Lyrisches von Helmut Maier

Monat: März 2012 (Seite 1 von 3)

Freiheits-Trauma

Verloren sind, die da hungerten
nach der Freiheit, andere
hungern zu lassen.

Verloren sind, die da dürstet
nach dem Kick, über andere
herrschen zu können
nach der Nacht
der Demütigung.

Verloren sind, die es gelüstet,
ihre Macht endlich
ausleben zu können
nach der durchlebten
Ohnmacht.

Verloren sind,
die an die eigene Freiheit
nur denken können,
weil sie sich endlich
befreien konnten.

Das Erbe,
das wir nicht durchschauen,
tragen wir schwer,
auch wenn wir uns
seiner gerne rühmen.

Und der Ruhm,
der uns blind macht
für die Ruhmlosen,
treibt eine ganze Gesellschaft
in Sklaverei.

Alteuropa*

Buchsbaum, Kaktus, Kapern,
Kastanie, Kirsche, Kresse,
Narzisse, Oregano, Thunfisch,
Petersilie, Rose, Rübe,
Veilchen, Zichorie, Zypresse.

Sie alle künden von einer Zeit,
einer immer besser erforschten,
in der diese Wörter bereits
(in ihren alten Formen, versteht sich)
lebten im Munde der Menschen
in europäischen Regionen,
als unsere indoeuropäischen
Vorfahren noch nicht heimisch
waren in Europa.

Das goldene Zeitalter?
Eine hierarchiefreie Kultur?
Eine Zeit, in der hartes Metall
noch unbekannt war.
Eine Zeit der Mütterlichkeit,
nicht der Härte?
Eine verlorene Chance?

*Siehe: Harald Haarmann: Das Rätsel der Donauzivilisation (Die Entdeckung der ältesten Hochkultur Europas). C.H. Beck. München 2011

Abschied*

Noch nachtblau strahlt der junge Tag,
von Osten her ganz neu geboren.
Du fliegst nach Westen. Dort ist’s völlig dunkel.

Im Vorgarten Forsythiengelb
sah deinen Abschied noch im Licht der Lampe.

*ein Janka

Zensur?

Aktiv gegen Stuttgart 21

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Da will doch glatt jemand mit dieser – ungültigen! – E-mail-Adresse :
„Keine-K21-Zensur@gmx.de“
darüber schimpfen, dass ich das erste Mal in meiner Bloggerei gegenüber einem Kommentator Zensur übe, gerade deshalb, weil er sich nicht zu erkennen geben will mit so einer Adresse!!!

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