V o r dem Haus vergilbt der weiße Flieder.
H i n t e r dem Haus – im Herbst gekürzt –
kommt der Flieder jetzt erst richtig in Fahrt.

Die Vergißmeinnicht hinter dem Haus,
sie blühen in unermesslicher Fülle.

V o r dem Haus – auf der anderen Straßenseite –
üben eine Sechsjährige und auch ein Fünfjähriger
unermüdlich das Radfahren – hin
und auch wieder zurück.

Der Himmel ist einfach blau,
ihn kümmert nicht der fehlende Regen.
Ihm ist er egal!
Und i c h ?
Auch ich freue mich unbändig
über das schöne Wetter dieses Frühlings.

Der violette Ahorn
treibt und treibt und bläht sich richtig auf,
kugelt sich vor allen Leuten
und lebt.

Der 8. Mai kann kommen,
der Geburtstag meiner Mutter,
die ich vor 75 Jahren im Milchhäusle
untröstlich weinen sah,
ich, als Dreijähriger,
als sie die Nachricht erhielt

und es war doch ihr Geburtstag!