Archiv fürNovember, 2009

Posted:Samstag, November 14th, 2009 @ 7:50 in Neue Maier-Lyrik, Theorie der Lyrik
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Kleine Reimkunde II

Der Schiller war halt Schwabe*,
das merkt man überall;
nicht groß war seine Habe,
hatte kein Pferd im Stall.
So glaube ich: Er hatte Schulden
und konnte wer sich nicht gedulden,
so hätte der’s ihm abgespannt.
So war das Brauch damals im Land.
Als Schwabe hat der Schiller auch,
wie’s noch bei meiner Oma Brauch
nicht ö und ü streng unterschieden
von ee und ii und [...]

Posted:Samstag, November 14th, 2009 @ 12:04 in Neue Maier-Lyrik, Theorie der Lyrik
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Kleine Reimkunde I

fürs Verstehen Schriftdeutsch sprechender Schwaben
Im Schwabenland, da reimt sich zwei
Nicht wirklich rein auch auf die Drei [dreii].
Es reimt sich aber auf den Mai.
Doch reimt’s gewiss sich nicht auf frei. [freii]
Sprach Oma* schriftdeutsch, war die Freude [fraide]
ein Reimwort auch für alle beide:
für „tu mir bitte nichts zu Leide“
und auch fürs schöne Sommerkleide.
Egal wie ausgesprochen: Freude, [...]

Posted:Donnerstag, November 12th, 2009 @ 12:12 in Allgemein
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Unglaublich poetisches Haiku

Es ist hier zu finden: HIER

Posted:Donnerstag, November 12th, 2009 @ 8:40 in Aphorismen
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Aphorismus 20/09

Das Böse, das ist das Unvollkommene, das vorgibt, das Vollkommene zu sein.

Posted:Mittwoch, November 11th, 2009 @ 8:52 in Neue Maier-Lyrik
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Stimmungslagen

Wann’s richdich en mir brodlat,
no bruddel i net bloß.
Ond wann d’r Schmerz isch groß,
ka’s sei, dass no ois jodlat.

Posted:Montag, November 9th, 2009 @ 1:12 in Neue Maier-Lyrik
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Der Mauerfall

Die Freiheitsflügel
der couragierten Gedanken
überwanden die Mauer
im Flug; und schließlich
mit oder ohne Seelengeleiter
warfen mit Mut in den Muskeln
die Menschen in den Orkus die Mauer.
Sie strömten ins Land,
wo Milch und Honig
für die Besserverdienenden
reichlicher floss.
Was macht so was schon
für die da klettern
auf die Mauer des Gefängnisses
gemeinsamer Kargheit
und tanzen?
Erst wieder ernüchtert
fühlten viele, wie schwer
Arbeitslosigkeit drückt
auch im Paradies,
wohin die Eingesperrten
drängten [...]

Posted:Sonntag, November 8th, 2009 @ 12:16 in Neue Maier-Lyrik
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Beziehungsstruktur

Am langen Tisch, da sitzen
beim Raclett der Enkel,
seine Mutter,
die Kusine des Enkels,
die Schwester der Mutter
des Enkels,
die Großeltern auch,
die zwei Mitbewohner,
einer davon der Freund
der Mutter;
dessen Tochter mit
der zweiten Kusine
und deren Eltern,
adoptiert, angeheiratet:
eine Struktur aus Patchwork
und Wohngemeinschaft gemischt:
Vielfalt.

Posted:Freitag, November 6th, 2009 @ 7:19 in Aus älterem Archiv
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Vater und Mutter?

Mit dem Vaterunser
ist es
wie mit dem Paternoster:
Immer im Kreis,
aber dem der Ziege am Pflock,
der auf der Stelle treten bedeutet.
Nicht im fruchtbaren Zyklus des Werdens
von Winter und Sommer.
Immer auf und ab,
börsengleich,
das heißt letztlich doch: ab:
mit Stellenabbau,
ohne lebendige Entwicklung.
Aber er ist
ja vielleicht
überfordert,
der Alleinerziehende.

Posted:Donnerstag, November 5th, 2009 @ 10:57 in Aphorismen
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Aphorismus 19/09

Das Erinnern ist oft viel exakter als die Erinnerung.
Kommentar zu “Wechselndes Erinnern” von Petros.

Posted:Mittwoch, November 4th, 2009 @ 10:39 in Neue Maier-Lyrik
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Haiku

Vom Schauer durchnässt
Vielfingriges Ahornblatt
Geklebt auf Asphalt