Lyrisches von Helmut Maier

Monat: Dezember 2011 (Seite 1 von 3)

Wechsel-Bäder

Was ist wohl anders in 2012
als im vergehenden 2011?
In beiden Jahren werde ich
gekämpft haben.
Gegen den Krieg
in Afghanistan.
Gegen die Kriege
der Zukunft.
Vergebens
sind nur
die ungekämpften
Kämpfe.
Gegen Stuttgart 21,
das nur Murks gebiert.
Gegen die Dummheit
der Betrogenen.
Gegen die Cleverness
der Betrüger.
Dagegen
kämpfe ich.
Ich bemühe mich,
nicht kämpfend
zu kämpfen.
Friedferigkeit
verlangt man von mir,
meinem Zorn
und meinem Wissen,
das ich für besser halte
als das der Betrogenen.
Nicht wird es aufhören,
das Wissen um die Verrücktheit
der Atomwaffen überall
in der Welt, auch
in Deutschland, das Wissen
um die Umweltzerstörung
durch Ohnmachtsglaube
der Schänder.
Schande ist es,
dass Menschen Hungers sterben,
während wir uns laben
an unserem Überfluss,
dem Überflüssigen,
dessen Geldströme uns
überströmen und drohen
uns zu überschwemmen
wie auch die Waffenströme,
mit denen wir wirtschaftsstarken
Nationen unsere Geldinseln schaffen,
auf denen wir ausgesetzt sind
auf Inseln im Ozean des Unrechts,
des gar nicht pazifizierten,
im Ozean der Lieblosigkeit
mit den Verteidigungsmauern
gegen die Armut, im freien Austausch
der Waren, aber nicht der Menschen.
2012 wird da keine Ausnahme sein,
fürchte ich und wollte so gerne
einen Neuanfang und wollte
Ja dazu sagen und glauben
an die Demokratie.

Ach, wie kann ich guten Gewissens
ein gutes neues Jahr euch wünschen,
wenn ich selber nicht daran glaube,
nur bereit bin,
mich dafür einzusetzen
trotz aller Verzweiflung?

Ein Leckerbissen

Aktiv gegen Stuttgart 21

Aktiv gegen Stuttgart 21

Vielleicht hat die eine oder der andere zu Weihnachten auf dem Gabentisch schon das Lyrikbändchen „Innenwände“ von Wolfgang Schulze mit einem fruchtbaren Zusammentreffen von seinen Gedichten und Bildwerken von Annelies Jaminon vorgefunden. Wer es nicht geschenkt bekommen hat, der oder dem ist etwas entgangen, was man sich aber selber noch schenken kann.

Mir selber gefallen die Bilder zunächst als Illustration zu den Gedichten sehr gut. Aber manches von ihnen erschließt sich mir durch die poetischen Texte oft ganz unerwartet mehr, als es mein ungeschulter Blick auf bildende Kunst allein vermocht hätte.

Obwohl ich Wolfgang Schulze als Blogpartner im Internet schon längere Zeit kenne und schätzen gelernt habe, sprechen mich die Texte in diesem Bändchen oft ganz neu an. Und ich kann gar nicht sagen, wo mein lesendes Auge rascher verweilt, bei den Dreizeilern – vom Haiku- oder Senryu-Artigen oder ganz freien zu den zum fünfzeiligen Tanka erweiterten – oder den freirhytmischen Texten oder gar den mehrstrophigen, fast balladenhaften Gedichten, die poetische Geschichten erzählen. Jedenfalls kann ich mich auf meiner eigenen „Reise zum Selbst“in einer wunderbaren Leichtigkeit in jeweils neue lyrisch nachzuvollziehende Welten „an die Quelle des Lebens“ führen lassen und mich fragen lassen: Wo „bin ich (mir dabei) im Weg“? Kurz gesagt: es ist ein Leckerbissen, den man sich nicht entgehen lassen sollte!

Das angesprochene Leckerli hier ganz:

„Die Reise zum Selbst,
An die Quelle des Lebens.
Noch bin ich im Weg.“

Bestellmöglichkeit hier: https://blogpoesie.de/?page_id=6175

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