Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

Altes und Neues

Wie unser Leben der erlernten Sittlichkeit
sich anpasst ohne ernsthaft zu erfragen,
was Sitte ist und was Verständlichkeit
die sich aus Lebensumständen ergibt
so ist es auch pervers sich jener Sitte
verpflichtet zu verhalten die durch die Umstände
des Lebens sinnlos geworden ist und störend
neue Ziele nicht erreichen lässt die doch
zum Glück und Menschsein zugehören
und so das volle Glück im Menschensein
endlich doch noch erreichen ließen

Und ist es nicht gerade der Jugend Vorteil
nicht die Sitten der Alten noch zu kennen
und nur die Lebenswirklichkeit gelten zu lassen
die sie grade erleben und womöglich gestalten lernen
die sie die rechten Wege in ihre Zukunft gehen lässt

Das heißt nicht immer nur ein Brechen aller altgewohnten
Lebensweisen die eben Alte ihnen zeigen wollen
Es kann schon sein dass da was Gutes auch entsteht
wenn Sitten und Gebräuche als wohlgemeint
und auch als wohltuend empfunden werden könnten

Deswegen muss Begleitung Jugendlicher
wohl beides lehren: Beständigkeit und Möglichkeit
auch Neues hervorzubringen und zu leben
wie es im Menschsein immer war und ist
nichts Altes nur verdammen und Neues ohne
Sinn und ohne Verstand zu wagen und auf Teufel
raus einfach zu tun ohne es (was oft uns Alten
nicht einmal gelingt) auch ordentlich nach viel
Bedenken und Durchdringen als wirklich Gutes
und Vielversprechendes ins neue Licht zu stellen.

Sommer im Frühling

Sommer im Frühling
Wie das die Klimawende erlaubt
heute schon ein wenig gespürt
Die nächsten Tage wahrscheinlich
wie er sein soll

Ich freue mich dennoch unbändig
Die Sommertemperatur ist ja
noch wunderbar und zum Wohlfühlen
wie ich sie mag

So sollte es bleiben
So will ich ihn haben, den Sommer
So und nicht anders
So – ohne Wetteränderung
auch weiterhin sommerlich
Aber nur im Sommer

In ruhigen Bahnen

Bereits läuft der Mai in ruhigen Bahnen
Die Apfelblüte ist auch schon vorbei
Auf den Wiesen herrscht frohes Wachstum
Und die Farbe der Bäume hat bereits sehr gedunkelt.

Die Amsel singt nicht mehr ihr Lied so fleißig
Und alles wartet auf irgendeinen Abschluss
Soll das schon das Warten auf die Ernte sein
Noch ist nicht Sommer

Noch ist nicht Pfingsten
Noch weht der Geist nicht durch die Herzen
und noch ist alles sicher und unsicher zugleich
In ruhigen Bahnen läuft der Alltag

Helden?

Ist Trump ein Held?
Er will die Schiffe hinter der Meerenge von Hormus
ins „Freie“ hinausführen –
mit eigenem (?) Risiko.

Aber wer hat Iran dazu bewogen
die Meerenge von Hormus
zu sperren. Das war Trump
(verbunden mit Israel – wie kam es denn dazu?)

So ist auch dieser Krieg:
jeweils ein eigenes Risiko.
So ist der Krieg:
mit Risiken für die Soldaten,
ja, nur der Soldaten
und der Besatzung in diesem Fall
der Schiffe, die dort
in der Falle sitzen,
und sonst von Zivilisten,
die das größte Risiko tragen.
Tausende werden es immer.
Auf beiden Seiten.
Ja, so ist der Krieg.

Maienzeit

Wunderbarer Mai. So sonnig und schön.
Und doch: Wo bleibt der Regen?
Ist die Erde nicht schon
viel zu trocken geworden?

Und Trump und Putin verstehen sich gut
und verüben dauernd Schlimmes.
Was soll daraus werden?

Bleibt nicht manchmal
die Rückkehr zu jenem stillen Ort
in uns selber?

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