Gespeichert unter: Janka-Sammlung, Neue Maier-Lyrik — Dezember 17, 2014 @ 12:04

Begründete Hoffnung

Und wieder kehrt die Sonne um,
bedenkt die nördlichen Gefilde;
verspricht ihnen auch wieder einen Sommer.

Ein Kind, in dieser Zeit geboren,
hat dieser Umkehr sich verschworen.

*ein Janka

Gespeichert unter: Janka-Sammlung, Neue Maier-Lyrik — Dezember 14, 2014 @ 3:32

Aufmerksamkeit

Damit wir es nicht vergessen:
Das struppige Gehölz des Winters:
Es ist nicht tot; auch wenn wir das so glauben.

Eine einzige Blüte nur:
Schon lehrt sie uns etwas andres.

(ein Janka: http://www.maierlyrik.de/blog/der-janka/)

Gespeichert unter: Deutsche Dreizeiler, Neue Maier-Lyrik — Dezember 13, 2014 @ 11:16

Ein neuer Achtundzwanziger

Sonnwendezeit*

Illuminiertes Baumgeäst,
sternenbesetzt auf dem Weihnachtsmarkt.
Stimmungsvolle Feier der dunkelsten Zeit.

*ein Achtundzwanziger

Gespeichert unter: Theorie der Lyrik — Dezember 11, 2014 @ 4:20

Weitere Überlegungen

zum Aphorismus 5/14
Gespeichert unter: Aphorismen — 3. Dezember 2014 :

Wer nicht gerne das Zeitlos zieht, hat es gerne zeitlos.:

Da es sich in diesem Satz eindeutig um ein Wortspiel handelt, könnte durchaus bezweifelt werden, ob es sich dabei wirklich um einen Aphorismus handelt. Das Zeitlos (wenn ich dieses Wort prägen darf; es steht ja nicht im Duden) haben wir ja im Prinzip alle gezogen. Das Adjektiv “zeitlos” wäre dann natürlich ein Paradox dazu. Es hat ja vielleicht überhaupt etwas Paradoxes an sich: gibt es doch wohl nichts, was nicht irgendwie der Zeit unterworfen ist. Gewiss gibt es etwa ‘zeitlose Mode’. Das gilt aber selbstverständlich nur für eine gewisse Zeit, nicht für dauernd; sonst wäre es ja auch unsinnig von Mode zu sprechen, die ja per definitionem etwas dem Wandel Unterliegendes darstellt.

Und doch dürfen dem Gedanken des angesprochenen Aphorismus - wie ich meine zu Recht - die Attribute schön, gut und passend zuerkannt und ihm damit sein Recht gegeben werden. Wahrlich, wir haben es gerne zeitlos, wenn wir an die oft unerträgliche Vergänglichkeit gemahnt werden. Dagegen hat allerdings Veränderung durchaus einen Reiz, ja geradezu eine Notwendigkeit für sich. Ohne sie gäbe es kein Wachstum, keine Reifung. Wie arm wäre da die Welt! Nur, wenn uns das Zeitlos gegen unseren Willen zugeschoben wird, dann wollten wir es womöglich gerne loswerden. Wir wollen dagegenarbeiten, unseren Status behaupten, bewahren, was wir erreicht haben.

Wahrscheinlich müssen wir in dieser Paradoxie leben und dabei flexibel bleiben - und dankbar für alles Schöne: das erreichte und das bevorstehende. Wenn uns dabei verbunden mit einem Schmunzeln mein der Paradoxie verpflichtetes Wortspiel helfen kann, dann ist es wahrhaft ein Aphorismus, ein Satz, der uns manche Situation beleuchten und vielleicht sogar erhellen kann.

Gespeichert unter: Janka-Sammlung, Neue Maier-Lyrik — Dezember 10, 2014 @ 3:12

Warten auf Wahrheit

Wahrheit, ungeborenes Kind,
du wartest ja auf Gerechtigkeit,
auf Frieden wartest du, auf goldenes Licht;

noch bist du geborgen im Schoß,
mitten im mütterlichen Leben.

