Enge und Weite
Ich will
Geborgenheit spüren.
Ich verberge mich
in der Enge des Schicksals,
in der Faust des Vergessens.
Huch, sagte die Fliege,
ich hoffe nur,
dass die Muskelmassen
um mich rum
mich nicht zerdrücken.
Da öffnet hin zum Licht
sich ein Spalt
und ich fliege hinaus
in die Weite,
entfliehe der Enge.
Wie weit darf ich fliegen,
um im Rachen
einer Fledermaus
nicht zu verschwinden?
14 Kommentare »
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Februar 18th, 2010 @ 14:37
Enge und Weite. – Ein- und Ausatmen ist wohl auch ein geistiges Gesetz – aber bei verschiedenen Menschentypen auf verschiedene Weise.
Richard Benz, (1884 - 1966), deutscher Germanist und Schriftsteller
Februar 18th, 2010 @ 14:55
Danke für den Hinweis auf Richard Benz, lieber Petros.
“Der Mann wird Realist gewöhnlich in dem Augenblick, wo ihm die Zähne zum Beißen ausgehen.” Das ist auch von ihm. Da habe ich ja noch ein bisschen Zeit …
Liebe Grüße
Helmut
Februar 18th, 2010 @ 16:57
Tja, wenn man denn wüsste, was gut für einen ist - nicht nur als Fliege…
Übrigens ein feiner Text zum Thema!
Liebe Grüsse,
Brigitte
Februar 18th, 2010 @ 17:37
Ja, die Balance zwischen den Polen zu finden ist Glücksache …
Danke, liebe Brigitte.
Und herzliche Grüße
Helmut
Februar 18th, 2010 @ 17:54
einfach die andere richtung nehmen, lieber helmut,
und immer schön schaun, wo sich ein spalt auftut.
einen schönen abend
rosadora
Februar 18th, 2010 @ 18:23
Liebe Rosadora, ich werde mich bemühen!
Liebe Grüße
Helmut
Februar 18th, 2010 @ 19:36
Wir warten ja schon alle auf den Spalt, der sich nun öffnen muss. Ich zumindest, werde sehr ungeduldig..
lieben Gruß
Februar 18th, 2010 @ 20:22
Eine naheliegende Interpretation, auf die ich selber noch gar nicht kam. Aber, wie gesagt, naheliegend bei der knappen Lichtlage immer noch.
Lieben Gruß
Helmut
Februar 18th, 2010 @ 20:39
Bei den feinen Zeilen, frage ich mich, was dich wohl inspirierte, lieber Helmut.
Fast untypisch für dich, würde ich meinen - aber SCHÖN!!
(bitte nicht falsch verstehen)
Weißt du woran ich sofort dachte? An einen Stent, der wenn ich mich richtig erinnere, in dieser Zeit wieder eine Kontrolle erfährt.
Er, der die Enge weit macht..
..grüßt dich syntaxia herzlich
Februar 18th, 2010 @ 21:23
Du hast ein fabelhaftes und mitfühlendes Gedächtnis, liebe Syntaxia. In einer Woche ist die Angiographie fällig. Die Etymologie von “angio” sagt “Gefäß”. “Enge” könnte nicht weit davon entfernt sein; ich hab’s aber nicht nachgeprüft.
Danke, fürs Mitfühlen und für das Lob.
Liebe Grüße
Helmut
Februar 19th, 2010 @ 20:35
die Suche nach Schutz
und gleichzeitig die Angst vor der Vereinnahmung
lese ich in diesen Zeilen
es scheint viele Möglichkeiten zu geben
lieben Gruß
Uta
Februar 19th, 2010 @ 21:19
Ja, die gibt es, liebe Uta.
Danke für Deine Einfühlung
und liebe Grüße
Helmut
Februar 23rd, 2010 @ 23:52
das gedicht gefällt mir auch. ich wünsche ihnen eine gute reise und eine sanfte landung.
lg
s.
Februar 24th, 2010 @ 11:53
Danke für den Besuch auf meinem Blog, liebe(r) s.*
Das “Fliegen” in meinem Text ist natürlich(?) eine Metapher - aber das ist Ihre “Reise” ja vielleicht auch?
Liebe Grüße
Helmut
* http://sehnsuchtistmeinefarbe.twoday.net/