Lyrisches von Helmut Maier

Tag: 6. März 2008

Präsentation und Repräsentation

In einer Diskussion mit Petros über Politiker überkam mich der Wunsch, meinen Grundgedanken zum notwendigen Handeln von Politikern in einen Aphorismus zu gießen. Das gelang mir nur ungenügend, zumindest in jedem einzelnen aphoristischen Gedanken, dessen Formulierung sich mir aufdrängte. Aber als ich sie alle so niedergeschrieben sah, erschienen sie mir wie ein Blumenstrauß von lauter gleichartigen Blumen, die sich gegenseitig erklärten. Dadurch entstand der Text „Der Strauß“.
Nun lege ich den aphoristischen Strauß vor und überlasse es Euch, ob Ihr auch findet, dass jeder einzelne Gedanke davon die jeweils anderen erklärt.

Aphoristischer Strauß

1. Heutzutage wird dadurch repräsentiert, stellt man sich also selber dar, dass man Präsentationen zelebriert.
2. Präsentieren im eigentlichen Sinn bedeutet, dass man von sich absieht und nur darstellt, was der Sache nach und zum Verständnis wichtig ist.
3. Präsentationen werden heutzutage leider danach beurteilt, wie sehr man mit ihnen repräsentieren kann.
4. Wir brauchen wieder mehr Politiker als Präsentatoren der staatlichen Aufgaben und sinnvoller Lösungsansätze statt derer, die den Staat bloß repräsentieren.
5. Ich möchte mir Politiker wünschen, die den Staat und seine Macht weniger repräsentieren als mir die Aufgaben des Staates, wie sie sie sehen, präsentieren können. Dann habe ich die Wahl.

Der Strauß

Die Tulpen im Strauß
erklären sich mir
eine die andre.
Ihre Unterschiede
überraschen mich
in meiner Gleichmacherei,
mit der ich doch eigentlich
Recht hatte:
alle sind rot.

Doch nun stelle ich mich
jeder einzelnen vor
und erfahre,
wie ich jede
zu schätzen beginne

und reicher werde
als schon zuvor.

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