Lyrisches von Helmut Maier

Monat: Dezember 2017

Bei einer Facebook-Freundin habe ich diesen Text gefunden: GREENPEACE MUSS SICH VERANTWORTEN.

Hier mein Kommentar dazu:

Der Text (https://www.salonkolumnisten.com/greenpeace-muss-sich-verantworten/) ist hier veröffentlicht: https://www.salonkolumnisten.com .
In dem Manifest dort heißt es unter anderem Beschwichtigenden:

„Bisher ist in der Politik nichts Besseres erfunden worden als die liberale (bürgerliche, kapitalistische, parlamentarische) Demokratie“

Dass hier die Zuordnungen ‚parlamentarisch‘ und ‚kapitalistisch‘ für Demokratie so selbstverständlich zusammengestellt erscheinen, ist mindestens bemerkenswert für das, was hier als unvoreingenommen dargestellt wird.
Der Autor Ludger Weß ist auf der selben Platform Autor dieses Artikels: IST GRÜNE GENTECHNIK GESUNDHEITSSCHÄDLICH? (https://www.salonkolumnisten.com/ist-gruene-gentechnik-gesundheitsschaedlich/). Dort schreibt er: „Sogenannte Experten, die heute noch Gesundheitsschäden durch gentechnisch modifizierte Organismen (GMOs) behaupten, sind allesamt einer Fraktion zuzuordnen, die man getrost als Spinner bezeichnen kann.
Unvoreingenommenheit sieht meiner Meinung nach anders aus.
Ihm würde ich jedenfalls kein gültiges Urteil über irgendetwas zutrauen, mich wenigstens nicht blindlings auf sein Urteil verlassen.
Ludger Weß ist ( das wird bei den Salonkolumnisten übrigens als Ausweis seiner Zuverlässigkeit genannt) übrigens Mit“gründer von akampion, das innovative Unternehmen bei ihrer Kommunikation berät“. Diese Agentur ist nach eigener Aussage „building a strong reputation for their clients“ (https://www.akampion.com/services/). Ich glaube, so etwas nennt man Werbefirma.

Ist diese Seite über Glyphosat und wie ungefährlich es ist also auch nichts anderes als Werbung:?

Glyphoshima – das Ende der Umweltschutzbewegung

Drogengleich vernebelnd

Drogengleich vernebelnd
überkommt uns zu gewissen Daten
so etwas wie Weinseligkeit ohne Wein,
Heimweh, ohne in der Fremde zu sein,
Sinnsuche, die dieser widersprüchliche Wein
uns verschleiert, verdirbt, unmöglich macht,
anstatt dass wir in heiliger Nüchternheit
wahren Gefühlen Raum endlich gäben.

Wann haben wir letztens Sternschnuppen gesehen,
wann den köstlichen Reden kleiner Kinder zugehört
und unsere Weisheit damit gestärkt,
und damit in der Lage waren,
die Bedürfnisse anderer Menschen
wenigstens ernstzunehmen?

Frieden machen?

Wir dürfen keinen Frieden machen,
keinerlei Frieden
mit dem Unfrieden.

Krieg ist Unfrieden.
Aber nicht nur der Krieg,
auch Unterdrückung,
auch Ungerechtigkeit,
auch die Zerstörung der Lebenswelt
vieler Menschen
oder sogar aller.
Auch die unfriedliche Bekämpfung
des Krieges
ist Krieg,
ist Unfrieden pur.

Aber wir dürfen Unfrieden nicht dulden,
schon gar nicht in Kauf nehmen,
schon gar nicht befördern,
schon gar nicht bewirken,
schon gar nicht anstreben.

Frieden soll sein,
der dem Unfrieden den Boden entzieht,
der uns stark macht
gegen die Verheißungen
des Unfriedens,
gegen die Verharmlosung
des Unfriedens,
gegen die Eliminierung
des Bewusstseins,
dass Unfrieden gefährlicher ist
sogar noch
als romantische Kriegsgelüste,
weil es doch
immer schon Kriege gegeben habe
und die Ungleichheit
des Lebensrechts
von Menschen
unterschiedlicher Völker
und Klassen
und den Mangel an
Verantwortung und Güte
gegenüber allen Menschen in Not.

