Lyrisches von Helmut Maier

Wurzeln

Wurzeln suchen
im Kompost der Vergangenheit.
Wurzeln reißen
aus tradiertem
Unrecht.
Wurzeln treiben
im versendeten Blumentopf.

Wurzellos
Herrschaftsrechte über das
Mutterland
der Menschen
aufrechterhalten.

In Wurzeln verkrochen
keine Triebe
mehr entfalten.

Sterben
und sterben lassen
und sein gutes altes Recht
verteidigen
im zukunftslosen Acker.

Oder Wurzelgeflechte
nicht mehr entwirren
und Halt geben dem Lebenden.

zu finden schon 2004 bei https://www.lyrik.at/php/werk.php?task=werk&werknummer=30975&email=helmutmaier@culturebase.org#werk , wobei die Adresse helmutmaier@culturebase.org nicht mehr besteht.

9 Kommentare

  1. ahora

    Oder Wurzelgeflechte
    nicht mehr entwirren
    und Halt geben dem Lebenden.

    So ist es oft – jahrhundertelange Stagnation. Nur außen herum grünt es.
    Liebe Grüße
    Barbara

  2. Helmut

    Meinen Kompromiss aus der Verzwicktheit heraus hast Du treffsicher herausgefunden, liebe Barbara. Wenn ich mich richtig erinnere, ging es mir damals um die unterschiedlichen Wurzeln von hier im Land ansässigen Menschen.

    Liebe Grüße
    Helmut

  3. Petros

    Ich mag Wildblumenwiesen am liebsten. Dort wurzelt alles, was Fuß fassen kann und will, und das eine blüht neben dem andern. Nicht eine Pflanze muss sich ihres Aussehens oder Herkunft schämen.
    Gruß
    Petros

  4. Helmut

    Da sind wir soooooooo seelenverwandt, lieber Petros.

    Herzlichen Gruß
    Helmut

  5. Helmut

    Und jetzt noch ein Hinweis in eigener Sache:
    Liebe Freundinnen und Freunde,

    zur Zeit ist die Homesite von Maier-Lyrik – angeblich wegen Blog-und Server-Update – nicht erreichbar (https://www.maier-lyrik.de/blog).
    Ins Archiv kommt man allerdings (und damit auch zu fast allen anderen Funktionen). Dazu muss bei der Internetadresse nach „blog“ noch /archiv eingesetzt werden:
    https://www.maier-lyrik.de/blog/archiv

    Schön, wenn – hoffentlich vorläufig – da der Austausch weitergehen kann.
    Liebe Grüße
    Helmut

  6. Petros

    Ich kann dein Blog wieder erreichen.
    Gruß
    Petros

  7. Helmut

    Ich danke Dir, Petros. Da kannst Du meinen „Kommentar“ in eigener Sache bei Dir wieder löschen.

    Liebe Grüße
    Helmut

  8. bruni kantz

    Im Kompost der Vergangenheit müßte eigentlich Neues entstehen. Es müßten sich neue Triebe bilden, auch wenn das alte knorrige Wurzelwerk sehr verflochten und verworren scheint. Kompost bietet dem, was noch einen einzigen Funken Leben in sich trägt, Nahrung. Hier liegt also Hoffnung.

  9. Helmut

    Liebe Bruni,

    Das ist schön, wie Du mit der Vielschichtigkeit des Themas zurechtkommst. Ja, es gibt keinen anderen Gutes versprechenden Weg als die Hoffnung.

    Liebe Grüße
    Helmut

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