Gespeichert unter: Neue Maier-Lyrik — Oktober 28, 2014 @ 2:16

Einer von ihnen?

Ich war einer von ihnen.
Durch die in Plastik gehüllten Paradiesgärten
eilte ich hin und her,
ziellos in den Schwaden des Konsumrauschs verheddert.
Fisch-Nuggets.und Cola Zero
genoss ich.
Genießen?
Das war’s eigentlich nicht.

Einen Wald, in dem ich zur Ruhe hätte kommen können,
hatte ich nicht zur Hand:
Den Termin des Protests
wollte ich nicht versäumen.
Wider alle Erfahrung
glaubte ich immer noch
an die Erfüllung der Hoffnung
„Oben bleiben“.
Also schon ein bisschen mehr
als ein Pflichttermin
war es.

Mehr Zeit bis dahin
hatte ich als üblich.
Ein anderer Termin
hatte mich später ausgespuckt
als ich mir hatte vorstellen können:
ein Strafprozess,
der Kinkerlitzchen aufbauschte
zur Staatssache.

Da irrte ich durch die Stadt,
hoffte auf Blutdrucksenkung.
Nochmal heimzugehen vor der Kundgebung
war nicht mehr drin.

Gespeichert unter: Neue Maier-Lyrik — Oktober 27, 2014 @ 9:30

Rechtlosigkeit

Staat machen mit einem Staat,
dessen Justiz überbelastet ist
mit dem Verknacken von Aufbegehrenden?

Wenn die vorausgehenden Fehler der Polizei
„nicht relevant“ sind,
falls die Opfer ein wenig überreagiert haben.

Wenn ein Richter sich als gnädig sieht,
falls er nicht sämtliche Vorwürfe ahndet,
die im Vorgängerprozess erhoben wurden.

Wenn einer „irgendwie dabei war“,
ohne selber gegen Regeln verstoßen zu haben,
weswegen er sich wehrt gegen ungerechtfertigte Polizeimaßnahmen.

Auch freundliches Verknacken
verhilft dem Angeklagten nicht,
dem Vorbestraftsein zu entkommen.

Aber wer zu den Mächtigen zählt,
dem kommt die Staatsanwaltschaft
gerne entgegen.

Was hilft da misstrauisch sein,
wenn’s um totale Ohnmacht sich handelt?

Gespeichert unter: Neue Maier-Lyrik — Oktober 26, 2014 @ 4:39

Vom Recht des Aufbegehrens

Die Wirtschaft. Werden wir dort bewirtet?
Oder bewirten wir sie?
Dann wäre mir Misswirtschaft lieber.

Wer sind denn die Zechpreller?
Nicht die uns die Zeche zahlen lassen,
ohne uns zu bewirten?

Mein Misstrauen verzeiht mir.
Ich verzeihe euch nicht,
dass ihr bestochen vertraut.

Vertraut ihr den Mächtigen,
weil sie Herberge bieten
den Beherrschten?

Lasst ihr euch nur
vergiften, bestrahlen,
vergewaltigen, aufschwatzen die Fesseln!

Ich misstraue. Wenigstens
versuche ich es.

Gespeichert unter: Allgemein, Aphorismen — Oktober 25, 2014 @ 1:24

Wir sollen nicht weniger schädlich sein sondern NÜTZLICH

Hier kann jede_r erfahren, auf welche Weise das z.B. möglich ist:
http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=SlNG8A7fUfE

Gespeichert unter: Kunterbuntes — Oktober 24, 2014 @ 1:03

Anagrammatisch angenäherte Aussichten

Bist du erst SENIL,
lebst du auf einer INSEL,
siehst alles durch eine ganz spezielle LINSE.

Gespeichert unter: Allgemein — Oktober 21, 2014 @ 2:08

S21 kommt nach Bonn

Dass in diesem Artikel von S21 als von einem “Großbahnhof” die Rede ist, ist zwar lächerlich, aber sonst ist der Artikel recht gut:
http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/bonn/bonn-zentrum/Stuttgart-21-Gegner-protestieren-in-Bonn-article1477603.html

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Gespeichert unter: Allgemein — Oktober 20, 2014 @ 12:43

Sonntagsausflug

Der Aichelberg rechts,
die Limburg gleich links,
der Zipfelbach ganz in der Mitten:
Das Randecker Maar ist ausgelaufen,
wie viele tausend Jahre auch schon

Der Ausblick an anderer Stelle
ist dadurch frei:
Hohenstaufen, Rechberg und Stuifen:
die drei Kaiserberge
im schönsten Herbstsonnenschein.

Wahrlich ein Kaiserwetter.
What might be better?

Gespeichert unter: Kunterbuntes, Neue Maier-Lyrik — Oktober 19, 2014 @ 1:11

Herbstlimerick

Im Nebel ganz in der Nähe
fliegt ruhig die Nebelkrähe.
Sie zieht ruhig dahin.
Ergibt das ‘nen Sinn?
Dass ich sicher bin, dass ich was sehe?

Gespeichert unter: Deutsche Dreizeiler — Oktober 14, 2014 @ 5:15

Drei mal drei

Nicht einen Herbst nur
hat ein erfülltes Leben.
Oft Platz hat Güld’nes.

Banales hüllt der Nebel ein.
Süßes Reifes verwöhnt die Zunge.
Und niemals stirbt die Frage nach dem Ende.

Erst unerbittlich stellt dann der Winter sie.
Doch ihm ist ganz nah Erneu’rung erst.
Das Ziel dabei: der süße Herbst.

Gespeichert unter: Allgemein — Oktober 9, 2014 @ 8:24

9. Oktober

Ach ja: Heute vor 25 Jahren: “Wir sind das Volk”!

H e u t e hätte der Nationalfeiertag sein müssen. Wäre es nicht besser, einen Gedenktag der wirklichen Demokratie zu feiern als einen der papierenen Einigung, wie es der 3. Oktober 1990 doch nur war?