Frühlings-Erwartung

Gespeichert unter: Neue Maier-Lyrik — 3. Mai 2012 @ 13:21

F: Fortschrittsglaube als utopisch verbrämt erklärt.
R: Reue über jede verpasste Chance.
Ü: Überschwang als Gefahr gefürchtet.
H: Heute ist nur die Vorbereitung aufs Morgen.
L: Lange, überlange erscheint die Zeit bis zur Reife.
I: Irgendetwas enttäuscht jeden Tag.
N: Nie ist etwas fertig, nur schon vergangen ist manches.
G: Gerne gilt nur die Zukunft als ideal.

Maienwonne erfahren.
Jubelnd jeden Tag lieben.
Köstliches wirklich kosten können.

Wahrlich, das bleibt Dir so versagt.

8 Kommentare »

  1. Petros:

    Ich erkenne da bei dir eine eher pessimistische Erntwicklung…

    Gruß in die Maienwonne!
    Petros

  2. Helmut:

    Nein, nur eine Warnung, lieber Petros. Auf das “so” lege ich großen Wert!

    Liebe Grüße
    Helmut

  3. Moni:

    Wie gut, wenn die Warnung so gut zu erkennen ist (darum definiere ich “Frühling” auch lieber ganz anders) - und dass die Wonnen so gepriesen werden…

    Einen wonnigen Maiabend wünscht
    Moni

  4. Helmut:

    Audiatur et altera pars - Man höre auch die andere Seite. Das ist wohl nicht nur in der Juristerei ein wichtiger Wahlspruch.

    Danke, liebe Moni,
    und herzliche Grüße
    Helmut

  5. syntaxia:

    Lieber Helmut,
    da bleibe ich an dem Satz hängen und würde ihn schon als Aphorismus bezeichnen: Irgendetwas enttäuscht jeden Tag!
    Ich weiß, du bist ein positiv denkender Mensch, dann findest du die andere Variante dazu sicher auch.

    ..grüßt dich Monika schmunzelnd

  6. Helmut:

    Tja, liebe Monika, bestimmt enttäuscht irgendetwas jeden Tag. Die Frage ist dann, wovon man sich bestimmen lässt. Allerdings kann auch mehr als eine Enttäuschung auftreten. Davor bin ich - gerade als kritischer Beobachter - nicht gefeit. Da kann wirklich nur ein fester Glaube helfen, dass - und eingeschränkt: wenn - es sich lohnt sich für das Gute einzusetzen.

    Liebe Grüße
    Helmut

  7. Traveller:

    die kritischen Punkte sehen, aber trotzdem den Mai bejubeln und das Leben genießen
    ich mag diese Sichtweise, die nicht verdrängt, aber auch nicht im Beklagen verharrt

    lieben Gruß
    Uta, die jetzt ein bisschen Mai nachliest

  8. Helmut:

    Dass Du das magst, freut mich sehr, liebe Uta.

    Herzliche Grüße
    Helmut

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