Lyrisches von Helmut Maier

Monat: Dezember 2006

Gastlyrik

Auf dieser Seite habe ich vor, Lyrik von Leuten zu veröffentlichen, die mich darum gebeten haben (werden). Alle sind eingeladen, wenn sie mir damit eine Freude machen wollen. Es bedarf nur einer E-mail an maiergschwend [ät] maier-lyrik.de mit dem Text und dem Betreff „Gastlyrik“. Dann werden wir sehen …

Saddams Tod

Saddam, der Scheißkerl, ist tot.
Wie viele Tote hatt‘ er auf dem Gewissen?
Warum sollte ich trauern,
wenn nicht nur um die Toten?

Saddam, der Scheißkerl, ist tot.
Und wie viele Scheißkerle leben,
wie man so sagt,
in Ehren?

Die Saddam auf dem Gewissen hatte,
wer war an ihrem Tod
noch beteiligt?
Waren’s nicht Ehrenmänner,
die so viele Tode
verantworteten?

Saddam, der Scheißkerl, ist tot.
Und ich sollte trauern?

Die Saddam auf dem Gewissen haben,
sind sie nicht Ehrenmänner,
mit dem Tode verschwägert?

Dass Ehrenmänner dem Tod so vertraut sind,
dass sie ihn wieder und wieder
mästen,
darum trauere ich.

Gebet an die Göttin

Ruach, Du göttliche Weite,
Du Leben Gebärende,
die Du uns in die Weite der Welt geboren hast,
sei Du der Raum, in dem wir wirken,
die Luft, in der wir leben und weben,
der Atem, der uns mit der Luft der Welt verbindet,
dem Hauch des Ewigen,
dem Kreis des Wiederkehrenden,
der Sicherheit des Wiederkommenden.

In der Mondin erkennen wir Dich,
im Sonnenschein spüren wir Dich,
im Kreislauf der Jahreszeiten erfahren wir Dich
und leben von Dir
und hoffen auf Deine Beständigkeit
und bewähren die Kraft Deines Wesens
in unserem Leben.

Aufbruch

Verstaubte Schleier
über dem vergessenen Gestern:
weggeweht endlich?
Oder ist die Dreckkruste
dazu zu dick?

In dunkle Löcher fällt manchmal
vergangene Zeit.
Oder sie leuchtet
auch in das Morgen.
Janusgesichtig verankert
und frei.

Sandstürme des Vergessens
tilgen die Spuren der Wohltat
und lassen gutes Neues
nicht sprießen.

Nur das Erinnern
an die Helle vergangener Tage
macht aus dem Morgengrauen
den neuen Tag schon.

Und nur das Erinnern an
vergangenes Grauen
lässt vermeiden
das Böse.

Lieber Helmut

Dies ist der erste Artikel in Deinem neuen Weblog. Du kannst ihn bearbeiten oder löschen. Ein ‚Blog‘ ist eine Art elektronisches Tagebuch. Du kannst ganz einfach neue Gedichte schreiben und zu Kategorien zuordnen (die du natürlich auch selbst bestimmen kannst). Du kannst Bilder hochladen neue Seiten anlegen und so weiter. Im Archiv findest du auch viel später noch deine früheren kreativen Ergüsse…

Ein Blog bietet aber viel mehr. Deine Gäste können z.B. Kommentare hinterlassen oder du kannst dich mit anderen Lyriker-Blogs vernetzten. Allerdings gibt’s da noch nicht sooo viele. Einen davon habe ich in deinem Blogroll in der rechten Seitenleiste eingetragen. Der Blogroll ist übrigens das Salz in der Blogsuppe. Die Bloggersphäre ist nämlich stark vernetzt, aber das entdeckst du vielleicht bald selber…

So, und nun genug geschwafelt – jetzt nichts wie ran ans Bloggen!

Herzliche Weihnachten,

Steff

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