Auf deinen frühzeitigen Tod,
wie setzen sie drauf, deine Feinde,
die sich nähren wollen von deinem Sterben!

Chancenlos scheinst du in Kriegszeiten,
in Zeiten des Rassenhasses auch.

Im schützenden Dunkel bleibst du,
wenn die Gier nach Gewinn sich austobt
oder wenn nackte Angst sich fürchtet vor dir.

Was alles steht deiner Geburt,
der Erlösung durch dich noch im Weg?

Aber in Oslo spürt heuer
dein Strampeln, wer guten Willens ist
auf der Welt, doch hinter der Bauchdecke schon

klar bei der Verleihung des Preises
an euch, Malala und Kailash.

Gespeichert unter: Aphorismen — Dezember 3, 2014 @ 2:17

Aphorismus 5/14

Wer nicht gerne das Zeitlos zieht, hat es gerne zeitlos.

Gespeichert unter: Kunterbuntes — Dezember 1, 2014 @ 12:31

Anagrammatische Adventsüberlegung

Wenn sich
LAMETTA EINNISTET,
ist das
SENTIMENTALITAET?

Gespeichert unter: Theorie der Lyrik — November 29, 2014 @ 5:48

Versuch einer (teilweisen) Selbstrezension

Im Kommentar zu dem Beitrag “Spätherbst”* hat mir Monika Meise eine schwierige Aufgabe zum Text gestellt - mit der Frage: Was bedeutet (hier) “hexenmäßig”? Ich habe darauf folgendermaßen geantwortet:

Ich meine, manches ergibt sich aus dem Text:

Zerzupft ist die Hexenmütze, keck lugt sie hervor - und das hinter dem
Pfarrhausdach, gewärtig des hässlichen Erbes der Kirche(n), das den
Begriff “Hexe” herabgewürdigt hat von der Heilerin zur schädlichen
Verräterin und Verführerin(so wie die Herrschenden heute noch mit
Mahner_innen und Kritiker_innen umgehen). Dabei ist das hexenmäßig
stupfelige Gestrüpp der Baumkrone dasjenige, das die Hoffnung auf das
neue Grün im Frühling auch noch in dieser immer kälter werdenden
(Jahres)zeit sichtbarlich aufrechterhält, obwohl das dann womöglich als
keck gilt. Ja, also genügt das? Ich hoffe doch.

Sei herzlich gegrüßt
(und habe Dank für die Nachfrage, die mir manches von dem bewusst gemacht hat, was wohl unbewusst in den Text eingeflossen ist).

* Hier der Text, um den es oben ging:

Spätherbst**

Ginkgo im gelben Festtagskleid.
Drüber nacktes Geäst am Himmel.
Hinter dem Pfarrhausdach lugt keck was hervor:

Zerzupfter Zipfelmütze gleich
hexenmäßig das Dauergrün.

**ein Janka

In Verbundenheit
Helmut

Gespeichert unter: Deutsche Dreizeiler, Neue Maier-Lyrik — November 28, 2014 @ 5:27

Defizit*

So viele Fragen sind noch da.
Auf Antworten muss ich verzichten.
Bin ich noch nicht bereit für das Erkennen?

*ein Achtundzwanziger
(Wer’s noch nicht weiß, was ich einen
“Achtundzwanziger” nenne, kann es hier erfahren:

http://www.maierlyrik.de/blog/der-dreizeiler-mit-dem-namen-achtundzwanziger/)

Gespeichert unter: Janka-Sammlung, Neue Maier-Lyrik — November 25, 2014 @ 12:23

Spätherbst*

Ginkgo im gelben Festtagskleid.
Drüber nacktes Geäst am Himmel.
Hinter dem Pfarrhausdach lugt keck was hervor:

Zerzupfter Zipfelmütze gleich
hexenmäßig das Dauergrün.

*ein Janka