Lyrisches von Helmut Maier

Herbst und doch nicht Herbst

Wir kennen das:
Herbst ist es – und ist doch kein Herbst
wie immer.
Nebel auf dem Bodensee.
Bäume, durch deren kahles Geäst
die Sonne hindurchschaut.
Geheimnisse, nicht durchschaubar.
Strahlender Sonnenschein mitunter.
Lange, viel zu lange Zeit. Tage und Wochen.
Dann wieder Regenschauer. Unerwartet
und kühle Nächte. Und bald schon wieder.
Aber nur kurz.
Schnee gar in den Bergen.
Aber nur Millimeter.
Soll man wirklich die Heizung höherstellen?
Genügt nicht ein Pullover?
Wird es im Winter genügend Schnee geben
überhaupt?
Und das alles bei steigenden Durchschnittswerten

der Temperaturen des Herbstes.

10 Kommentare

  1. lintschi

    das ist ein toller text!
    ich bin komplett eingetaucht in den ersten teil.
    und dann fragen, die uns das leben stellt und die wir eben manchmal gar nicht beantworten können, sondern sie einfach leben müssen.
    alles liebe
    und einen schönen herbst für dich!

  2. Helmut

    Liebe lintschi, vielen herzlichen Dank für das große Lob! Die Fragen, die das Miterleben uns stellt, müssen wahrscheinlich einfach mit diesem Leben erlebt und vielleicht gerade so auch gelöst werden.

    Vielen Dank nochmal
    und liebe Grüße
    Helmut

  3. Syntaxia

    Die jahreszeitlichen Geheimnisse waren so „unschuldig“, jetzt jedoch haben sie sich gewandelt und werden zu Sorgenfragen.
    Wir Menschen haben sehr viel beeinflusst, leider nicht im Guten.

    Liebe Grüße,
    Syntaxia

  4. Helmut

    Oh, danke sehr, liebe Syntaxia!

    der Weg, den du weist, ist großartig ausgedrückt: von den „jahreszeitlichen Geheimnisse“n zu den heutigen „Sorgenfragen“. Danke dafür! Aber wissen wir es nicht inzwischen genau? Tun wir, was wir können, dagegen!

    Ganz liebe Grüße
    Helmut

  5. Bruni | Wortbehagen

    Soll man wirklich die Heizung höherstellen?
    Genügt nicht ein Pullover?

    Genau diese Fragen wälzen wir hier auch, lieber Helmut

    Liebe Grüße von Bruni

  6. Helmut

    Liebe Bruni,

    Es ist wunderbar, dass ihr diese Gedanken auch habt. Ich danke dir für diese Rückmeldung! Es ist eine grässliche Zeit, aber wir können viel lernen von ihr.

    Hab auch eine gute Zeit.
    Liebe Grüße
    Helmut

  7. Gabriele Pflug

    Lieber Helmut,
    deine nachdenklichen Zeilen verfehlen nicht ihr Ziel.
    Man kommt dann um die Frage nicht herum: Was kann ich tun?
    Liebe Grüße
    Gabriele

  8. Helmut

    Der Text ist tatsächlich zum Nachdenken! Ich danke dir sehr, liebe Gabriele!

    Liebe Grüße
    Helmut

  9. Isabella Kramer

    Es geht mir da ganz wie Lintschi, so schön bin ich in deinen herrlich verworteten Herbst eingetaucht und den Rest, ja den müssen wir leben, so wie es kommt.

    Ich finde in diesem Jahr sind die Farben des Herbstes besonders schön, die bunten Blätter haften so lang und in den letzten Tagen hatten wir wirklich die volle Herbstwetterpalette, erst herrliche Nebelmorgen und nun Schnee und eine frostklirrende Nacht.

    Sei ganz herzlich gegrüßt, lieber Freund.

    isabella

  10. Helmut

    Liebe Isabella, hab vielen Dank für deine Antwort! Ja, er ist schon herrlich, dieser Herbst. Ob er natürlich wirklich ein gutes Zeichen für das zukünftige Klima ist, wird sich zeigen. Vielleicht hast du ja einen größeren Optimismus als ich.

    Ganz liebe Grüße
    Helmut

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