So dumm können wir
ernsthaft nicht sein,
dass wir nicht erkennen, wohin
die Herrschaft der Menschen
über andere Menschen,
die Herrschaft über die Natur,
die Herrschaft über die Logik
uns schließlich führt,
führen muss.

Bestimmt nicht
zum Frieden
und bestimmt nicht
zum Verschwinden
des Unfriedens
und niemals
zum Glück;
aber ganz sicher
am Ende
zum Ende der Menschheit.

Der Preis

Der Preis für das hohe Alter,
das lange Leben:
die heiligen Orte,
wo die Ressourcen schlummerten.
Sie werden verbraucht.

Der Preis für den Verbrauch
der Ressourcen:
die heilenden Kräfte
der Mutter Erde
verschwinden.

Wir machen das alles selber,
bis alle heiligen Orte,
alle heilenden Kräfte,
alle Ressourcen
für die Machermenschen
dahin sind.

Die Notwendigkeit der Entknotung

Christopher Wimmer weist in seinem Artikel im Freitag vom 30.11.2017 „Die Entknoterin“ zum 80. Geburtstag von Frigga Haug auf die marxsche Forderung hin, „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist„. Diese Forderung ist der Grund, warum Frigga Haug zeigt, dass Marxismus und Feminismus zusammengedacht werden müssen: „Feminismus ist ohne eine Kritik am Kapitalismus ebenso wenig denkbar wie ein Marxismus, der eine Kritik der Geschlechterverhältnisse vergisst.“
Wimmer stellt fest: „Haug spricht vom ‚Herrschaftsknoten‚. In ihm sind verschiedene Fäden der Herrschaft zusammengeknotet. Er wirkt zwar auf alle, aber auf alle unterschiedlich. Wird er an einer Stelle gelockert, wird es an anderer Stelle enger. So erscheint es häufig so, als ob Verbesserungen für Geflüchtete Verschlechterungen für einkommensschwache Gruppen mit sich brächten. Trotzdem geht es Haug darum, gemeinsamen Widerstand zu organisieren“.
Die Linke muss sich dessen in ihrer Selbstbesinnung dringend vergegenwärtigen!

Ach!

Ach, wie verbogen bist du doch, Zeit:
ich habe dich nie recht verstanden.

Diese Aussage aus einem Gedicht aus älterem Archiv möchte ich dem Text voranstellen, weil mir selber beim Lesen erneut deutlich geworden ist, wie mehrdeutig sie sein kann. Nun das Gedicht selber:

Ach!

Ach, wie verbogen bist du doch, Zeit:
ich habe dich nie recht verstanden.
Du bist nicht verrückt und du bist nicht gescheit;
du verläufst grad so zwischen den Quanten.

Ach, wie gekrümmt bist du leider, du Raum:
wie gekrümmt sind die Leiber, die Buckel.
Du nährst uns und wehrst nicht Visionen und Traum:
doch wir hängen zu sehr noch am Nuckel.

Ihr tut nichts, ihr seid nichts;
ihr seid alte Tanten.
Ach, und ihr seid nichts als rostende Wanten.

Ihr ruht nicht , ihr seid nichts;
ihr lasst uns nur suchen.
Bei euch können Sinn wir und Grund niemals buchen.

Ach, wie verbogen bist du doch, Zeit:
ich habe dich nie recht verstanden.
Du bist nicht verrückt und du bist nicht gescheit;
du verläufst grad so zwischen den Quanten.

Ach, wie gekrümmt bist du leider, du Raum:
wie gekrümmt sind die Leiber, die Buckel.
Du nährst uns und wehrst nicht Visionen und Traum:
doch wir hängen zu sehr noch am Nuckel.

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