Lyrisches von Helmut Maier

Monat: Februar 2012 (Seite 1 von 3)

Die große Weisheit der Stuttgarter Zeitung

Aktiv gegen Stuttgart 21

Aktiv gegen Stuttgart 21

Vielleicht ist das ein Paradestück dazu, wie wunderbar die Stuttgarter Zeitung über die Problematik Bescheid weiß, die mit Stuttgart 21 zu tun hat: Hier ( https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.kommentar-zur-bebauung-des-gleisfelds-es-mangelt-an-fakten.26e52b93-dfcc-4cf7-9e08-6bdd909a21a7.html ) äußert sich Jörg Nauke am 27.02.2012 über die geplante Bebauung des jetzigen Gleisvorfeldes des Stuttgarter Hauptbahnhofs folgendermaßen: „Die Politik ist gerne ihrer Zeit voraus. Allerdings sind Prognosen schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen“ (Hervorhebungen durch den Autor von „Maier-Lyrik“).

Eine Frage der Legitimität

Uns ist es echt schwergefallen
(und wir haben gelitten
wie ein Hund)
zu akzeptieren
dass künftig in baden-württembergischen Schulen
gelehrt werden kann,
dass die Erde
eine Scheibe ist.

Aber nachdem das Volk ja
in einer Abstimmung entschieden hat,
dass wir den
von der Vorgängerregierung
mit Zustimmung unseres
geschätzten Koalitionspartners
abgeschlossenen Finanzierungsvertrag
mit den Schulbuchverlagen
für den Fall, dass diese wahrheitswidrige
Behauptung in den Schulbüchern
gedruckt werden sollte, kündigen müssten,
mit 58 Prozent abgelehnt hat,

haben wir alle Schulämter
(und wir betonen es hier:
schweren Herzens)
strikt angewiesen,
im Falle einer dahingehenden
Indoktrinierung
während eines Unterrichtsbesuchs
durch die Schulräte
dieses Verhalten
konstruktiv-kritisch
zu begleiten,
wenn entsprechende Schulbücher
dabei Verwendung finden.

Das gebietet auch die Sorge
um die Wirtschaftlichkeit
von im Dienste der Volksbildung
stehenden Verlagen, die zu stützen
unsere vornehmste Aufgabe sein soll,
auch wenn uns sich
die Haare dabei sträuben sollten,
uns, Winfried von Gottes Gnaden
erster Ministerpräsident
der baden-württembergischen
Bildungspartei.

Weitermarsch

Wie weit auch das Auge blicket:
nur Ruinen ringsumher.
Ach, sie wolln, dass ihr euch bücket.
Schultern tragen ach so schwer.

Dem Zwang mussten wir weichen.
Doch mächtig sind die Zeichen
der Zeit.

Ach, dass sie die Bäume fällen,
altehrwürdig in dem Park,
ach, wir werden doch am hellen
Tag noch so voll Hoffnung stark

demonstriern gegen das Unheil,
was auch immer kommen mag.
Haben wir nicht dennoch Anteil
an der Hoffnung neuem Tag?

Dem Zwang mussten wir weichen.
Doch mächtig sind die Zeichen
der Zeit.

Ach, wer kämpft, der kann verlieren,
wer’s nicht tut, der hat ja schon
aufgegeben zu marschieren,
kennt nur noch den Trauerton.

Dem Zwang mussten wir weichen.
Doch mächtig sind die Zeichen
der Zeit.

Nein, es muss doch weiter streiten,
wer nicht ganz verlieren will.
Vorwärts müssen wir doch schreiten,
gegen allen Overkill.

Dem Zwang mussten wir weichen.
Doch mächtig sind die Zeichen
der Zeit.

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