Bleiben

Gespeichert unter: Neue Maier-Lyrik — 30. März 2008 @ 11:33

Ich bleibe, wo mein Omaland mit
Mutter-, Opa- und Vaterland
sich verbinden
könnte,
Blicke nach beiden Seiten
sich bieten.
Pilze zu suchen
und Tiefe zu ahnen, daraus
Gedichte zu machen.
Proletarier sein
und Landkind
und in den Mauern unseres
Hauses
Stadtwohnung simulieren
mit Internet-Anschluss
heißt das Dorf
zu bewohnen
in dieser Zeit.
Aus Punkten voll
lichtiger Farben
das Bild des Lebens
zu malen,
bietet die Ruhe
des Bleibens,
bis irgendwann ich bleibe
in Mutter Erde
und in den Lüften blicke
auf Schwester Teck.

15 Kommentare »

  1. manacur:

    Verweilen
    zu Hause
    verbunden mit Ferne
    Zeit, die uns geschenkt
    gerne
    © CH

    LG
    Curt

  2. Helmut:

    Danke für die poetische Einfühlung, lieber Curt.

    Liebe Grüße
    Helmut

  3. mikel:

    eines Deiner besten

    Stadtwohnung simulieren klingt genial…

  4. Helmut:

    Oh danke, Mikel. Ich selber hatte es trotz gründlicher Arbeit daran (fast) noch für unfertig gehalten.

    Liebe Grüße
    Helmut

  5. mikel:

    oh, eine Beta Version

    dann bin ich aber ‘mal gespannt auf die 1.0

  6. Helmut:

    Das kann aber noch eine Weile dauern!!!
    Aber Deinen freundlichen Druck kann ich grade noch aushalten ;-)

  7. Petros:

    Das ganze Gedicht klingt für mich so “höchst-persönlich”, ist Standort-Bestimmung und Zeit-Reise zugleich.

    Wo ich noch hake…Ist es ein Freuden- oder ein Leidensgedicht? Irgendwie höre ich in jedem Vers beides.

    LG
    Petros

  8. Helmut:

    Vielleicht eine Standortbestimmung, bzw. der Versuch sich darüber klar zu werden.

    LG
    Helmut

  9. syntaxia:

    Da ich auch ein echtes Landkind bin und bleibe, kann ich nachempfinden was du schreibst.

    ..grüßt dich Monika

  10. ahora:

    Lieber Helmut, Du hast es noch, das Gefühl für die Heimat, das vielen verloren ging.
    Du wohnst an der Teck, Deiner Schwester oder in der Nähe der Burg Teck?
    Eine Gegend, die Dir mit lichtigen Farben das Bild des Lebens malt.Schön gesagt.
    Liebe Grüße
    Barbara

  11. Helmut:

    Liebe Monika, liebe Barbara,

    Da will ich mich vorsichtshalber (obwohl ganz viel Eigenes von mir im Text steht) um der Glaubwürdigkeit halber auf das lyrische Ich zurückziehen: Landkind und Proletarier muss sich nicht auf mein ganzes Leben beziehen. Mein Wohnort auf dem Schurwald mit Blick auf die Teck (vor allem von dem neuen Teil des hiesigen Friedhofs) ist die Metapher für das, was im Text Schauplatz ist.

    Leider kann ich damit nicht alle Erwartungen erfüllen, die an den Zusammenhang mit meiner Biographie gestellt werden. Trotzdem denke ich, dass Ihr den Text so verstanden habt, wie er gemeint ist.

    Liebe Grüße
    Helmut

  12. ahora:

    Deine Ausführungen sind interessant. Verständlich aber auch unsere Folgerungen.
    Menschen, die eine Heimat haben und ihr dazu noch verbunden sind, erwecken in mir eine leicht anklingende Sehnsucht.
    Ich bin entwurzelt, schon als Kind eine Vertriebene und im späteren Leben sechzehn Mal umgezogen.
    Meinem Wesen kam das allerdings entgegen und ich, bzw. wir haben die Standortwechsel immer genossen.
    Liebe Grüße
    Barbara

  13. Helmut:

    Liebe Barbara,

    In gewisser Hinsicht - großräumiger gesehen - habe ich noch die gleiche Heimat wie immer. Nur, abgesehen von der Evakuierung mit meiner Mutter in der Nähe des Schwarzwalds im Krieg, bin ich immerhin auch schon sieben Mal umgezogen, allerdings nicht immer mit Genuss.

    Übrigens stammen meine Großeltern und Urgroßeltern schon aus unterschiedlichsten Gegenden (wenn auch ungefähr in Württemberg), weiter zurück in der mir bekannten Geschichte geht’s dann bis nach Kärnten zurück.

    Das Dorf, in dem ich lebe, hatte zwar einmal die gleichen Ortsherren wie das Dorf meiner Maier-Väter, aber ich betrachte es dennoch nicht wirklich als echte ursprüngliche Heimat.

    Liebe Grüße und vielen Dank für Deine Beschäftigung mit dem Thema, die mich weiter herausgefordert hat nachzudenken.
    Helmut

  14. ahora:

    Ich sehe, beim Gedicht war das lyrische Ich zugange, wie Du ja weiter oben selbst gesagt hast.

  15. Helmut:

    Oh ja!

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