Lyrisches von Helmut Maier

Monat: Oktober 2016

Xenophobie

Die Xenophoben und vergleichbare Individuen sind Menschen, die meinen, es komme auf ihren Willen an. Das ist aber ein Wille, der sich kein bisschen um Menschenrechte schert. Also darf sich ein Staat, der sich an jenen unveräußerlichen Menschenrechten orientiert, nicht nach ihrem Willen richten, auch wenn jene in der Mehrheit sein sollten Allerdings darf er auch nicht eine Politik machen, die sich selber nur am Willen der Mächtigen orientiert.

Herbst und Winter

Wenn Bäume Teppiche ausbreiten
auf der Erde, ganz farbig oder grün,
wenn sie verkünden: Tod ist oft
der Anfang neuen Laufes,
der durch die Zeit im Rhythmus geht
und Leben plant, das neu beginnen
kann und seinen Wert entfalten –
dann weht Dynamis durch die Welt
und sie gestattet die Ruhepause
schließlich doch, die ja das Leben braucht,
um neue Kraft zu schöpfen.
Jetzt ist die weiße Decke
der Schlafzeit in den Winternächten,
die heilsame, schon nicht mehr weit.

Herbstpause

Nun hat sich meine gegenwärtige Trägheit zu einer richtigen Herbstpause entwickelt. Die Leute, die in letzter Zeit kommentiert haben, und diejenigen, die ihr prinzipielles Interesse hier deutlich machen, werden – soweit mir möglich – durch m e i n Kommentieren auf ihrer Seite auf die Fortsetzung meiner lyrischen Tätigkeit im Blog hingewiesen.

Zum Tag der Einheit

Wir sind das Volk,
was sollen wir sonst sein?
Doch seid ihr es,
die pöbeln, grölen, attackieren?
Seid ihr es darum etwa?
Sind es nicht eher die,
welche aus Gründen sich so nennen,
die an Menschlichkeit sich messen
(nicht an dem Allzumenschlichen)?

Kennt ihr denn nichts,
was jenseits liegt
des Tals der Ahnungslosen,
das nur in Ahnungen,
in düstern, jene Welt euch malt,
xon der ihr nur
von Schatten wisst,
die an den Wänden eurer Unvernunft
erscheinen?

Wie soll die Einheit werden
zwischen euch
und denen, die
mit klaren Augen sehen,
dass mit der Angst
nur Schaden kann entstehen,
wenn sie die Menschlichkeit
vergessen macht?

Die Angst kann die Probleme
nicht lösen,
sie macht sie ja zu Riesen,
auch wenn sie garstge Zwerge sind,
Alpträume also
in euch erwecken,
die nur lähmen.

Ach, seht die Welt doch eher
als Chancenfeld,
das denen Früchte bringt,
die einstehn für einander,
nicht ausgrenzen,
wer nicht behagt.

Dann sagt von mir aus auch:
Wir sind das Volk
und lassen nicht
von Führern uns verführen,
die uns um ihrer Herrschaft willen
nur auseinanderdividieren wollen,
uns Menschen vielerlei Manier.

Der Vexiermeister

So vielgestaltig ist der Herbst!
Vexiermeister nenne ich ihn.

Zu Zeiten zeigt er dies,
zu andren Zeiten anderes.

Seine Sammlung ist vielfältig,
aus allerhand Phasen zusammengelesen,
auf einen Bildschirm projiziert;
sie täuschen das Auge.

Vielerlei Energien,
aufgespeichert;
er verströmt sie
und wir,
wir können es fast nicht fassen.

© 2020 Maier-Lyrik

Theme von Anders NorénHoch ↑