Lyrisches von Helmut Maier

Monat: August 2020

Von der besten Seite


Was ist die beste Seite?
So wie ich sein will?
So wie ich wirklich bin?
So wie du mich gern hättest?

Ich will doch immer meine beste Seite zeigen.
Was hättest du davon,
wenn ich nicht so sein wollte,
wie du mich haben möchtest?

Ein Macho, wie er im Buche steht?
Ein Schwächling, der nach dem Wind sich dreht?
So einer, wie er den andern gefällt?
Einer, so wie er passt in die Welt?

Oder nimmst du mich einfach
so wie ich bin?
Dann immerhin
muss ich nicht immer
meine beste Seite dir zeigen.

Denn du liebst mich
so wie ich bin.

Luther verehren?

Ich weiß wohl,
er würde heute noch
ein Apfelbäumchen pflanzen.

Werde ich ihm
heute noch
nacheifern wollen?

Bin ich dafür nicht zu alt?
Oder gilt das für immer:
„Wenn morgen die Welt unterginge …“

Jedenfalls werde ich heute noch
ein Gedicht schreiben:
„Was kann ich noch tun? …

Was kann ich noch tun?
Ich kann
den Hiroshima-Tag
mitgestalten in Esslingen.
Ich kann
Petitionen auch unterschreiben.
Ich kann
einem Bundestagsabgeordneten
einen Brief schreiben.
Ich kann
felsenfest darauf vertrauen,
dass das Gute doch endlich siegt.

Und ich bin
wieder getrost!

Und ich weiß,
dass ich Luther
wieder bewundern darf
für seine Courage:
Hier stehe ich.
Ich kann nicht anders.
Mein Visions-Glaube
helfe mir!

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