Grau ist der Himmel
Wäre da nicht
das Hoffnungslicht in mir
Wehe, ich würde versinken
Grau ist die poltische Lage
Wäre da nicht
das immerwährende Hoffen
auf endliches Gutes
Blau muss es wieder werden
Wäre da nicht
die lange Zeit noch
bis alles besser werde
Fast zum Verzagen
Ein kleines Mädchen
das aus einem Auto
eingequetscht in Metall
auf der verunglückten Binnenflucht
allein mit seinen toten Eltern
die Notfallstelle anrief
dieses Mädchen aus Gaza
erst fünf Jahre alt
wurde vor Eintreffen
der alarmierten Hilfe
mit Tausenden von Schüssen
vom Panzer aus oder sonstwoher
doch getötet schließlich
Keine Nachricht darüber in den
israelischen Nachrichten
Ich habe gerade den Roman Beduinenmilch von Nirit Sommerfeld fertiggelesen. Ich muss sagen: So bewegt wie bei diesem Buch war ich selten, möglicherweise noch nie vorher.
Eine siebzehnjährige junge Frau reist nach Israel. Sie steht kurz vor ihrem 18. Geburtstag. Sie ist, da ihre Eltern Israelis und Deutsche sind, auch mit einem israelischen und deutschen Pass ausgestattet.
Sie entscheidet sich schon ohne Wissen ihrer Eltern dafür, in Israel Soldatin zu werden.
Doch ihre grausigen Erfahrungen in Israel, die der Leserin oder dem Leser die ganze schlimme Geschichte Israels deutlich macht, bringen sie während ihres Aufenthaltes immer mehr zu dem Entschluss, eben nicht Soldatin zu werden, obwohl sie gerade durch ihre schönen und auch aufregenden Erfahrungen in Israel dieses Land immer mehr als ihre eigentliche Heimat empfindet – was sie ihren Eltern lange nicht mitzuteilen in der Lage ist.
Doch am Schluss kommt alles ganz anders, als sie es zunächst empfunden hat, und sie trifft eine andere Entscheidung als sie es selbst erwartet hatte.
Ein paar Winter ohne Schnee
und dann plötzlich eisiges Entsetzen
wenn es ein wenig Chaos gibt
Sind wir Winter ohne Schnee
schon gar nicht mehr gewohnt
Hat uns der Klimawechsel schon so im Griff
Statt dass wir uns freuen:
Es gibt noch einen Winter
Noch ist das Chaos nicht wirklich groß
Wenn wir mächtigen Männern (oder Frauen) ihre größten Ängste nehmen könnten, dann wäre das für sehr viele Untertanen eine Riesenerleichterung.
Wer kann dem Untäter noch Halt gebieten
in unserer Zeit
der doch so gute Argumente
sein eigen nennt
dass er alles verwirft
das uns heilig war
bis jetzt anscheinend noch
Tolstoi
Kant
und Jesus
ihre Worte gelten nichts mehr
heutzutage
Wer Macht hat
kann alles machen
heutzutage
Ohne Moral
ohne Gesetze
selbst ohne irgendwelche
wirklich guten Argumente
Wollten wir‘s ändern
müssten wohl wirklich alle Jugendlichen
den Wehrdienst endgültig ablehnen
total auf der ganzen Welt
Denn sonst bleibt nur die Macht
dass alles getan wird
was den Mächtigen gefällt
und nicht Frieden zu bewahren
Und wollen wir das wirklich?
Willkommen liebes neues Jahr
Und bleib gesegnet nun das alte
Was hilft‘s man muss dich erst mal lieben
Mach‘s bloß nicht schlechter als das alte
Bring Frieden mit und auch Glückseligkeit
Lass niemand dich zu stark beschimpfen
Lass wenigstens das Glück besser empfinden
Und lass nicht so viel Pech drin finden
Lass Edelsteine funkeln heller
Lass lauter Güte drin erblicken
lass uns zu uns und euch zu euch auch finden
und lass uns alle aneinander binden
Ich glaube fest – ich muss es wohl –
dies Jahr muss endlich Bessres bringen
es muss doch manches dieses Mal
doch besser uns gelingen.
So schönes Wetter heute
am kürzesten Tag heute
(wird er womöglich nicht:
eher später noch der kürzeste –
obwohl das gar nicht so klar ist)
Aber die Sonne dreht sich wieder
in unsere Richtung: nach Norden
Da leben ja wir
Und da werden die Tage
deshalb jetzt länger wieder
(wenn auch vielleicht nicht wirklich heute)
Trotzdem die große Freude
die übergroße, köstliche Freude
und so willkommen
du Sonne
du warme
du liebe – wirklich willkommen
(wenn vielleicht auch noch
kalte Winde blasen
werden)
Wie schön, wenn eine schwere Last
mir von den Schultern gleitet
und alles sich wieder fügt
wieder einfügt in einen Kosmos
Im Privaten ist das wohl möglich
ist nicht nur möglich
geschieht manchmal auch
und ich bin dann wieder ganz
wieder gesund und munter
Warum nicht im Leben der Völker
Da gibt es wohl auch das Bewußtsein
„Alles ist möglich“
Aber wie viele Leiden
Menschenleben oft kostet es
und irrsinniges Leiden
Und nur sehr selten
kommt es zum guten Schluss
Und kommt es zum Schluss
wie wunderbar scheint es zu sein
bis zum nächsten Konflikt
Frieden sei eine Praxis
und nicht nur Hoffnung
hörte ich neulich
Wie schön wäre die,
wenn die Last von den Schultern
der Menschen dann glitte
Ich habe erst gestern wieder
bei Regen und bei leichtem Schneefall
mich ein bisschen mehr an den Winter gewöhnt
die lange Unterhose ausgezogen
die kurze dafür angezogen
und trotzdem gar nicht gefroren
So sollte es wohl weitergeh‘n
auch im kälteren Winter dies‘ Jahr
habe mir vorgemerkt nicht mehr zu frieren