Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

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Dass ich mir das wünsche

Was ich mir
für Deutschland wünsche
und wo möglich
auch für andere Länder –
ist es ein Testament?
Ein unerfüllbares?

Möglich wäre es ja schon,
was ich mir wünsche.
Kein Wolkenkuckucksland!
Aber erwartbar?

So vieles, was wir uns wünschen,
geht nicht in Erfüllung.
Und das Leben
geht weiter.

Aber es geht
nicht so weiter,
ohne dass ich es gewünscht hätte.

Dass ich es mir wünsche,
zeigt: Noch bin ich lebendig!

Meine Wünsche für Deutschland – und vielleicht tw. auch andere Länder

Schon v o r dem Ende der Corona-Krise (das dann vielleicht mit dem Impfen gegen den Virus möglich wird) wünsche ich mir den Abzug der noch 20 übrigen Atombomben im deutschen Büchel, viel mehr Geld für Friedensfachkräfte, d.h. entsprechend weniger Geld für die Bundeswehr, den Erhalt des Kopfbahnhofs in Stuttgart, d.h. den Umstieg vom weiteren Bau des Schiefbahnhofs mit der Gefahr von Brand-Katastrophen zu einem weit sichereren und viel effektiveren Bahn-Knotenpunkt Stuttgart, eine freiere Schulbildung mit weniger Notendruck als bisher und eine bessere Bezahlung für Pflegekräfte und andere „systemrelevante“ Berufe und eine linksgerichtete Koalitionsregierung nach der nächsten Bundestagswahl, die noch mehr Reformen durchführen kann.

Der 7. Mai

V o r dem Haus vergilbt der weiße Flieder.
H i n t e r dem Haus – im Herbst gekürzt –
kommt der Flieder jetzt erst richtig in Fahrt.

Die Vergißmeinnicht hinter dem Haus,
sie blühen in unermesslicher Fülle.

V o r dem Haus – auf der anderen Straßenseite –
üben eine Sechsjährige und auch ein Fünfjähriger
unermüdlich das Radfahren – hin
und auch wieder zurück.

Der Himmel ist einfach blau,
ihn kümmert nicht der fehlende Regen.
Ihm ist er egal!
Und i c h ?
Auch ich freue mich unbändig
über das schöne Wetter dieses Frühlings.

Der violette Ahorn
treibt und treibt und bläht sich richtig auf,
kugelt sich vor allen Leuten
und lebt.

Der 8. Mai kann kommen,
der Geburtstag meiner Mutter,
die ich vor 75 Jahren im Milchhäusle
untröstlich weinen sah,
ich, als Dreijähriger,
als sie die Nachricht erhielt

und es war doch ihr Geburtstag!



Erster Mai 2020

Das Friedensbündnis Esslingen
war heute nicht mit einem Stand
auf der Gewerkschafts-Veranstaltung
auf dem Esslinger Marktplatz
beteiligt, wie es das sonst war.

Die gab es nämlich nicht,
und zwar wegen der
Corona-Ansteckungsgefahr.

Trotzdem fand eine Protest-Aktion
des Stuttgarter Aktionsbündnisses gegen S21
gegen sklavenähnliche Verhältnisse
unter türkischen Arbeitern bei S 21,
die sogar teilweise unter Corona-Infektionen
leiden mussten, vor dem künftigen
Schiefbahnhof-Neubau in Stuttgart statt.

Ich habe darüber nur einen
Video-Bericht gesehen –
im Internet.

Es war furchtbar, was da zu hören war.
Unbeachtet von der Öffentlichkeit
wurden Menschen in den Höhlungen
unter Tage unmenschlich behandelt.

Und das war der Tag der Arbeit!
Es regnete zwar immer wieder,
aber richtig schlecht war das Wetter nicht.
Wenn man nicht eingesperrt war
in Quarantäne, hätte man
an die Luft gehen können – durchaus!

Läuse

Ist dir eine Laus übers Efeu gelaufen?
Nicht nur eine, sondern mehrere?
Eine ganze Kolonie?

Zu Hilfe, schreist du?
Gut, dass es das Internet gibt!
Brennnesseljauche soll helfen.
Oder Schmierseifen-Wasser!

Du wirst es schon rausfinden,
was da hilft!
Oder meinst du nicht?

Unser kleines Gärtchen

Ich sitze auf unserer steinigen Terrasse,

schöne Steine sind’s: roter Granit,

ich habe so oft bei schönem Wetter

hier das Mittagessen kredenzt,

auch jetzt ist das Essen bereitet:

einfache Nudeln mit Sauce und Salat,

den Blick auf das Gärtchen gerichtet:

jeden Tag ändert es sich, Neues entsteht,

jeden Tag frische Hoffnung

auf neue Pflanzen, neues Erblühen!

Unser Gärtchen: Vom Birkenbaum beherrscht,

mit Angepflanztem, aber auch wild Wucherndem,

jeden Tag Überraschungen, ach, und Hoffnungen.

Ja, es lebt sich hier gut, Wenn es nicht regnet!

Aber wie nötig das Wasser doch ist!

Ja, es müsste mal wieder regnen!

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