Lyrisches von Helmut Maier

Dichters Beschwerden*

Das Wortlos zu tragen:
Es macht sich so breit,
das Wort, will gesehen werden,
geschaffen, benützt.

Wortlosigkeit will es nicht dulden.
Schwer ist es
das Wortlos zu tragen,
wortlos nicht sein zu dürfen.

Was aber,
wenn Sprachlosigkeit gar gezeugt wird
durch Unglaubliches?
Dann noch Worte finden,
ist es nicht aussichtslos?


*nach einer Idee/Frage (WORTLOS …) von Petros/Lüricker Wolfgang Schulze auf facebook

8 Kommentare

  1. Rachel

    NEIN! Dies ist niemals aussichtslos. Wir finden Worte, die die gezeugte Sprachlosigkeit eines Besseren belehren…
    Ganz fantastisch umgesetzt!!!

    herzlich, Edith

  2. Helmut

    SO ist es recht! Nur nicht aufgeben! Und wenn dann so ein Lob wie Deines ankommt („Ganz fantastisch umgesetzt“), wächst auch die Hoffnung, dass ebenfalls inhaltlich etwas bewirkt wird.

    Vielen Dank und liebe Grüße, Edith.
    Helmut

  3. lintschi

    wie recht du doch hast –
    wortlos heißt noch lang nicht sprachlos zu sein …

    das ge- oder erzeugte sprachlos ist schlimmer als jedes wortlos.

    lg lintschi

  4. Traveller

    das Wort-Los – eine ganz neue Sicht auf dieses Wort hast du hier eingebracht
    und denkanregend umgesetzt – danke dafür

    lieben Gruß
    Uta

  5. Anna-Lena

    gedankenlos
    wortlos
    sprachlos

    Mit solchen Momenten haben wir immer mal wieder zu tun, doch sie währen nicht ewig, denn immer wieder formen sich Gedanken zu Worten, Worte zur Sprache und wie schnell sind wir wieder

    gedankenreich
    wortreich
    sprachvoll

    Einen lieben Gruß
    Anna-Lena

  6. Helmut

    Ach, ich danke Euch so sehr für Eure wunderbaren Kommentare, Lintschi, Uta und Anna-Lena.

    Ganz herzliche Grüße
    Helmut

  7. judith

    wortlosigkeit kann auch entstehen, wenn zu häufig benutzte wortvorgaben oder wortschablonen nicht mehr dem entsprechen, was unser innerstes mitteilen möchte. geht die tiefere bedeutung des wortes, seine ganz persönliche aussagekraft verloren,wirkt es blockierend. dies wiederum kann zur sprachlosigkeit führen. zu häufig benutzte worte verlieren an sinnkraft. transportieren nichts mehr, worüber sich nach zu denken lohnt. für mich bedeutet dies, immer wieder auch eigene, dem moment entsprechende worte für das zu kreieren, was mich beschäftigt, bewegt oder umtreibt. viele worte sind zu wertend und es lohnt sich, aus wortlosigkeit neue wortgebilde mit kreativen aussagebildern zu malen. auch daran zu glauben, dass jeder etwas zu sagen hat, wenn er sich die mühe gibt, den worten gewicht und farbe zu geben.

  8. Helmut

    @Anna-Lena: Danke für Deine „Visitenkarte“, die mich so positiv herausstellt.

    @Judith: Danke für Deine philosophischen Gedanken. Worte können tatsächlich so belastet sein, dass wir uns bei vernünftiger Überlegung gar nicht mehr darin wiederfinden können. Das heißt aber nicht unbedingt, dass der häufige Gebrauch von Wörtern sie untauglich macht Neues auszudrücken. Dazu haben sie ja eine immer wieder wechselnde Umgebung, die Neues in dem Wort aufscheinen lässt. Dass natürlich auch die Findung von neuen Worten hilfreich sein kann, will ich keinesfalls in Abrede stellen. Vielleicht hat meine Wortkombination „Spätherbsts Lenzenpracht“ hier: https://www.maierlyrik.de/blog/2012/11/17/spaetherbstgenugtuung/ etwas davon.

    Euch beiden herzliche Grüße. Ich habe mich ja so gefreut.
    Helmut

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