Lyrisches von Helmut Maier

Monat: März 2011 (Seite 1 von 3)

Spaß

Verlegen zerlegen,
verstört zerstören,
verstreuend zerstreuen?

Sammeln dagegen,
anbauen und ernten,
Störendes wegfegen?

Wo hört er auf,
der Spaß?

Keine Zukunft?

„man hat sie fortgebracht, und keiner sieht
wie schön sie ist,
man hat sie fortgebracht, und keiner weiß
wohin, wohin.“

Diese Zeilen erklangen gestern vor dem „Hotel Silber“, der ehemaligen Stuttgarter Gestapo-Zentrale, bei einer Kundgebung (mit anschließender Menschenkette um das Gebäude herum) gegen den von einem Investor geplanten Abriss dieses wichtigen Denkmals der Stuttgarter und baden-württembergischen Geschichte.

Sie sind bewegende Zeilen eines von Mikis Theodorakis komponierten Liedes mit dem Titel „Lied der Lieder“ nach einem Gedicht von Iakovos Kambanellis (deutsch von Gisela Steineckert).

Gesungen wurde das Lied vom ‚Freien Chor Stuttgart‘. Auch er trat damit dafür ein, dass dieser steinerne Zeuge des NS-Terrors nicht den Interessen geschichtsblinder Investoren geopfert werden soll – so wie auch die hier genannten Personen für den Erhalt des „Hotels Silber“ eintreten: https://www.die-anstifter.de/?p=9277

Zukunft

Ich hab mein Heute
gehen sehen,
schnurstracks auf dem Weg
nach morgen.
Blind auch die Richtung
nicht verfehlend,
aber dem Ungewissen
entgegen.

Mir aber
verwehren sich Strecken,
die meinen Gründen
widersprechen.

Oft bleibt ein Weg
nur noch gangbar.

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