Lyrisches von Helmut Maier

Tag: 24. Februar 2010

Mats Bähr

Mats Bähr ( https://matsbaehr.de/index.html ) macht mir die Freude, in meiner Rubrik Gastlyrik zwei Gedichte vorzustellen. Lasst mich gleich vorneweg sagen, dass sie sich mir am besten erschlossen haben, nachdem ich von seinem geplanten Auftritt beim Kieler Poetry Slam am 11. März in der Pumpe ( https://diepumpe.de/?main=calendar&d=11&m=3&y=2010&w=4#4882 ) erfahren habe und mir die Texte laut vorlas.

Hier nun seine zwei Gedichte:

Stern

so böse guckst du, wie die faust dem morgen zugestreckt
liegst geborgen, gut versteckt
in deiner kalten, schwarzen höhle
stern
ein wort
was weißt du schon, was ich dich heiße
still verstrickt in zagen liebesträumen
wenn das weiße
tuch des friedens meine lippen schließt
und mein herz so haltlos öffnet
stern
ein punkt
doch auch die quelle großer werke
bloßer stärke
scheinst du selten angetan
nur manchmal merke
ich mir deine heimat, denn
wer wege weist, der ist ein licht
am pfad durch finsternis und furcht
und bleibt er nicht
an seinem plan
ist dieses werk nicht gut getan
das auf uns lastet und uns bindet
und wie ein stern am firmament verschwindet
wenn die schatten schmelzen
schwarze vögel
sich im kalten schlamm der städte wälzen
stern
du machst uns alles klar mit weißem licht
ob wir es sehen wollen
oder
nicht

—–

Neonteile

neonschicht im neonlicht
schadet neonteilen nicht
weißt die scharfen sensorleisten
reißt den strom aus datenkreisen
nacht zur nullten nanostunde
weicht der neonlichtsekunde
#amen

© 2020 Maier-Lyrik

Theme von Anders NorénHoch ↑