Lyrisches von Helmut Maier

Autor: Helmut (Seite 1 von 263)

Die reale Welt und die (bei den antiken Kelten geglaubte) Anderswelt lassen sich meiner Erfahrung nach mit Lyrik in Beziehung bringen und dadurch neue Welten erschaffen. Dies ist die Grundstimmung, aus der heraus meine Lyrik entsteht. Gerne möchte ich viele Menschen mit meiner Lyrik und verwandten Erfahrungen und dem Austausch über sie, also an diesen Erfahrungen teilhaben lassen. Daher dieses Blog.

Schichtung

Bei der Restaurierung der Denkmalbrücke,
ursprünglich über den Neckar,
fand man
Spuren der Zeit,
in der die Straßenbahn
seit den 20er Jahren
des letzten Jahrhunderts
über die uralte Brücke fuhr
und ihr Abbau im Laufe der
Umgestaltung der Brücke,
die nicht mehr über den Fluss führte
(dafür musste eine Anschluss-Brücke gebaut werden),
sondern über die neue Bundesstraße
statt über den Neckar.
Und das alles nur in jüngerer Geschichte!

Unerwartete diverse Leitungen
und unterschiedliche Dicken der Schichten,
die in verschiedenen Methoden
abgetragen werden mussten,
kamen zum Vorschein.
Und das kostete
alles in allem
fast eine halbe Million Euro mehr!

So geht es ja eigentlich öfter,
wenn etwas restauriert werden soll
vor allem bei älterer Geschichte.
Diesmal hatte man gedacht,
man kenne den Untergrund
durch damals angefertigte Unterlagen.

Aber wie steht es bei älteren
Bauwerken?
Schon Stuttgart 21
birgt manche Überraschungen.
Und bei noch älteren
Bauwerken?
Dicke von Schichten,
die keiner genau kennt?
Geschichtete Geschichte?
Ja, Geschichte besteht aus Geschichtetem!

Dass ich mir d a s wünsche:

Was ich mir
für Deutschland wünsche
und wo möglich
auch für andere Länder –
ist es ein Testament?
Ein unerfüllbares?

Das ist es, was ich mir wünsche:

Schon v o r dem Ende der Corona-Krise (das dann vielleicht mit dem Impfen gegen den Virus möglich wird) wünsche ich mir den Abzug der noch 20 übrigen Atombomben im deutschen Büchel, viel mehr Geld für Friedensfachkräfte, d.h. entsprechend weniger Geld für die Bundeswehr, den Erhalt des Kopfbahnhofs in Stuttgart, d.h. den Umstieg vom weiteren Bau des Schiefbahnhofs mit der Gefahr von Brand-Katastrophen zu einem weit sichereren und viel effektiveren Bahn-Knotenpunkt Stuttgart, eine freiere Schulbildung mit weniger Notendruck als bisher und eine bessere Bezahlung für Pflegekräfte und andere „systemrelevante“ Berufe und eine linksgerichtete Koalitionsregierung nach der nächsten Bundestagswahl, die noch mehr Reformen durchführen kann.

Möglich wäre es ja schon,
was ich mir wünsche.
Kein Wolkenkuckucksland!
Aber erwartbar?

So vieles, was wir uns wünschen,
geht nicht in Erfüllung.
Und das Leben
geht weiter.

Aber es geht
nicht so weiter,
ohne dass ich es gewünscht hätte.

Dass ich es mir wünsche,
zeigt: Noch bin ich lebendig!

Dass ich mir das wünsche

Was ich mir
für Deutschland wünsche
und wo möglich
auch für andere Länder –
ist es ein Testament?
Ein unerfüllbares?

Möglich wäre es ja schon,
was ich mir wünsche.
Kein Wolkenkuckucksland!
Aber erwartbar?

So vieles, was wir uns wünschen,
geht nicht in Erfüllung.
Und das Leben
geht weiter.

Aber es geht
nicht so weiter,
ohne dass ich es gewünscht hätte.

Dass ich es mir wünsche,
zeigt: Noch bin ich lebendig!

Meine Wünsche für Deutschland – und vielleicht tw. auch andere Länder

Schon v o r dem Ende der Corona-Krise (das dann vielleicht mit dem Impfen gegen den Virus möglich wird) wünsche ich mir den Abzug der noch 20 übrigen Atombomben im deutschen Büchel, viel mehr Geld für Friedensfachkräfte, d.h. entsprechend weniger Geld für die Bundeswehr, den Erhalt des Kopfbahnhofs in Stuttgart, d.h. den Umstieg vom weiteren Bau des Schiefbahnhofs mit der Gefahr von Brand-Katastrophen zu einem weit sichereren und viel effektiveren Bahn-Knotenpunkt Stuttgart, eine freiere Schulbildung mit weniger Notendruck als bisher und eine bessere Bezahlung für Pflegekräfte und andere „systemrelevante“ Berufe und eine linksgerichtete Koalitionsregierung nach der nächsten Bundestagswahl, die noch mehr Reformen durchführen kann.

Der 7. Mai

V o r dem Haus vergilbt der weiße Flieder.
H i n t e r dem Haus – im Herbst gekürzt –
kommt der Flieder jetzt erst richtig in Fahrt.

Die Vergißmeinnicht hinter dem Haus,
sie blühen in unermesslicher Fülle.

V o r dem Haus – auf der anderen Straßenseite –
üben eine Sechsjährige und auch ein Fünfjähriger
unermüdlich das Radfahren – hin
und auch wieder zurück.

Der Himmel ist einfach blau,
ihn kümmert nicht der fehlende Regen.
Ihm ist er egal!
Und i c h ?
Auch ich freue mich unbändig
über das schöne Wetter dieses Frühlings.

Der violette Ahorn
treibt und treibt und bläht sich richtig auf,
kugelt sich vor allen Leuten
und lebt.

Der 8. Mai kann kommen,
der Geburtstag meiner Mutter,
die ich vor 75 Jahren im Milchhäusle
untröstlich weinen sah,
ich, als Dreijähriger,
als sie die Nachricht erhielt

und es war doch ihr Geburtstag!



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