Gespeichert unter: Allgemein, Bekenntnisse — April 19, 2019 @ 5:01

Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion

Stecke dein Schwert in die Scheide

In obigem Passions-Oratorium höre ich den Satz Jesu zu Petrus im Garten Gethsemane vor seiner Gefangennahme: Stecke dein Schwert in die Scheide

Ist das nicht in unserer Zeit die entscheidende Botschaft des Karfreitags, was Jesus hier zu Petrus sagte?

Ich weiß, das gilt heute (wie wohl schon die meiste Zeit, seit es das Christentum gibt) als e i n e Seite des christlichen Abendlandes. Da galt immer, dass die Verteidigung dieses christlichen Abendlandes die Aufgabe der Herrschenden sei. Helmut Schmidt nannte das „Verantwortungsethik“, die durch die (private) „Gesinnungsethik“ nicht in Frage gestellt werden dürfe.

Es sieht so aus, als habe Jesus umsonst gesprochen. Das christliche Abendland (und ist Deutschland seit der Wiedervereinigung nicht einer der Hauptgaranten der entsprechenden Wertvorstellungen) mache sich an seinen Bürgerinnen und Bürgern schuldig, wenn es ihnen den Schutz verweigere, der durch das Schwert, also das Militär gewährleistet werde.

Auch die „Verlässlichkeit“ gegenüber den Bündnispartnern (besonders innerhalb der EU) muss dafür herhalten, dass nach dem Grund gar nicht mehr gefragt wird, warum wir unsere Weltgegend christliches Abendland nennen und trotzdem militärische Stärke als unabdingbare und vorrangige Bedingung dafür sehen, dass die christlichen Grundlagen unserer Kultur erhalten bleiben. Dabei ist es offenbar gleichgültig, ob und wie viele Menschen durch die Rüstungslieferungen in kriegführende Länder ermordet werden. Hauptsache sei, dass wir in Sicherheit leben.

Aber tun wir das? Wie viel Unheil und Tod ist durch Kriege über die Menschen in unserem Land gekommen, wenn es durch eine Politik der militärischen Stärke und des Willens zur Macht gegenüber anderen bestimmt war? Und das kann durch noch größere militärische Stärke erreicht werden – und dadurch, dass Deutschland heute weltweit militärisch aktiv ist (angeblich zum Schutz von Menschen in den betroffenen Gebieten)?

Jesu Antwort ist eindeutig: “Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen.

Gespeichert unter: Neue Maier-Lyrik — April 19, 2019 @ 3:32

Vom Glück

Vom Glück sind wir genommen,
vom Glück!
Und haben das Recht
glücklich zu sein! Bloß manchmal
nehmen wir zu viel uns
vom Glück
und nehmen’s vom Glück
der andern.
Und vielleicht haben wir
unverdientes Glück,
dass uns der Raub
nicht auf die Füße fällt
und wir dann
erst recht klagen müssen,
wir hätten zu wenig Glück,
weil wir uns nicht gut genug
kennen.

Gespeichert unter: Neue Maier-Lyrik — April 17, 2019 @ 9:51

Abhängigkeit

Wenn wir nicht wüssten,
was zu tun ist, wenn’s Zeit ist,
fehlten Ratgeber
*
und das gar tonnenweise
und alle wären umsonst.

Gespeichert unter: Allgemein, Deutsche Dreizeiler — April 14, 2019 @ 1:10

Nur mal so zwischendurch (es war ja kein Gedicht bei den beiden letzten Beiträgen dabei)

Immer noch?*

Aber nein, nicht immer noch Schnee!
Doch schneiten bei dem trüben Wetter
nur Blütenblätter vom Felsenbirnen-Strauch.

*ein Achtundzwanziger

Gespeichert unter: Allgemein, Bekenntnisse — April 13, 2019 @ 1:55

Lesen

Hurra, ich habe es geschafft: Ich habe das Buch mit 732 Seiten fertig gelesen: “Noch eine Runde auf dem Karussell . Vom Leben und Sterben”. Tiziano Terzani, ein früherer Asien-Korrespondent des Magazins Der Spiegel hat es in einer Art Einsiedelei im Himalaya vor seinem Tod geschrieben und darin sein Leben nach einer Krebserkrankung und der zunächst gelungenen Heilung durch Operation, Chemotherapie und Bestrahlung, dann die Suche nach anderen Heilmethoden, aber vor allem die Suche nach der Erkenntnis des eigenen Selbst geschildert - und damit unter anderem seine Erfahrungen mit Heilern und spirituellen Lehrern und Lehren vor allem aus der Kultur Chinas und Indiens verdeutlicht. Er hat damit der Leserin oder dem Leser (wahrscheinlich eher ihm) einen Weg gewiesen, der zur eigenen Selbsterkenntnis führen könnte. Ich habe bei der Lektüre viel erfahren und gelernt.

Gespeichert unter: Spiegel (u.ä.)-Ecke — April 11, 2019 @ 10:52

Aufräumen!

Ich sah gerade eine gesponserte Nachricht (Werbung?) auf Facebook, in der unter dem Titel “Simplify your life” ein kostenloser Ratgeber fürs schnelle Aufräumen angeboten wird. - Und dann liegt der Ratgeber wieder wie vieles irgendwo rum und wird dann irgendwann viel später vielleicht doch weggeworfen, weil ja die Zeit fehlt, ihn zu lesen (weil man doch so viel aufzuräumen hat) …?

Gespeichert unter: Bekenntnisse, Neue Maier-Lyrik — April 9, 2019 @ 1:11

Frieden

Recht für alles, was lebt:
Freude erleben können
im Gleichklang mit allen.
Unmögliches Wunder?
Nein, angenähert
an Möglichstes
muss das Ziel unsres
friedlichen Handelns sein.
Aber Ausreden
sind Kriegserklärungen.

Gespeichert unter: Allgemein, Neue Maier-Lyrik — April 7, 2019 @ 1:07

Regulation

Gesetzliche Regulation
fürs Ende des Winters:
Arglos unbarmherzig
drehte sie an der Uhr.
Gewohnte Zeit gab sie in Zahlung
für angeblich längere Abende
bei Helligkeit.

Dem Winter,
dem wir noch hin und wieder
durchaus begegneten,
spielte das in die Karten:
später am Morgen
wurde es wieder hell
und verleidet
wurde manchen
die Tatkraft,
die ausblieb ohne Sonnenlicht
in der aufgezwungenen
Uhrzeit.

Gespeichert unter: Deutsche Dreizeiler, Neue Maier-Lyrik — April 5, 2019 @ 11:06

Passt’s?*

Schön wollen wir’s immer haben:
immer so, wie’s uns gerade passt.
Ob es überhaupt passt, ist uns fast egal.

*ein Achtundzwanziger

Gespeichert unter: Allgemein — April 1, 2019 @ 3:58

1.Mose 2:24 Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen …

KEIN PATRIARCHALES SYSTEM - und das in einem Teil von Indien! Und bei uns nimmt es ja auch gaaaaaaaaaanz langsam ab.

( KEIN APRILSCHERZ !!! ) Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Khasi