Lyrisches von Helmut Maier

Monat: März 2017

Buchstabentaumel

Aufgescheucht wie die Blätter im Wind:
Buchstabentaumel erfüllt die Herzen
und Sinne der Dichter*innen.
Und sie sprechen sie aus,
die sich formen: Worte der Ruhe,
in der die Kraft ruht
zu neuer Dynamik!

Rückzugsorte

Rückzugsorte
muss ich aufsuchen
hin und wieder.

Rückzug hin
ins Getümmel
des Sinnstiftens.

Dort erst im Befriedigenden
komme ich zur Ruhe
und verzweifle nicht

am untätigen Versinken
im Namenlosen
des Unsinns.

Handeln

Handeln ohne etwas
in der Hand zu haben.
Nichtbestehendes
hervorzubringen
und die Welt zu verändern.
Das ist’s:
Sinnlosigkeit
sinnvoll zu gestalten
vermögen:
Glück bewirken.

Welch ein technischer Fortschritt
will uns daran hindern?
Lassen wir uns nicht
einsperren in
eine tote Wohlfühlwelt.
Die Rolltreppe
führt nicht nur hinauf
und selbst wenn
wohin verführt sie?

Alles ist eins

Alles ist eins
und eins ist vielerlei,
ist bunt und farbenfroh.
Im weißen Licht
verbirgt sich Regenbogenflut.

Wer hat denn Angst
vor dieser Flut,
die uns umfließt,
uns fühlen lässt als eines,
als Menschheit,
als ein Ganzes?

Märzensonne

Wer heute schon
die Märzensonne genoss,
ist hoffentlich vorsichtig mit ihr
umgegangen
und hat sie dosiert
angewendet.

Sie darf ja nicht
gar zu sehr brennen.

Ich selber muss
noch einen Tag oder zwei
oder drei
auf sie warten
oder?

Kommt Zeit,
kommt Sonne.

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