Einen neuen Tag beginnen
als wäre er ein Neuanfang
wie er es nur sein kann
wenn er bewusst begangen wird
So kann er wirklich wirken
und etwas Neues in seinem Zauber bilden
Also voran, voran
Lasset ihm etwas zutrauen
diesem Neuanfang
Lyrisches von Helmut Maier
Einen neuen Tag beginnen
als wäre er ein Neuanfang
wie er es nur sein kann
wenn er bewusst begangen wird
So kann er wirklich wirken
und etwas Neues in seinem Zauber bilden
Also voran, voran
Lasset ihm etwas zutrauen
diesem Neuanfang
Das Fenster meines Arbeitszimmers
geht auf die Straße zu
Gegenüber steht ein älteres Haus
mit guten Bekannten (meiner Frau
und meines Nachbarn auch)
Daneben rechts weiter hinten
grüne Bäume (immer noch grün)
Links weiter hinten
das katholische Gemeindezentrum
(mir fast fremd)
Die Straße führt hinab
zum evangelischen Pfarrhaus
(mir inzwischen auch fast fremd)
Die Straße hinauf kommt man
auf die evangelische Kirche zu
(seit der Reformation evangelisch –
ich glaube: eine alte Marienkirche
(was mir fast wieder gefällt
Aber mir inzischen auch fast fremd ist)
Es fahren auf dieser Straße
nur mäßig wenige Autos
so dass es Sinn macht
auf unseres mit meiner Frau
innen Ausschau zu halten
wenn ich weiß dass sie kommt
zu angegebener Zeit
Und sonst schreibe ich
an dieser Stelle wo ich den Ausblick habe
manche meiner Gedichte
und glaube fest daran
dass sie gefallen
gut gefallen sogar
Ich lege meine Hand auf die uralte Hand
auf der Säule in der Krypta der Kirche
Sie erinnert an die Altsteinzeit
Sie gibt mir etwas Wunderbares:
ein Bewusstsein des Lebens vor vielen tausend Jahren
und mein Bewusstsein gilt jener Zeit wieder
Ich lege meine Hand auf die Hand meiner Frau
unter meiner weichen Bettdecke
Sie erinnert mich an wunderbare Zeiten
mit ihr in vielen Ländern Europas
und sie schafft ein Bewusstsein
dass sie mich liebt – immer noch
Und ich sehe sie oben auf dem Felsen
wo ich nicht mehr mitkam – da hinauf
Sie steht da und schaut herunter zu mir
und da kommt sie schon die letzten Stufen herab
und ich empfange sie erneut
So dicht schienen die Nebelbänke zu sein
Auf der Fahrt nach Rocamadour
tauchten wir ein in den Nebel
Würde der nun alles verdecken
Würde alles verschwinden im grauen Schleier
Aber nein!
.
Es war wie ein Freiraum rings um den Bus
Erst nach 3 bis 8 Metern sah man wieder
den dichten grauen Nebel so undurchdringlich liegen
zwischen den Bäumen rechts und links
Alles innerhalb des Umkreises um den Bus
war so deutlich zu sehen wie sonst
.
Der Weg zur schwarzen Madonna
führte zur nächsten Nebelwand
Wieder das gleiche unheimliche Bild
Wieder der dichte Nebel und
der lichte Freiraum um den Bus
Nahmen wir das wahr als ein Wunder
oder war das die Normalität in diesem Tal
oder so überall in der Gegend
durch die wir Rocamadour uns näherten
.
Und in Rocamadour lösten die Nebel sich dann
schließlich ganz auf
Über die freien Ebenen mit abgeernteten
Äckern und Feldern und auch mit Wiesen
über Klingen und Höhen des Schurwalds hinweg
geht der Blick auf die lange Kette
der Schwäbischen Alb hin
die wie in der Zukunft zu liegen scheint
und bleibt dort gebannt hängen:
so klar ist sie heute
Ein Tag im frühen Herbst
im gleißenden Sonnenlicht
Nach einem viel zu heißen Sommer
Ich glaube,
dass ich eine längere
recreation-Phase
brauche.
*
Ich melde mich
(sehr wahrscheinlich)
danach wieder!
*
Bis dann!*
Helmut Maier
Tag der …..
Ach welcher Tag von dem es so viele gibt!
Ich glaube ich vergesse die meisten
Aber eine Demo in Berlin und in Stuttgart
gegen den Rüstungswahnsinn
da muss ich hin!
Da lohnt es sich auf jeden Fall!
S’ist ein Sommertraum von Herbsttag
Auch wenn der zu trocken und heiß ist
Aber s’ist der wunderbarste Tag im Herbst
*
Er wärmt und wärmt mich noch immer
Und die Sonne strahlt vom blauen Himmel
Diese Welt kann ja so schön sein
Ich glaube dieses gilt wohl immer
Nur braucht es die Augen um es zu sehen
*
Aber was machen die Menschen
Krieg wo immer möglich und Gewalt
Heute sind Tag und Nacht gleich lang
Das geschieht ja nur zweimal im Jahr
Im Frühjahr und im Herbst – gänzlich verschieden
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