, 2017 @ 11:49

Worte

An ihren Taten soll’n wir sie erkennen
(und sie uns an den unsrigen),

nicht an den unbedachten Worten
(wir können doch nicht jedes Wort durchdenken),
nicht an den so ironischen,
die voller unerkanntem Witz gesagten,
nicht an den nur verletzend klingenden,
aus froher Kehle aufgesprudelten,
nicht an den nicht gesagten auch,
(die wir so gern als mitleidlos,
als unsensibel, als beleidigt
interpretieren – und ohne Grund
so unbarmherzig achtlos oft empfinden).

Ein Händedruck, ein Lächeln,
ein nur hingehauchtes Küsschen,
auch sie sind missverständlich,
nicht nur Worte.

Die Worte, oft nur kurz verwendet,
nie wiederholt, doch im Gedächtnis
bleibend wie für ewig,
sie sind doch nur,
was wir als Menschen erst
in später Zeit so kultiviert,
noch nicht zu Ende ausgeformt,
vorläufig noch und unausgegoren
geerbt haben und doch
für ewig gültig halten,
ein gar zu kostbarer Schatz sind sie,
als dass für immer in Stein gemeißelt
sie uns als Dogmen dienen könnten,
verletzlich selber als zarte Pflänzchen
wachsen sie und werden
oft missverstanden gar,
missbraucht,
als wären Repräsentanten sie
des Geistes selber.

Gespeichert unter: Neue Maier-Lyrik — Oktober 25, 2017 @ 2:48

Kunst und Natur

Kunst ist
die menschliche Natur,
die durch den freien Willen fließt.
Ist sie den Jahreszeiten unterworfen,
so wie die Vögel sich jetzt finden
zum Flug nach Süden,
um zu überwintern?

Was wäre Poesie
ohne das Frühlingsverlangen,
ohne die Sonnenkraft des Sommers,
ohne des Herbstes Farben,
ohne das Sehnen,
das den Winter überdauern lässt?

All dieses prägt die Kunst,
jedoch nach freier Wahl
der Schaffenden
zu einer für sie dann
passenden Zeit.
Nein, unterwerfen wird der Geist sich nie!

(Dies ist ein Kommentargedicht zu Barbaras Gedicht “Natur” hier: https://wasbleibtsite.wordpress.com/2017/10/24/natur/comment-page-1/#comment-632)

Gespeichert unter: Bekenntnisse, Neue Maier-Lyrik — Oktober 20, 2017 @ 5:11

Urvertrauen

Sie sortieren sich von allein,
die guten Gedanken von den bösartigen,
die hilfreichen Erinnerungen
von den verzweifelten,
die konstruktiven Vorschläge
von den zerstörerischen,
das Wohlfühlen vom Prassen,
das wehtut,
die ästhetischen Wahrnehmungen
von den abstoßenden Empfindungen.

Ich muss sie
nur lassen.

Gespeichert unter: Deutsche Dreizeiler, Neue Maier-Lyrik — Oktober 18, 2017 @ 2:14

Senryu-Foto

Ich geb es ja zu:
Ich bin eben vorgeprescht
als was Besondres.

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Gespeichert unter: Allgemein — Oktober 18, 2017 @ 1:46

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