Zwischen Teich und See

Gespeichert unter: Neue Maier-Lyrik — 9. Juli 2009 @ 16:06

Zwischen Teich und See,
Regenschauer zog vorbei.
Tropfen aus dem Blätterdach
tropfen auf die Wasserfläche,
wo die Frösche quaken.
Einer funkelt, Regenbogenfarben
sprüht er, fällt nicht runter
auf den Teich; viele funkeln,
viele tropfen auf die Wasserscheibe,
malen Kreise, malerisch sich
überschneidend, malen Monde.
Meiner, den ich still betrachte,
der fällt nicht, hält das Licht,
das die Sonne ihm geliehen,
mitten in dem Grün, dem frischen.
Kloster Birnau mir im Rücken,
könnte mich kaum mehr entzücken.
Lange braucht’s, bis Sonnenlicht
immer fahler durch die Wolken bricht.
Fahler wird das Funkeln dort im Dunkeln.
Überall im Blätterdach glitzert’s noch;
doch mein Perlentropfen:
Ungerührt harrt er aus, verschwindet nicht,
geht erst mit dem letzten Licht,
denke ich – da werde ich
weggerufen und den Schluss
kann ich mir dann nur noch denken.

10 Kommentare »

  1. rosadora g. trümper tuschick:

    du bist ja ein grosser romantiker.
    aber irgenwo sind wir das ja alle.

    einen schönen abend.
    rosadora

  2. Helmut:

    Danke für den Wunsch, liebe Rosadora, und danke für die Einschätzung eines Poeten, der sich gerne auch um politische Fragen kümmert.

    Liebe Grüße
    Helmut

  3. Quer:

    “Ein offenes Ende” könnte man das nennen und sich freuen, dass man es sich so und anders ausmalen kann…

    Und Parallelen gibt’s da auch zuhauf!

    Liebe Grüsse,
    Brigitte

  4. Bjoern:

    Langsames Ausdörren? Sonnenschein bis zum bitteren Ende.

  5. syntaxia:

    Eine feine Stimmung, lieber Helmut.
    Wunderbar so naturversunken zu sitzen..

    ..grüßt dich Monika
    (und nimmt gleich noch einmal lesend daran teil :-) )

  6. Helmut:

    So oder anders sich’s ausmalen, liebe Brigitte, das sieht man bei Bjoern …
    Schön, liebe Monika, dass Du noch einmal daran teilnehmen konntest.

    Ich danke Euch, Bjoern, Brigitte und Monika, für’s Kommentieren und grüße Euch
    Helmut

  7. ahora:

    Möge er Dir immer in Erinnerung bleiben - der Tropfen.

    Liebe Grüße Barbara

  8. Helmut:

    Das wird er!

    Danke für den Wunsch, liebe Barbara, und liebe Grüße
    Helmut

  9. Anguane:

    Vielleicht fliegt er ja einfach davon - dieser himmlische Tropfen. Er scheint sich ja nicht so gerne anzupassen. Wunderbare Stimmung, in die man ein- bzw. abtauchen kann.

    LG
    Anguane

  10. Helmut:

    Genau, dieses Hinübergleiten in eine alternative Realität ist es, liebe Anguane, die ich am liebsten mit meinen Gedichten erreichen möchte.

    Vielen Dank und liebe Grüße
    Helmut

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