Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

Wenn ich so denke …

Wenn ich so denke
kommt mir manches in den Sinn:
ganz Absonderliches
längst Vergessenes
noch nie Reflektiertes
und ganz Normales
(was mich besonders erstaunt)
*
Da ist zum Beispiel
die Tatsache dass ich einmal in Norwegen
einen Fluss aufwärts fließen sah
(wegen der Flut im Meer)
dass ich einmal meinem englischen Freund
ein schwäbisches Lied vorsang
(was ihm sehr gefiel)
dass ich in einer irischen Kneipe
einmal bei einem Vorsingen
„Uff am Wasa graset d’Hasa“ vortrug
(und beim Urinieren nachher ein Zuhörer meinte
„I liked your song“)
*
Da war auch ein altes bretonisches Ferienhaus
ganz nahe am Meer
da war auch eine kymrische Bergkuppe
auf deren Grat ich zum Gipfel emporstieg
da war auch eine maltesische Tempelanlage
viertausend Jahre alt
da war in Kreta auf einer Kuppe
eine mindestens vierhundert Jahre alte
Windanlage als Besonderheit oder ganz normal
Während unsere Windanlagen als zu modern gelten
*
Tja
was einem so alles einfällt …

Frieden in Nahost

Solange Trump und Merz
Netanjahu immer noch unterstützen,
so lange wird das Riesen-Unrecht
und das kaum verschleierte Unrecht
im Westjordanland, dem Land der Palästinenser*innen,
an Schärfe eher noch zunehmen
und keinesfalls aufhören
und der Frieden in Nahost eher brüchig bleiben.

Warum versteht Merz das nicht?
Von Trump will ich völlig schweigen.

Ach!

Ach, könnte ich doch
mich in mich verkriechen
Ich glaube, da wäre ich geborgen

Was treibt mich immer wieder hinaus
in die feindliche Umwelt
in all das Durcheinander
in dem ich mich verliere

Es ist wohl der Wunsch
alles besser zu machen
auch das was ich nicht ändern kann
was ich aber ändern müsste
meine ich

Die Welt ist doch fast
aus den Fugen
oder ist sie es schon wirklich

Ich kann leider nur noch leben
in der Hoffnung
dass alles besser wird
eines von mir noch
erlebbaren Tages

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