Ile de France
Die Sphären
der Quadratur begreifen.
Die vier Weltecken
als die Vielfalt des Lebens sehen.
In die Sphären eingebettet,
aber begriffen
mit den vorsichtigen
Fingerspitzen.
Die sorgfältigen
Diebsfinger
als Hinweis
auf nötige Sorgfalt achten,
lachen
über die verschwundenen
zwei Flaschen Wein,
das alte Brot,
den eben erst gekauften
französischen Käse,
sogar den inzwischen fehlenden Vorrat
an Margarine noch
im kleinen Wohnmobil.
Keine Medizin fehlte,
keine Ausrüstungsgegenstände
für die Reise,
nicht der Kraftfahrzeugschein,
den sie offen liegen ließen,
nichts von Bedeutung,
keine von den Kleinigkeiten;
den vielen Notwendigkeiten.
Im Wald von Fontainebleau,
wo wir die Ritzungen
nicht fanden
aus der Anfangszeit
begrifflichen Denkens,
die Marie König einst deutete
in den Kulthöhlen
der Ile de France:
die Sphärenkugeln
und windrosendurchkreuzten
Schalen,
die heiligen,
Himmel und Erde
je eigen bedeutend,
die Gitter,
die allumfassenden,
detailliert diese Welt
betrachtenden
und ihre Ordnung.
Keine Vulva,
kein Pfeil,
die Sterben und
wiedergeborenes Leben
in der Vereinigung
der Drei und der Vier,
von Zeit und Raum
uns versprechen
schon seit mehr
als zwanzig tausend Jahren.
Einen Tag erleben,
in dem so viel
Platz hat,
ja, hatte.
9 Kommentare »
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August 13th, 2008 @ 10:45
Zeigt mir viel, gibt mir viel, macht mit mir viel… Danke.
Gruß
Petros
August 13th, 2008 @ 11:32
Könnte ich mir ein schöneres Kompliment wünschen? Nein, darin liegt höchste Befriedigung!
Danke, Petros!
Und liebe Grüße
Helmut
August 13th, 2008 @ 16:20
“Einen Tag erleben, in dem so viel Platz hat”
diese Quintessenz mag ich sehr
sich bewusst zu machen, was alles um uns und mit uns ist
und es annehmen können
liebe Grüße
Uta
August 13th, 2008 @ 18:03
Deine Zeilen zeigen,
dass auch du ein Mensch bist,
der mit allen Sinnen ein anderes Land bereist.
Du hörst, siehst, erspürst,
du verstehst und begreifst..
..grüßt dich Monika
August 13th, 2008 @ 18:25
Mich erinnert Dein Gedicht an längst vergangene Zeiten, als manacur und ich die Pariser Gegend durchforscht haben. Der Geruch der Bäckereien am Morgen - Baguette, Käse und Rotwein, der Lumpensammler mit seinem heiseren Ruf zwischen den hohen Straßenschluchten, der Clochar schlafend unter einem abgestellten Wagen … Diese kleinen Stiimmungsbilder sind es, die ich zuerst erinnere.
August 13th, 2008 @ 21:18
Ja, Helmut, wie reich doch das Leben sein kann, wie viel Substanz ein einziger Tag manchmal haben kann, und wie wenig Abbruch ein paar Unstimmigkeiten dem grossen Ganzen der schönen Erlebnisse anhaben können…
Liebe Grüsse,
Brigitte
August 14th, 2008 @ 10:14
@Uta, Monika, Barbara und Brigitte:
Ich danke Euch allen fürs Einfühlen in so eine Weltverstehens-Situation.
Liebe Grüße
Helmut
August 14th, 2008 @ 21:42
Paris kenn ich von unten nur,
Ich schlief dort unter Brücken;
Doch braucht ´s von Mitleid keine Spur,
Ich tat ´s aus freien Stücken.
Danke, dass Du so tolle “Bilder” aus Frankreich mitgebracht hast.
August 15th, 2008 @ 8:22
Danke, Paul, dass Du noch ein Bild hinzugefügt hast. Das belebt ungemein.
Liebe Grüße
Helmut