Lyrisches von Helmut Maier

Autor: Helmut (Seite 1 von 265)

Die reale Welt und die (bei den antiken Kelten geglaubte) Anderswelt lassen sich meiner Erfahrung nach mit Lyrik in Beziehung bringen und dadurch neue Welten erschaffen. Dies ist die Grundstimmung, aus der heraus meine Lyrik entsteht. Gerne möchte ich viele Menschen mit meiner Lyrik und verwandten Erfahrungen und dem Austausch über sie, also an diesen Erfahrungen teilhaben lassen. Daher dieses Blog.

Luther verehren?

Ich weiß wohl,
er würde heute noch
ein Apfelbäumchen pflanzen.

Werde ich ihm
heute noch
nacheifern wollen?

Bin ich dafür nicht zu alt?
Oder gilt das für immer:
„Wenn morgen die Welt unterginge …“

Jedenfalls werde ich heute noch
ein Gedicht schreiben:
„Was kann ich noch tun? …

Was kann ich noch tun?
Ich kann
den Hiroshima-Tag
mitgestalten in Esslingen.
Ich kann
Petitionen auch unterschreiben.
Ich kann
einem Bundestagsabgeordneten
einen Brief schreiben.
Ich kann
felsenfest darauf vertrauen,
dass das Gute doch endlich siegt.

Und ich bin
wieder getrost!

Und ich weiß,
dass ich Luther
wieder bewundern darf
für seine Courage:
Hier stehe ich.
Ich kann nicht anders.
Mein Visions-Glaube
helfe mir!

Unfassbar

Nur noch hoffen kann ich,
weiß ja nicht mal,
ob ich’s noch erfahre,
wird Trump wiedergewählt?
Wird eine Impfung gegen die Tollwut
doch endlich gefunden?
Verzeihung! Ich meinte gegen Corona!

Zehn Jahre kann ich noch leben.
Zehn Monate vielleicht nur?
Oder zehn Tage?
Alles ist möglich!

Wie kann ich’s wissen?
Werd‘ ich noch 79?
Feiere ich noch Goldene Hochzeit?

Das Ausrufungszeichen als Wolke
am blauen Himmel
ist verschwunden.

Ich weiß nicht:
Tritt Merkel noch einmal an?
Wird Söder Bundeskanzler?
Wer wird Vorsitzender der CDU?

Und Bolsonaro?
Und Putin?
Und Orban?
Und wann ist Polen verloren?

Und wie heiß wird der Hochsommer?
Und wie kommen die Menschen zurecht
mit dem Anstieg der Temperaturen?

Statt der Vernunft

Nach dem Shutdown
nun schon das dritte Mal wieder
letzten Montag:
Montagsdemo gegen S21
und für den Erhalt des Kopfbahnhofes
Stuttgart.

Doch mindestens seit 2010
und schon wenige Jahre später:
Alternative
mit der Möglichkeit
zum Umstieg
und zu einer viel günstigeren
Lösung für den Bahnverkehr
in Stuttgart.

Denn: dieser Bahnhof
wird nie genehmigt werden können,
ohne dass Tausende Menschen
mit dem Tod bestraft werden,
wenn das vorhersehbare Unglück
dann zuschlägt.

Und die Grünen
in Baden-Württemberg?
Nach ihrem Wahlsieg
gegen die CDU
und dem missglückten Volksbegehren
eisern für den Tiefbahnhof,
eisern für das tödliche Verderben,
eisern fürs weiter so
mit dem Weiterwursteln
mit S21.

Und das Ende?
Offen!
(nachdem 8 Milliarden verbraucht sind).

Ressourcen

Ritzen im Plattenbelag,
ausgefressene Verfugung der Mörtelstellen,
was tut sich da unten in Höhlungen
unter der Sommerterrasse?

Geflügelte Wesen treten hervor,
verschwinden wieder,
kommen wieder hervor:
Sonnentanz bei über 25 Grad.

Die geflügelten Wesen,
daneben die Arbeiterinnen,
ein immerwährendes Hin und Her.

Wo ist die Königin?
Wann kommt es zum Flug?
Ich konnte ihn nicht mehr beobachten.

Die geflügelten Ameisen werden sich
in den Lüften um die Königin bemühen.
Einer nur wird gewinnen.
Was für eine Verschwendung
von Ressourcen –
nur für diesen Augenblick der Lust.

Optisch*

Ich lasse eine Lücke frei
in meinem engen Bücherregal.
Das sieht irgendwie dann doch belebter aus.

*ein Achtundzwanziger ( https://www.maierlyrik.de/blog/der-dreizeiler-mit-dem-namen-achtundzwanziger/ )

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